{"id":12898,"date":"2025-11-13T13:05:12","date_gmt":"2025-11-13T13:05:12","guid":{"rendered":"https:\/\/assetphysics.com\/?p=12898"},"modified":"2025-11-13T13:05:12","modified_gmt":"2025-11-13T13:05:12","slug":"financial-repression-ein-angebot-das-man-nicht-ablehnen-darf-wenn-der-staat-geld-braucht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/assetphysics.com\/de\/financial-repression-ein-angebot-das-man-nicht-ablehnen-darf-wenn-der-staat-geld-braucht\/","title":{"rendered":"Financial Repression \u2013 ein Angebot, das man nicht ablehnen darf, wenn der Staat Geld braucht?"},"content":{"rendered":"\n\t<section class=\"snk-section snk-section_xs\" >\n\t\t<div class=\"container container-xs\">\n\n\t\t\t\n\n\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"row snk-textColumns\">\n\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"col col-12 snk-textColumn\">\n\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"snk-textBlock\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<h3>Staatliche Haushaltskonsolidierung ist ein hehres Ziel, doch \u2013 wie schon Bertolt Brecht in einem anderen Zusammenhang feststellte \u2013 \u201edie Welt ist halt nicht so\u201c. Die Welt bleibt aber auch nicht so, wie sie jetzt ist. Daher m\u00fcssen sich M\u00e4rkte darauf einstellen, dass ein altes Gespenst, wahrscheinlich zuerst in den USA, wieder auftauchen k\u00f6nnte: Financial Repression mit zus\u00e4tzlichen au\u00dfenwirtschaftlichen Elementen, abgeleitet aus den \u201eMar-a-Lago-Accord\u201c-\u00dcberlegungen.<\/h3>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\n\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t<\/div>\n\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"snk-buttons snk-buttons_bigGap\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<a class=\"snk-btn-primary\" href=\"https:\/\/www.meag.com\/de\/investieren\/institutionelle-kunden\/medien\/2511_Mind-the-Market_2.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span>Download PDF<\/span><\/a>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t<\/section>\n\n\n\n\t<section class=\"snk-section snk-section_xs\" >\n\t\t<div class=\"container container-xs\">\n\n\t\t\t\n\n\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"row snk-textColumns\">\n\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"col col-12 snk-textColumn\">\n\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"snk-textBlock\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p>Die Vereinigten Staaten von Amerika befinden sich aktuell in einem Shutdown, weil es der Regierung bislang nicht gelungen ist, einen Haushalt f\u00fcr das Fiskaljahr 2026 oder zumindest einen \u00dcbergangshaushalt durch das Parlament zu bringen. Eine der Stolperschwellen ist sicherlich, dass ungeachtet aller Wahlkampfversprechen die Projektionen f\u00fcr die Staatsschulden ein ungebremstes Weiterwachsen derselben vorhersagen. Trotz gestiegener Zolleinnahmen bewegt sich das j\u00e4hrliche Defizit nahe an der 2-Billionen-US-Dollar-Marke, 2.000 Milliarden US-Dollar also, und selbst wenn 400 Milliarden Zolleinnahmen j\u00e4hrlich tats\u00e4chlich dauerhaft erzielt werden k\u00f6nnen, wirken diese nicht wie eine L\u00f6sung, allenfalls eine Abminderung. Das j\u00e4hrliche Defizit d\u00fcrfte weiterhin zwischen f\u00fcnf und sechs Prozentpunkten der Wirtschaftsleistung liegen, in einer Zeit ohne Rezession.<\/p>\n<p>Die USA stehen nicht alleine da. In Frankreich sind in den letzten 15 Monaten die Regierungen Barnier, Bayrou und Lecornu damit gescheitert, einen Haushalt f\u00fcr 2026 zu verabschieden, welcher das Defizit nachhaltig unter die 5-Prozentmarke dr\u00fccken w\u00fcrde und im zweiten Versuch hat Lecornu bereits angek\u00fcndigt, die Rentenreform erst mal bis zum Jahr 2028 auf Eis zu legen. In Japan f\u00fchrten vorsichtige Sparans\u00e4tze zum R\u00fccktritt des Premierministers, in Deutschland hat man es erst gar nicht versucht und das Vereinigte K\u00f6nigreich wechselt seine Finanzminister schneller als seine Regierungschefs.<\/p>\n<p>Gr\u00fcnde f\u00fcr neue Staatsausgaben sind schnell gefunden: Die Infrastruktur ist teilweise marode, Energiewende und -sicherheit erfordern staatliche Unterst\u00fctzung, Verteidigung ist derzeit erste politische Priorit\u00e4t und vieles mehr.<\/p>\n<p>Aber kann das denn jetzt einfach so weitergehen? Die Antwort ist ein klares Nein, jedenfalls nicht f\u00fcr alle.<\/p>\n<p>Wichtiger als die absolute H\u00f6he der Neuverschuldung ist die H\u00f6he der laufenden, respektive der akkumulierten Verschuldung zur Wirtschaftsleistung, standardm\u00e4\u00dfig mit dem Sozialprodukt gemessen und die Zinsbelastung, die diese Verschuldung f\u00fcr den Staatshaushalt mit sich bringt. Die Wissenschaftler Carmen Reinhardt und Kenneth Rogoff haben in einem vielbeachteten Buch von 2011 \u201eThis Time is different\u201c unter anderem argumentiert, dass jenseits einer Schwelle von 90 Prozent akkumulierter Staatsverschuldung zum Sozialprodukt die staatliche Handlungsf\u00e4higkeit auf dem Spiel steht. Die definierte H\u00f6he der Quote wurde in heftigen Diskussionen danach hinterfragt, auch was die methodische Herleitung betrifft und sp\u00e4ter flexibler interpretiert. Kern bleibt aber, dass der Staat mit zunehmender Verschuldung an Handlungsf\u00e4higkeit verliert und es politischer Kraftakte bedarf, aus dieser Situation wieder herauszukommen. Die Verschuldung hat sich in den letzten 15 Jahren dramatisch erh\u00f6ht, nicht nur absolut, sondern auch relativ zur Wirtschaftsleistung und mittlerweile liegt der Gro\u00dfteil der industrialisierten\u00a0westlichen Staaten eher im dreistelligen Bereich der Verschuldungsquoten.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend im zweiten Jahrzehnt dieses Jahrtausends diese \u00f6konomischen Fehlentwicklungen durch die Niedrigzinsphase (in einigen L\u00e4ndern wie Deutschland sogar eine Negativzinsphase) \u00fcberdeckt wurden, ist diese Phase mit dem Inflationsschub und dem R\u00fcckkehr zu normaleren Zinsverh\u00e4ltnissen seit einigen Jahren vorbei.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Reduzierung dieser Staatsschuldenquoten gibt es Handlungsoptionen, die sich allerdings in der Schwierigkeit der politischen Durchsetzbarkeit unterscheiden.<\/p>\n<p>Zum einen k\u00f6nnte man direkt an den beiden Seiten des Haushaltes ansetzen: H\u00f6here Steuern oder niedrigere Ausgaben sind direkte Entscheidungen, um die Budgets ausgeglichener zu gestalten. Aber man muss sie durchhalten. Und bei allen zwei bis vier Jahre stattfindenden Wahlen sind die Anreize f\u00fcr Politiker, dies zu tun, gering. Zu lang ist die Liste derjenigen, die mit dem Versuch, staatliche Bilanzen zu konsolidieren, ihr politisches Ende eingel\u00e4utet haben.<\/p>\n<p>Am liebsten genommen, weil wenn erfolgreich, auch f\u00fcr die Popularit\u00e4t von Politikern am besten, ist der Weg \u00fcber h\u00f6heres Wachstum. H\u00f6heres Wachstum schafft h\u00f6here Steuereinnahmen und auch niedrigere Sozialausgaben und damit einen Beitrag zur Milderung der Verschuldungssituation von zwei Seiten: Budgetkonsolidierung und Anstieg der Wirtschaftsleistung. Das ist momentan in den USA der Fokuspunkt der neuen Administration. In Europa kann ich dagegen wenig Konzepte zur Wachstumsf\u00f6rderung erkennen, das Wachstum wird de facto \u00fcber zus\u00e4tzliche Staatsausgaben und Defizite auf Pump finanziert. Die Wachstumsstrategie ist aber nur erfolgreich, wenn zum einen das nominale Wachstum h\u00f6her ist als das Wachstum der Neuverschuldung. Zudem m\u00fcssen die durch h\u00f6heres Wachstum ausgel\u00f6sten Nebenwirkungen unter Kontrolle gehalten werden, damit die h\u00f6heren Steuereinnahmen durch Wachstum nicht durch h\u00f6here Zinskosten f\u00fcr die aufgestaute Verschuldung aufgefressen werden.<\/p>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\n\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t<\/div>\n\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t<\/section>\n\n\n\n\t<section class=\"snk-section snk-section_xs\" >\n\t\t<div class=\"container container-xs\">\n\n\t\t\t\n\n\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"row snk-textColumns\">\n\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"col col-12 snk-textColumn\">\n\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"snk-textBlock\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<h3>Financial Repression als Wundermittel?<\/h3>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p>Das \u00f6ffnet die T\u00fcr zur zumindest auf den ersten Blick \u201eschmerzfreien\u201c L\u00f6sung f\u00fcr die politischen Entscheidungstr\u00e4ger: Financial Repression. Der Begriff ist nicht neu, er ist auch nicht eineindeutig definiert. Je nach Autor kann man ein breites B\u00fcndel an Ma\u00dfnahmen dazuz\u00e4hlen. Am wichtigsten ist, dass \u00fcber verschiedene Ma\u00dfnahmen Zinsen f\u00fcr die Staatsschulden niedriger gehalten werden, als sie es bei reinen Marktkr\u00e4ften w\u00e4ren, insbesondere die Realzinsen. Die relativen Finanzierungskosten des Staates werden damit k\u00fcnstlich gedr\u00fcckt, der Preis ist eine unauff\u00e4llige, sanfte, schleichende Verminderung des Realverm\u00f6gens, respektive Deckelung des Verm\u00f6genswachstums, das aus nominellen Zinsanlagen resultiert.<\/p>\n<p>Genauso wenig wie der Begriff Financial Repression eindeutig definiert ist, gilt das f\u00fcr die damit verbundenen Ma\u00dfnahmen.<\/p>\n<p>Das kann durch Kapitalverkehrskontrollen passieren (wobei diese eher \u201eoutdated\u201c sind), durch kontinuierliche Anleihek\u00e4ufe der Notenbank, oder manchmal reichen auch anvisierte Kaufprogramme. Dazu oder alleine kann auch eine aktive \u201eYield Curve Control\u201c kommen, das hei\u00dft, dass die Notenbank die Zinsen \u00fcber die gesamte Renditekurve nach oben deckelt. Banken und Versicherungen k\u00f6nnen \u00fcber Regulierungsvorschriften \u201eincentiviert\u201c werden, Anleihen des jeweiligen Nationalstaates zu kaufen (Liquidit\u00e4ts-, Solvency-Regeln, Kapitalanrechnung und \u00e4hnliches). Manche Autoren rechnen auch eine Ver\u00e4nderung der als geldwertstabil akzeptierten Inflation der Notenbank zu diesen Ma\u00dfnahmen dazu, die zumindest indiziert, dass Geldentwertung in einem begrenzten Ausma\u00df erw\u00fcnscht ist, also zum Beispiel von dem standardisierten 2-Prozentziel in Richtung 3 bis 4 Prozent akzeptierter Inflation.<\/p>\n<p>Ziel ist es, den m\u00f6glichen negativen Folgen einer Wachstumspolitik, n\u00e4mlich den h\u00f6heren Zinsen, entgegenzusteuern und de facto eine schleichende Entwertung der Staatsschulden zu bewerkstelligen und damit staatliche Handlungsf\u00e4higkeit wiederherzustellen. Hier handelt es sich nicht um einen einmaligen Kraftakt, sondern um eine l\u00e4ngerfristig angelegte Operation.<\/p>\n<p>Die Historie kennt verschiedene Phasen der Financial Repression. Da sind zum einen die Jahrzehnte nach dem Ende des 2. Weltkrieges in den USA, als das relative Ausma\u00df der Staatsverschuldung im Verh\u00e4ltnis zur Wirtschaftsleistung \u00fcber eine Kombination von erh\u00f6hter, aber nicht dramatisch erh\u00f6hter Inflation, gedeckelter Zinsen und hohem Wachstum sukzessive zur\u00fcckgef\u00fchrt wurde. Diese Phase d\u00fcrfte auch die Begriffsgebende sein.<\/p>\n<p>Eine andere Periode, die nahe an eine Financial Repression herankam, war die Periode nach dem Lehman-Desaster und dem Platzen der Housing\/Subprime Bubble in den USA, in Europa akzentuiert durch die Staatsschuldenkrise insbesondere in der europ\u00e4ischen Peripherie. Allerdings sprang im Vergleich zur Financial Repression nach dem 2. Weltkrieg in den USA die Inflation nicht an. Gerade in Europa \u201ekompensierten\u201c disinflation\u00e4re Tendenzen nach der Leh\u00adman-Pleite die Effektivit\u00e4t einer Financial Repression. Wissenschaftler und Politiker, unter anderem der bereits genannte Kenneth Rogoff argumentierten, man m\u00fcsse das Bargeld abschaffen, um den Notenbanken deutlich negativen Kurzfristzinsen und damit die Financial Repression zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Nicht jede Phase, in der die Nominalzinsen unter der Inflation liegen, kann als Financial Repression deklariert werden. Daf\u00fcr muss es auch Handlungen staatlicher Institutionen geben. Was aber allen Phasen der Financial Repression gemein ist: Die Notenbank muss mitspielen, um richtig erfolgreich zu sein.<\/p>\n<p>Damit kommen wir zum Schl\u00fcssel des Themas. Die derzeitige US-Administration scheitert an der versprochenen Haushaltskonsolidierung. Diese Regierung d\u00fcrfte aber ohne Frage \u00fcber das Thema der Financial Repression nachdenken, wie das Hochheben des sogenannten dritten FED-Zieles der moderaten Langfristzinsen zeigt. Dieses dritte Ziel hatte man in der Vergangenheit als Resultat der ersten beiden angesehen. Ich denke, Stephen Miran, Berater von Pr\u00e4sident Trump, aber derzeit tempor\u00e4r im FED-Board, sieht es eher sehr eigenst\u00e4ndig und als Mittel zum Zweck (der Reduzierung der Zinskosten). Sollte der Oberste Gerichtshof die Z\u00f6lle als unrechtm\u00e4\u00dfig in Teilen oder zur G\u00e4nze verwerfen, dann wird nat\u00fcrlich die Administration versuchen, mit neuen Begr\u00fcndungen sie wieder einzuf\u00fchren. Aber das Thema Financial Repression mag dann sogar noch zus\u00e4tzlich an Dynamik gewinnen.<\/p>\n<p>Wenn es ohne Notenbank nicht geht, muss die auch mitspielen. In den USA d\u00fcrfte Jerome Powell das nicht tun. Dies mag auch eine zus\u00e4tzliche Erkl\u00e4rung f\u00fcr die Angriffe sein, die auf ihn gefahren werden und es unterstreicht die Wichtigkeit der Entscheidung \u00fcber den neu\u00aden FED-Chair, die Pr\u00e4sident Trump f\u00fcr den Mai des Jahres 2026 zu treffen hat (bekanntgegeben wahrscheinlich um die Jahreswende). Nicht auszuschlie\u00dfen, dass tats\u00e4chlich auch ein Verfechter der De facto-Financial Repression auf den Posten gehievt wird, das wird eine der Schl\u00fcsselentscheidungen des Jahres 2026 werden. Eine aggressive Form der Financial Repression ist aus meiner Sicht in jedem Fall eine m\u00f6gliche Variante, nicht mein Base Case, mit der man sich in der Amtszeit von Donald Trump besch\u00e4ftigen muss.<\/p>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\n\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t<\/div>\n\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"snk-buttons snk-buttons_bigGap\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<a class=\"snk-btn-primary\" href=\"https:\/\/www.meag.com\/de\/investieren\/institutionelle-kunden\/17209.html\" target=\"_self\" rel=\"noopener\"><span>MEAG News abonnieren<\/span><\/a>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t<\/section>\n\n\n\n\t<section class=\"snk-section snk-section_xs\" >\n\t\t<div class=\"container container-xs\">\n\n\t\t\t\n\n\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"row snk-textColumns\">\n\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"col col-12 snk-textColumn\">\n\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"snk-textBlock\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<h3>Was bedeutet das f\u00fcr die M\u00e4rkte?<\/h3>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p>Ich habe im Bezug auf die geopolitischen Krisen dieser Welt \u00f6fters ausgef\u00fchrt, dass Kapitalm\u00e4rkte keine moralische Instanz sind, sondern ein Mechanismus, der der Preisfindung verschiedener Assets dient. Financial Repression ist ohne Zweifel wirtschaftspolitisch und moralisch fragw\u00fcrdig, weil sie gerade die Ersparnisse des \u201ekleinen Mannes\u201c negativ trifft.<\/p>\n<p>Aber Financial Repression muss nicht negativ sein f\u00fcr alle Assetklassen, insbesondere auf kurze und mittlere Sicht (und, ich zitiere Keynes, \u201ein the long run we are all dead\u201c). Es gibt Assetklassen, die gerade in der Anfangsphase einer Financial Repression davon profitieren k\u00f6nnen und, sollte eine Financial Repression von den USA ausgehen, gibt es sicherlich auch verst\u00e4rkte regionale Effekte.<\/p>\n<p>Kommen wir zun\u00e4chst zu den augenf\u00e4lligen Verlierern einer solchen Politik, und da l\u00e4sst sich ziemlich platt sagen, dass die Herstellung k\u00fcnstlich zu niedriger Realzinsen dem klassischen, auf Sicherheit bedachten Staatsanleiheinvestor h\u00f6here Returns verwehrt. Aber auch hier zeigt sich, da es kein festgeschriebenes Drehbuch gibt, wie eine Financial Repression laufen w\u00fcrde, dass der Teufel im Detail liegt. Man muss genau schauen, was gemacht wird und was nicht. Sind K\u00e4ufe auf die ganze Zinsstrukturkurve oder nur das kurze Ende fokussiert? Wird eine Yield Curve Control etabliert und bezieht sie sich auf mehrere oder wenige St\u00fctzstellen? Eine Yield Curve Control kann dem Anleger auch die Risiken eines Zinsanstieges f\u00fcr die Periode der Financial Repression nehmen, das ist nicht viel, aber unter Risikogesichtspunkten immerhin etwas. Ohne Yield Curve Control wird sicherlich das Risiko bestehen, dass eine Politik der Financial Repression zu einer noch steileren Renditestrukturkurve am Rentenmarkt f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Kommen wir zu m\u00f6glichen Gewinnern: H\u00f6here Inflation entwertet das Geld, eine Financial Repression, die nur eine moderat h\u00f6here Inflation zul\u00e4sst, ist aber nicht gef\u00e4hrlich f\u00fcr das Wirtschaftswachstum und kann f\u00fcr die Bewertung von realen Assets wie Immobilien oder Aktien durchaus preisstimulierend sein. Financial Repression kann damit durchaus die Attraktivit\u00e4t von Risikopapieren zu Lasten derer von sicheren Anlagen erh\u00f6hen. Reale Assets wie Aktien, Private Equity, Infrastruktur, Immobilien profitieren also zun\u00e4chst, sind aber auch abh\u00e4ngig von weiteren staatlichen Ma\u00dfnahmen, denn der Staat betreibt ja nur dann Financial Repression, wenn er auf der Suche nach Einnahmen ist.<\/p>\n<p>Bei der gegenw\u00e4rtigen US-Administration kommen noch weitere Komponenten dazu. Die Gedankeng\u00e4nge eines Teiles des neuen \u00f6konomischen Teams waren schon im Vorfeld ideologisch unterlegt worden: MAGA auf der einen Seite, aber auch die Vorstellung, dass die USA von den Handelspartnern ausgenutzt wurden und insofern \u201ePay-Back Time\u201c anstehen w\u00fcrde. Und vieles, was von diesen Gedanken gefloatet, aber noch nicht umgesetzt wurde, h\u00f6rt sich f\u00fcr mich nach einer Financial-Repression-Erweiterung an, mit einer Komponente an, die nur auf Nicht-US-Investoren zielt. Einige Ideen waren angeteasert (zum Beispiel Section 899, Abgaben auf Gewinne von Fonds in den USA, Gedankenspiele um freiwillige Laufzeitenverl\u00e4ngerungen), andere werden tats\u00e4chlich erzwungen, wie Investments in den USA, die vielleicht nicht aus Effizienzgr\u00fcnden, sondern aus Angst vor Sanktionen zugesagt werden (Beispiele: Pharmaindustrie, Chipindustrie).<\/p>\n<p>Im Hintergrund wabert sozusagen die Idee eines Mar-a-Lago-Akkords, der die ultimative Financial Repression f\u00fcr Anleger in den USA diskutiert hatte: Eine massive Dollarabwertung. In heimischer W\u00e4hrung f\u00fcr US-B\u00fcrger ein Non-Event, f\u00fcr US-Unternehmen eine Gewinnspritze, f\u00fcr Unternehmen au\u00dferhalb der USA in deren heimischer W\u00e4hrung das Gegenteil, f\u00fcr den Rest der Welt eine effektive Verm\u00f6gensminderung. In den Abhandlungen \u00fcber den Mar-a-Lago Akkord war die Dollarschw\u00e4che erst im sp\u00e4teren Verlauf der Amtszeit Trump angedacht, aktuell scheint es mir aber nicht das Hauptthema zu sein. Wenn man aber \u00fcber die M\u00f6glichkeiten der Realisierung eines solchen Szenario nachdenkt, dann geh\u00f6rt es auf alle F\u00e4lle zum Baukasten. F\u00fcr mich ist die Prognose des Dollarkurses sogar eine Schl\u00fcsselkomponente eines jeden Szenarios f\u00fcr das kommende Jahr.<\/p>\n<p>Europas M\u00f6glichkeit zum Gegensteuern in einem solchen Szenario w\u00e4re limitiert. Die institutionellen Begrenzungen der Eurozone w\u00fcrden greifen: Es gibt eben nicht nur eine Regierung und eine Zinskurve. Eine Yield Curve Control in der Eurozone m\u00fcsste sich dann auf viele gro\u00dfe Bondm\u00e4rkte gleichzeitig konzentrieren.<\/p>\n<p>Damit ist ein Fokus des Anlegers auf das Thema Financial Repression ausgehend von den USA als Risikoszenario zwingend. Es w\u00fcrde, ceteris paribus, eher einen Impuls geben in Richtung reale Assets, es w\u00fcrde insbesondere einen Impuls geben in Richtung liquide reale Assets in den USA, das Bild f\u00fcr reale Assets in Europa w\u00e4re gemischt, aber es w\u00fcrde eher positiv f\u00fcr europ\u00e4ische Bonds wirken. Financial Repression w\u00e4re also ein Szenario, das die L\u00e4nderallokation in den Vordergrund r\u00fccken w\u00fcrde.<\/p>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\n\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t<\/div>\n\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t<\/section>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":162,"featured_media":12899,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"inline_featured_image":false,"_co_authors":[],"footnotes":""},"categories":[24],"tags":[],"type_content":[18,170],"class_list":["post-12898","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-markets","type_content-article","type_content-news"],"acf":{"homepage_featured_article":false},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/assetphysics.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12898","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/assetphysics.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/assetphysics.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/assetphysics.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/162"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/assetphysics.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12898"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/assetphysics.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12898\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":12914,"href":"https:\/\/assetphysics.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12898\/revisions\/12914"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/assetphysics.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/12899"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/assetphysics.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12898"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/assetphysics.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12898"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/assetphysics.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12898"},{"taxonomy":"type_content","embeddable":true,"href":"https:\/\/assetphysics.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/type_content?post=12898"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}