{"id":12116,"date":"2025-10-30T10:30:50","date_gmt":"2025-10-30T10:30:50","guid":{"rendered":"https:\/\/assetphysics.com\/?p=12116"},"modified":"2025-10-30T10:30:50","modified_gmt":"2025-10-30T10:30:50","slug":"warum-die-neuen-esma-regeln-offene-kreditfonds-nicht-bremsen-sondern-ermoeglichen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/assetphysics.com\/de\/warum-die-neuen-esma-regeln-offene-kreditfonds-nicht-bremsen-sondern-ermoeglichen\/","title":{"rendered":"Warum die neuen ESMA-Regeln offene Kreditfonds nicht bremsen, sondern erm\u00f6glichen"},"content":{"rendered":"\n\t<section class=\"snk-section snk-section_noPadding\">\n\t\t<div class=\"container container-xs\">\n\t\t\t<div class=\"snk-media snk-media_image\">\n\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" data-src=\"https:\/\/assetphysics.com\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Moronis_Kolumne-1.png\" alt=\"\" title=\"\" src=\"data:image\/svg+xml;base64,PHN2ZyB3aWR0aD0iMSIgaGVpZ2h0PSIxIiB4bWxucz0iaHR0cDovL3d3dy53My5vcmcvMjAwMC9zdmciPjwvc3ZnPg==\" class=\"lazyload\" style=\"--smush-placeholder-width: 1890px; --smush-placeholder-aspect-ratio: 1890\/720;\" \/>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\n\t\t\t<\/section>\n\t\n\n\n\t<section class=\"snk-section snk-section_xs\" >\n\t\t<div class=\"container container-xs\">\n\n\t\t\t\n\n\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"row snk-textColumns\">\n\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"col col-12 snk-textColumn\">\n\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"snk-textBlock\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<h3>Auf den ersten Blick wirken die neuen Regulatory Technical Standards der ESMA zu offenen, kreditvergebenden Fonds wie eine weitere Lage Aufsichtsschichten \u2013 technisch, detailliert, schwer verdaulich. Doch wer genauer hinsieht, erkennt: Diese Regeln sind kein Hemmschuh, sondern eine Architektur der Erm\u00f6glichung.<\/h3>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p>Denn der nun ver\u00f6ffentlichte <a href=\"https:\/\/www.esma.europa.eu\/sites\/default\/files\/2025-10\/ESMA34-671404336-1345_Final_Report_on_the_Draft_Regulatory_Technical_Standards_on_open-ended_loan-originating_AIFs_under_the_AIFMD.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Final Report der ESMA<\/a> b\u00fcndelt nicht nur die Ergebnisse der Konsultation, sondern enth\u00e4lt auch die \u00fcberarbeiteten <strong>Entw\u00fcrfe der Regulatory Technical Standards (RTS)<\/strong>, die nach Ber\u00fccksichtigung zahlreicher Markteingaben angepasst wurden. Diese RTS-Vorschl\u00e4ge bilden die Grundlage f\u00fcr eine <strong>Delegierte Verordnung der Europ\u00e4ischen Kommission<\/strong>, deren Erlass im <strong>ersten Halbjahr 2026<\/strong> erwartet wird. Sie legen fest, unter welchen Bedingungen ein Fonds, der selbst Kredite vergibt, offen gef\u00fchrt werden darf \u2013 also R\u00fcckgaberechte gew\u00e4hrt, obwohl seine Verm\u00f6genswerte langfristig gebunden sind. Es geht um <strong>Liquidit\u00e4tsmanagement, Stresstests, R\u00fcckgabepolitiken<\/strong> \u2013 kurz: um die \u00dcbersetzung illiquider Realwirtschaft in regulierte Fondssprache.<\/p>\n<p>Konkret schreibt das Regelwerk etwa vor, dass Fondsmanager bei der Festlegung ihrer R\u00fcckgabepolitik <strong>f\u00fcnfzehn Kriterien<\/strong> ber\u00fccksichtigen m\u00fcssen \u2013 von der Laufzeitstruktur der Kredite \u00fcber die Zusammensetzung der Anlegerbasis bis hin zu erwarteten Tilgungsstr\u00f6men. Der <strong>Zweck dieser Aufz\u00e4hlung ist weniger Kontrolle als Kalibrierung<\/strong>: Die Aufsicht will zeigen, welche Stellschrauben Professionalit\u00e4t heute umfasst.<\/p>\n<p>Die eigentliche Botschaft liegt jedoch nicht darin, dass man der Branche nun erstmals illiquide Assets im offenen Mantel zutraut \u2013 das gibt es l\u00e4ngst, von Immobilienfonds bis zu Infrastruktur-Vehikeln. Neu ist vielmehr der Kontext: Die Aufsicht definiert den <strong>offenen Fonds<\/strong> zunehmend als reguliertes System mit eingebautem Risikopuffer. Mit der <strong>AIFMD II<\/strong>, die ab <strong>April 2026<\/strong> gilt, wird erstmals <strong>verbindlich vorgeschrieben<\/strong>, dass jeder offene AIF mindestens <strong>zwei Liquidity-Management-Tools (LMTs)<\/strong> bereithalten muss (Geldmarktfonds nur eines), <a href=\"https:\/\/assetphysics.com\/de\/liquiditaet-schutzschirm-im-sturm-oder-nur-ein-schoenwetterversprechen\/\">wor\u00fcber im Rahmen dieser Kolumne bereits berichtet wurde<\/a>. F\u00fcr bestehende Fonds gilt dabei eine <strong>\u00dcbergangsfrist bis voraussichtlich Fr\u00fchjahr 2027<\/strong>. Die neuen RTS zu den offenen Kreditfonds sind somit kein Solit\u00e4r, sondern Teil eines gr\u00f6\u00dferen Trends: weg von der Unterscheidung <em>liquid vs. illiquide<\/em>, hin zu einer <strong>Governance-Logik<\/strong>, in der jede Offenheit regulatorisch unterf\u00fcttert sein muss.<\/p>\n<p><strong>\ud83d\udccc<\/strong><strong> Ergebnis<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Die Aufsicht zieht die Private-Markets-Welt und damit auch die offenen Kreditfonds in den Regelungskosmos, der bislang den UCITS-Sektor pr\u00e4gte \u2013 mit <strong>Stresstests, Reporting-Routinen und laufender \u00dcberwachung<\/strong>. Die Folge ist eine Konvergenz, die den Markt ver\u00e4ndert: Wer langfristige Assets managen will, muss k\u00fcnftig auch kurzfristig Rechenschaft \u00fcber deren Liquidit\u00e4tsarchitektur ablegen, <strong>bei offenen Kreditfonds ganz besonders<\/strong>.<\/li>\n<li>Diese Regulierung will nichts verbieten, sie will <strong>verl\u00e4ssliche Mechanik<\/strong> In einer Welt, in der Kapitalm\u00e4rkte immer st\u00e4rker die Rolle der Banken \u00fcbernehmen, braucht Offenheit Regeln \u2013 nicht guten Willen.<\/li>\n<li>Auf die Branche kommt eine <strong>regulatorische Reifepr\u00fcfung<\/strong> Offene Kreditfonds schaffen <strong>dauerhafte Plattform-Ertr\u00e4ge<\/strong> statt zeitlich befristeter Fondszyklen \u2013 aber sie verlangen Professionalit\u00e4t, Disziplin und Vertrauen in Systeme. Dementsprechend wurde im Rahmen dieser Kolumne auch bereits \u00fcber den <a href=\"https:\/\/assetphysics.com\/de\/fondsrisikobegrenzungsgesetz-regierungsentwurf-treibt-system-konvergenz-von-kapitalverwaltungsgesellschaften-zu-kreditinstituten-voran\/\">Trend zur Konvergenz von KVGs und Kreditinstituten<\/a> berichtet.<\/li>\n<li>Nur die etablierten H\u00e4user, die regulatorische mit operativen Prozessen technologisch verkn\u00fcpfen, k\u00f6nnen mit einer <strong>funktionierender KVG-Governance und glaubw\u00fcrdigem Liquidit\u00e4ts-Framework<\/strong> davon profitieren \u2013 weil nicht nur Gr\u00f6\u00dfe, sondern besonders auch operationelle Belastbarkeit entscheidet.<\/li>\n<\/ul>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\n\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t<\/div>\n\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t<\/section>\n\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf den ersten Blick wirken die neuen Regulatory Technical Standards der ESMA technisch, detailliert und schwer verdaulich. 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