{"id":13201,"date":"2025-11-19T18:32:19","date_gmt":"2025-11-19T18:32:19","guid":{"rendered":"https:\/\/assetphysics.com\/?p=13201"},"modified":"2025-11-19T18:39:33","modified_gmt":"2025-11-19T18:39:33","slug":"solvency-ii-und-bess-anlagen-keine-infrastrukturquote-dafuer-aber-infrastrukturschablone-wer-sie-versteht-kann-sie-nutzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/assetphysics.com\/de\/solvency-ii-und-bess-anlagen-keine-infrastrukturquote-dafuer-aber-infrastrukturschablone-wer-sie-versteht-kann-sie-nutzen\/","title":{"rendered":"Solvency II und BESS-Anlagen: Keine Infrastrukturquote, daf\u00fcr aber Infrastrukturschablone \u2013 wer sie versteht, kann sie nutzen"},"content":{"rendered":"\n\t<section class=\"snk-section snk-section_noPadding\">\n\t\t<div class=\"container container-xs\">\n\t\t\t<div class=\"snk-media snk-media_image\">\n\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" data-src=\"https:\/\/assetphysics.com\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Moronis_Kolumne-1.png\" alt=\"\" title=\"\" src=\"data:image\/svg+xml;base64,PHN2ZyB3aWR0aD0iMSIgaGVpZ2h0PSIxIiB4bWxucz0iaHR0cDovL3d3dy53My5vcmcvMjAwMC9zdmciPjwvc3ZnPg==\" class=\"lazyload\" style=\"--smush-placeholder-width: 1890px; --smush-placeholder-aspect-ratio: 1890\/720;\" \/>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\n\t\t\t<\/section>\n\t\n\n\n\t<section class=\"snk-section snk-section_xs\" >\n\t\t<div class=\"container container-xs\">\n\n\t\t\t\n\n\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"row snk-textColumns\">\n\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"col col-12 snk-textColumn\">\n\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"snk-textBlock\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<h3>W\u00e4hrend die deutsche AnlV Kapitalstr\u00f6me umlenkt, versucht Solvency II, sie risikogerecht zu begleiten. Durch reduzierte Eigenmittelanforderungen soll Kapital insbesondere f\u00fcr Infrastruktur ge\u00f6ffnet werden \u2013 Stichwort: qualifizierte Infrastruktur. Am Beispiel der Investition in Gro\u00dfbatteriespeicher-Technologie (BESS) zeigt sich deutlich, dass erfolgreiche Kapitalmobilisierung davon abh\u00e4ngt, Schablonenkriterien wie langfristige, kalkulierbare und vertraglich gut abgesicherte Cashflows bereits im Produktdesign tief zu verankern.<\/h3>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<h3><strong>Von der Idee zur Schablone<\/strong><\/h3>\n<p>Solvency II hat keine Infrastrukturquote \u2013 aber ein starkes Konzept: <em>qualifizierte Infrastrukturinvestitionen<\/em>. Der Telos ist klar: Wo Risiken niedriger und Cashflows stabiler sind, darf der Kapitalbedarf der Versicherer sinken. Die aufsichtsrechtliche Logik lautet also: Wer mit Sicherheit investiert, braucht weniger Sicherheitshinterlegung. Doch der Weg dorthin f\u00fchrt \u00fcber Nachweise, Definitionen und Strukturen, die nicht zuf\u00e4llig entstehen, sondern bewusst im Produktdesign angelegt werden m\u00fcssen.<\/p>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\n\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"col col-12 snk-textColumn\">\n\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"snk-textBlock\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<h3>Was die Schablone verlangt<\/h3>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p>Artikel 164 a und b der Delegierten Verordnung (EU) 2015\/35 beschreiben ein Idealbild: planbare Cashflows, begrenzter Unternehmenszweck, robuste Vertr\u00e4ge, belastbare Governance.<\/p>\n<p><em>(W\u00e4hrend Artikel 164 a auf Infrastrukturprojekte mit klar umrissenen Verm\u00f6genswerten und projektbezogenen Vertr\u00e4gen zielt, erweitert Artikel 164 b das Privileg auf Infrastrukturunternehmen \u2013 also Betreiber- oder Beteiligungsstrukturen, deren Gesch\u00e4ftst\u00e4tigkeit sich dauerhaft auf den Besitz, Betrieb oder die Finanzierung solcher Assets konzentriert.)<\/em><\/p>\n<p>Diese Anforderungen sollen die \u00f6konomische Stabilit\u00e4t realer Assets in versicherungsaufsichtsrechtliche Sicherheit \u00fcbersetzen. Wer sich innerhalb dieses Rahmens bewegt, profitiert von einer Eigenmittelunterlegung von rund 22 % statt 39 % \u2013 ein Privileg, das f\u00fcr Versicherer unmittelbar investitionsrelevant ist.<\/p>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\n\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"col col-12 snk-textColumn\">\n\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"snk-textBlock\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<h3>BESS \u2013 Batterien als interessanter Anwendungsfall<\/h3>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p>Im Strom- und Regelleistungsmarkt monetarisierbare Gro\u00dfbatteriespeicher (BESS-Anlagen) finden als Infrastruktur-Anlageklasse zunehmend das Interesse institutioneller Anleger \u2013 nicht zuletzt wegen Renditeerwartungen im Double-Digit-Bereich.<\/p>\n<p>Technische Einblicke in die Asset Klasse vermittelt der <a href=\"https:\/\/assetphysics.com\/de\/infrastruktur-anlageklasse-battery-energy-storage-systems-bess-einige-technische-einblicke-in-die-praxis\/\">Beitrag<\/a> von Dr. Andreas Peppel praxisbezogen auf <em>ASSETPHYSICS<\/em>. Im <a href=\"https:\/\/assetphysics.com\/de\/grossbatteriespeicher-neue-anlageklasse-im-aufbruch-chancen-und-risiken-richtig-bewerten\/\">j\u00fcngsten Beitrag<\/a> ebenfalls von Dr. Andreas Peppel auf dieser Plattform sind die Chancen und Risiken dieser Asset Klasse zusammengefasst.<\/p>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\n\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"col col-12 snk-textColumn\">\n\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"snk-textBlock\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<h3>Der Regulierer will Nachweise \u2013 und das Produktdesign muss liefern<\/h3>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p>BESS-Anlagen weisen per se Charakteristika auf, die im Einzelfall durchaus unter die Solvency-II-Schablone der qualifizierten Infrastruktur fallen k\u00f6nnen:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Vorhersehbare Ertragsquellen<\/strong> durch langfristige Pacht- oder Capacity-Agreements mit Operator, Netzbetreibern oder Energieh\u00e4ndlern.<\/li>\n<li><strong>Begrenzter Unternehmenszweck<\/strong> \u00fcber projektbezogene SPVs, die ausschlie\u00dflich Speicher betreiben.<\/li>\n<li><strong>Technologische Planbarkeit<\/strong> dank modularer Systeme, standardisierter Wartungszyklen und klarer Performance-Klauseln.<\/li>\n<li><strong>Governance-Stabilit\u00e4t<\/strong> durch Service-Level-Agreements, Versicherungskonzepte und ESG-Monitoring.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Auch wenn die Batteriespeicher-Technologie weitgehend standardisiert ist, unterscheiden sich Fonds danach, wie sie zur Monetarisierung eingesetzt sind. Es reicht daher nicht, nur nachzuweisen, dass BESS-Anlagen langfristig und gut abgesicherte Ertr\u00e4ge liefern k\u00f6nnen. Von Infrastruktur-Fonds typischerweise bekannter Betreiber-Modelle bis hin zu ganz vereinzelt risikoaversen verm\u00f6gensverwaltenden Ans\u00e4tzen bildet sich die Monetarisierung von BESS-Anlagen in einem breiten Spektrum ab.<\/p>\n<p>Das ist also bei der Subsumtion genau zu ber\u00fccksichtigen. Denn \u2013 ganz stark simplifiziert \u2013 geht es im Kern um die Frage, ob als Regelfall der Solvency-II-Logik die Kapitalgeber durch regulatorische oder vertragliche Bestimmungen in der Nutzung von BESS-Anlagen gesch\u00fctzt sind. Und wenn nicht: Substituiert diesen Schutz dann zumindest, dass die Einnahmen durch die BESS-Anlagen durch Zahlungen einer gro\u00dfen Zahl von Nutzern finanziert sind. Unterschiedliche Monetarisierungs-Ans\u00e4tze im Fonds verlangen gegebenenfalls verschiedene vertragliche Umsetzungsans\u00e4tze, um in den Genuss der reduzierten Eigenmittelhinterlegung zu kommen. Wer ist denn im einzelnen Fondskonstrukt Vertragspartner und aus welchen Vertr\u00e4gen entsteht im jeweiligen Einzelfall aus Sicht des Fonds unmittelbar die Monetarisierung, welche Aussch\u00fcttungen und Kapitalr\u00fcckgaben an die Anleger speist?<\/p>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\n\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"col col-12 snk-textColumn\">\n\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"snk-textBlock\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<h3>Warum die Qualifizierung so anspruchsvoll ist<\/h3>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p>Denn wenn auch in der Theorie es gen\u00fcgt, nachzuweisen, dass ein Investment stabile, langfristige und gut abgesicherte Ertr\u00e4ge liefert \u2013 in der Praxis verlangt Solvency II verbindlich eine Detailtiefe, die Fondsstrukturen erst einmal abbilden m\u00fcssen. Die Unterscheidung zwischen Projekt und Corporate (Art. 164 a \/ b) zwingt zur exakten Abbildung des wirtschaftlichen Zwecks, zur Offenlegung der Vertragsarchitektur und zu konsistenten Cashflow-Prognosen auf Asset-Ebene. Schon kleine Abweichungen \u2013 Betreiber, variable Erl\u00f6squellen oder Mischportfolios \u2013 k\u00f6nnen die Einstufung beeinflussen. EIOPA hat bereits 2016 im <em>Final Report on CP 16\/004<\/em> und wiederholt in sp\u00e4teren Konsultationen darauf hingewiesen, dass gerade die Dokumentationspflichten, Datenanforderungen und Look-through-Analysen die praktische Nutzung des Privilegs erheblich einschr\u00e4nken. So bleibt die \u201equalifizierte Infrastruktur\u201c oft weniger eine Frage des Risikos als eine des Nachweises.<\/p>\n<p>Daher muss f\u00fcr eine gesicherte Einstufung als qualifizierte Infrastruktur im jeweiligen Fondsdesign das richtige KPI-Set entwickelt werden. Die Praxis zeigt, dass genau hier die Gestaltungsaufgabe guter Produktanbieter liegt: Wer schon im Fondsdesign saubere Datenschnittstellen, transparente Vertragslogik und belastbare KPI-Systeme verankert, verwandelt regulatorische Herausforderungen in Wettbewerbsvorteile.<\/p>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\n\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"col col-12 snk-textColumn\">\n\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"snk-textBlock\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<h3>\ud83d\udccc Ergebnisse<\/h3>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<ul>\n<li>BESS-Anlagen im Strommarkt unterst\u00fctzen die Versorgungssicherheit und Netzstabilit\u00e4t.<\/li>\n<li>Zugleich sind BESS-Anlagen f\u00fcr Solvency-II-Anleger ein interessanter Ansatz, dank Behandlung als qualifizierte Infrastruktur mit geringerer Eigenmittelunterlegung von langfristigen Cashflows zu profitieren.<\/li>\n<li>Solvency II definiert die qualifizierte Infrastruktur jedoch in engen Grenzen im Sinne einer Schablone, die verstanden und abh\u00e4ngig vom konkreten Fondsdesign richtig ausgef\u00fcllt sein will.<\/li>\n<\/ul>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\n\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t<\/div>\n\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t<\/section>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend die deutsche AnlV Kapitalstr\u00f6me umlenkt, versucht Solvency II, sie risikogerecht zu begleiten. 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