{"id":11247,"date":"2025-10-13T13:52:31","date_gmt":"2025-10-13T13:52:31","guid":{"rendered":"https:\/\/assetphysics.com\/?p=11247"},"modified":"2025-10-13T13:52:31","modified_gmt":"2025-10-13T13:52:31","slug":"europaeische-energieausweise-vor-der-neuskalierung-harmonisierung-europaeischer-epcs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/assetphysics.com\/de\/europaeische-energieausweise-vor-der-neuskalierung-harmonisierung-europaeischer-epcs\/","title":{"rendered":"Europ\u00e4ische Energieausweise vor der Neuskalierung, Harmonisierung europ\u00e4ischer EPCs"},"content":{"rendered":"\n\t<section class=\"snk-section snk-section_xs\" >\n\t\t<div class=\"container container-xs\">\n\n\t\t\t\n\n\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"row snk-textColumns\">\n\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"col col-12 snk-textColumn\">\n\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"snk-textBlock\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<h3>Daniel Sponheimer, Catella Investment Management<\/h3>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p>Die Neufassung der europ\u00e4ischen Geb\u00e4uderichtlinie EPBD bringt eine grundlegende Ver\u00e4nderung im Umgang mit Energieausweisen. Mit der im Fr\u00fchjahr verabschiedeten Novelle verfolgt die EU das Ziel, den Energieverbrauch von Geb\u00e4uden \u00fcber alle Mitgliedstaaten hinweg vergleichbarer zu machen. Zentrale Rolle spielt dabei die Re-Kalibrierung der sogenannten Energy Performance Certificates, kurz EPCs, die k\u00fcnftig einheitlich von Klasse A bis G vergeben werden sollen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend es bislang jedem Mitgliedstaat \u00fcberlassen war, wie die Energieklassen festgelegt werden, sieht die neue Regelung eine verbindliche Referenz vor. K\u00fcnftig soll Klasse G grunds\u00e4tzlich die 15 Prozent der Geb\u00e4ude mit der schlechtesten Energiebilanz innerhalb eines Landes abbilden. Klasse A ist den sogenannten Zero Emission Buildings vorbehalten, die bei Neubauten verpflichtend werden. Dazwischen entstehen neue europaweit harmonisierte Klassen, die nicht nur besser vergleichbar sind, sondern auch digitale Verf\u00fcgbarkeit, standardisierte Farbskalen und einheitliche Datengrundlagen mit sich bringen.<\/p>\n<p>Diese neue Logik wird f\u00fcr Immobilieninvestoren sp\u00fcrbare Folgen haben. Geb\u00e4ude, die heute noch als energetisch mittelm\u00e4\u00dfig gelten, k\u00f6nnen mit der Neuskalierung in untere Klassen fallen. Besonders problematisch wird das f\u00fcr Assets, die k\u00fcnftig in Klasse F oder G eingeordnet werden. Sie unterliegen dann den sogenannten Mindestanforderungen an die Gesamtenergieeffizienz, wie sie in Artikel neun der neuen EPBD geregelt sind. Diese Anforderungen greifen insbesondere bei Neuvermietung oder Verkauf und f\u00fchren in der Praxis dazu, dass technische Nachr\u00fcstungen verpflichtend werden. Die Energieausweise werden damit nicht mehr nur als Informationsinstrument verstanden, sondern als konkretes Steuerungselement der europ\u00e4ischen Klimapolitik.<\/p>\n<p>Gerade f\u00fcr Fonds mit paneurop\u00e4ischem Immobilienbestand bringt die Umstellung neue Unsicherheiten. Denn obwohl k\u00fcnftig europaweit einheitliche Klassen vorgesehen sind, sind die heutigen Ausgangslagen extrem unterschiedlich. In Deutschland reicht die Skala derzeit von A+ bis H, basierend auf dem Gesamtenergieverbrauch in Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr. Frankreich hingegen nutzt bislang nur A bis G, basiert jedoch auf dem Prim\u00e4renergiebedarf. In Belgien \u2013 zumindest in der Hauptstadtregion Br\u00fcssel \u2013 sind mehr als 15 Unterklassen im Einsatz, von A++ bis G, einschlie\u00dflich Zwischenstufen wie B\u2013 oder E+. Die Niederlande haben als einziges Land sogar die Klasse A++++ eingef\u00fchrt, um emissionsfreie Geb\u00e4ude differenzierter abbilden zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>In D\u00e4nemark sind Geb\u00e4ude derzeit nach einem Jahrgangssystem klassifiziert. Dort gibt es Kategorien wie A2020, A2015 und A2010, wobei jeweils unterschiedliche Verbrauchsobergrenzen gelten, die zus\u00e4tzlich an die Geb\u00e4udegr\u00f6\u00dfe gekoppelt sind. Irland unterscheidet A1 bis A3 und stuft Geb\u00e4ude in fein gegliederten Energiebanden bis G ein. In Schweden wiederum basiert die Klassifizierung bislang auf relativen Vergleichswerten zum nationalen Referenzstandard. Hier entsprechen die EPC-Klassen einem prozentualen Anteil des zul\u00e4ssigen H\u00f6chstverbrauchs, was direkte l\u00e4nder\u00fcbergreifende Vergleiche erschwert. Norwegen und das Vereinigte K\u00f6nigreich nutzen hingegen CO\u2082-basierte Indizes, wobei die Verbrauchsangaben oft zus\u00e4tzlich ausgewiesen werden.<\/p>\n<p>Diese Fragmentierung f\u00fchrt dazu, dass dieselbe Energieklasse in verschiedenen L\u00e4ndern ganz unterschiedliche reale Verbrauchswerte abbilden kann. Ein Geb\u00e4ude mit Klasse A in Frankreich kann deutlich sparsamer sein als ein Objekt mit Klasse A in Deutschland oder Spanien. Die geplante Harmonisierung der EPCs soll genau hier ansetzen. Einheitliche Skalen und Grenzwerte sollen k\u00fcnftig nicht nur mehr Transparenz schaffen, sondern auch einen gemeinsamen regulatorischen Referenzrahmen, der f\u00fcr Investoren und Asset Manager \u00fcber L\u00e4ndergrenzen hinweg verl\u00e4sslich ist.<\/p>\n<p>Die digitale Struktur der neuen EPCs spielt dabei eine zentrale Rolle. Energieausweise sollen k\u00fcnftig in elektronischen Registern erfasst, national verf\u00fcgbar gemacht und langfristig miteinander verkn\u00fcpfbar sein. F\u00fcr Kapitalverwaltungsgesellschaften wird es damit wichtiger, verl\u00e4ssliche Datensysteme und Schnittstellen aufzubauen, die diese Informationen automatisiert verarbeiten k\u00f6nnen. Denn in einem Umfeld, in dem Nachhaltigkeit und Energieeffizienz regulatorisch immer enger verkn\u00fcpft werden, ist die Verf\u00fcgbarkeit, Qualit\u00e4t und Vergleichbarkeit dieser Daten entscheidend \u2013 nicht zuletzt f\u00fcr die Umsetzung der Taxonomie, f\u00fcr die ESG-Offenlegung gem\u00e4\u00df SFDR oder f\u00fcr das strategische Sanierungsmanagement.<\/p>\n<p>Die Harmonisierung der Energieausweise ist ein logischer Schritt auf dem Weg zu mehr Transparenz und Steuerbarkeit im Geb\u00e4udesektor. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Eigent\u00fcmer, Asset Manager und Investoren. Wer sein Portfolio strategisch zukunftsf\u00e4hig halten will, muss fr\u00fchzeitig verstehen, was die neue Klassifizierung konkret bedeutet. Denn in einem System, das die energetisch schlechtesten Geb\u00e4ude automatisch sanktioniert, ist nicht nur die Technik entscheidend, sondern auch die F\u00e4higkeit, regulatorische Signale richtig zu deuten \u2013 und daraus die richtigen Ma\u00dfnahmen abzuleiten.<\/p>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\n\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t<\/div>\n\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t<\/section>\n\n\n\n\t<section class=\"snk-section snk-section_noPadding\">\n\t\t<div class=\"container container-xs\">\n\t\t\t<div class=\"snk-media snk-media_image\">\n\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" data-src=\"https:\/\/assetphysics.com\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/EPC-Diagramm.jpg\" alt=\"\" title=\"EPC-Diagramm\" src=\"data:image\/svg+xml;base64,PHN2ZyB3aWR0aD0iMSIgaGVpZ2h0PSIxIiB4bWxucz0iaHR0cDovL3d3dy53My5vcmcvMjAwMC9zdmciPjwvc3ZnPg==\" class=\"lazyload\" style=\"--smush-placeholder-width: 960px; --smush-placeholder-aspect-ratio: 960\/983;\" \/>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\n\t\t\t<\/section>\n\t\n\n\n\t<section class=\"snk-section snk-section_xs\" >\n\t\t<div class=\"container container-xs\">\n\n\t\t\t\n\n\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"row snk-textColumns\">\n\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"col col-12 snk-textColumn\">\n\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"snk-textBlock\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<h3>\ud83d\udec8\u00a0Hinweis zur Vergleichbarkeit:<\/h3>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p class=\"x_MsoNormal\">Alle dargestellten Energieklassen basieren auf dem <b>j\u00e4hrlichen Prim\u00e4renergieverbrauch in kWh\/m\u00b2<\/b>\u00a0und beziehen sich auf den\u00a0<b>mehrgeschossigen Wohnungsbau<\/b>. In L\u00e4ndern, deren Energieausweise urspr\u00fcnglich eine\u00a0<b>abweichende Bewertungsgr\u00f6\u00dfe<\/b>\u00a0verwenden, wurden die Werte zur besseren Vergleichbarkeit\u00a0<b>standardisiert umgerechnet<\/b>:<\/p>\n<ul type=\"disc\">\n<li class=\"x_MsoNormal\"><b>\u00d6sterreich<\/b>: Der Heizw\u00e4rmebedarf (HWB) wurde mit einem Umrechnungsfaktor von\u00a0<b>1,8<\/b>\u00a0in den Prim\u00e4renergieverbrauch \u00fcberf\u00fchrt.<\/li>\n<li class=\"x_MsoNormal\"><b>Schweden<\/b>: Der Endenergieverbrauch wurde ebenfalls mit einem Faktor von\u00a0<b>1,8<\/b>\u00a0in den Prim\u00e4renergieverbrauch angen\u00e4hert.<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Die Umrechnung orientiert sich an g\u00e4ngigen energetischen Annahmen f\u00fcr Wohngeb\u00e4ude und erm\u00f6glicht eine einheitliche Darstellung im Rahmen einer europaweiten Skala.<\/p>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\n\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t<\/div>\n\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t<\/section>\n\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Neufassung der europ\u00e4ischen Geb\u00e4uderichtlinie EPBD bringt eine grundlegende Ver\u00e4nderung im Umgang mit Energieausweisen. 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