{"id":2408,"date":"2024-11-11T09:50:54","date_gmt":"2024-11-11T09:50:54","guid":{"rendered":"https:\/\/assetphysics.com\/?p=2408"},"modified":"2024-11-15T14:47:47","modified_gmt":"2024-11-15T14:47:47","slug":"noch-unscharfes-rendite-risikoprofil-investitionen-in-gruenen-wasserstoff-aus-der-anlegerperspektive","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/assetphysics.com\/de\/noch-unscharfes-rendite-risikoprofil-investitionen-in-gruenen-wasserstoff-aus-der-anlegerperspektive\/","title":{"rendered":"Noch unscharfes Rendite-\/Risikoprofil? Investitionen in \u201eGr\u00fcnen Wasserstoff\u201c aus der Anlegerperspektive"},"content":{"rendered":"\n\t<section class=\"snk-section snk-section_xs\" >\n\t\t<div class=\"container container-xs\">\n\n\t\t\t\n\n\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"row snk-textColumns\">\n\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"col col-12 snk-textColumn\">\n\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"snk-textBlock\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p><strong>Laut der j\u00fcngsten Umfrage des Bundesverbandes Alternative Investments e.V. (BAI) planen ca. 57% der 110 befragten institutionellen Anleger, das aktuelle Exposure im Bereich Infrastruktur Equity auszubauen.<\/strong><\/p>\n<p>Neben den seit Jahren etablierten Sektoren \u2013 wie Windenergie oder Photovoltaik \u2013 r\u00fccken auch Anlagen zur Herstellung, Speicherung und Verteilung f\u00fcr aus Erneuerbaren Energien hergestelltem Wasserstoff (H<sub>2<\/sub>) bzw. daraus gewonnener Derivate (z.B. Ammoniak (NH<sub>3<\/sub>)) hierbei in den Anlagefokus. Ohne Zweifel kann die Verwendung dieses aus der Elektrolyse gewonnenen Energietr\u00e4gers z.B. in industriellen Produktionsprozessen, aber auch im Transportsektor dazu beitragen, den CO\u2082 -Aussto\u00df aus fossilen Quellen zu reduzieren.<\/p>\n<p>Gro\u00dfe Leuchtturmprojekte, wie z.B. der von thyssenkrupp Steel Europe AG in Duisburg geplante Bau einer Direktreduktionsanlage zur Herstellung Stahl mit gr\u00fcnem Strom und Wasserstoff oder die Ambitionen der RWE AG, einen 100 MW-Elektrolyseur im niederl\u00e4ndischen Eemshaven zu bauen, bringen Dynamik in die Diskussion rund um die Energiewende.<\/p>\n<h3>Infrastrukturfonds auf der Suche nach geeigneten Investitionen<\/h3>\n<p>Einige Infrastrukturfondsprodukte fokussieren diesen Sektor \u2013 dies in unterschiedlicher Intensit\u00e4t. Wenige davon sind spezialisierte Themenfonds, die ausschlie\u00dflich Kapital in derartige Anlagen allokieren. Die \u00fcbrigen planen Wasserstoffinvestments als Beimischung f\u00fcr ein Portfolio, welches der \u00dcberschrift \u201eEnergy Transition\u201c zuzuordnen ist.<\/p>\n<p>Aus der Anlegerperspektive stellen sich im Zusammenhang der Investitionspr\u00fcfung u.a. folgende Fragen:<\/p>\n<ul>\n<li>Wie entwickeln sich Produktions- und Abnehmerm\u00e4rkte, was einen wichtigen Einfluss auf den k\u00fcnftigen Preis f\u00fcr \u201eGr\u00fcnen Wasserstoff\u201c haben wird?<\/li>\n<li>Wie planbar ist die (teilweise initial mit \u00f6ffentlichen Subventionen unterst\u00fctzte) Wirtschaftlichkeit solcher Anlagen in Bezug auf Wertentwicklung und laufenden Ertrag?<\/li>\n<li>Wie absch\u00e4tzbar ist die technologische Innovationsgeschwindigkeit, z.B. von Elektrolyseuren, was insbesondere f\u00fcr den Exit einer Anlage von Bedeutung ist<\/li>\n<\/ul>\n<h3>K\u00fcnftige Nachfrage als wichtiges preisbeeinflussendes Merkmal<\/h3>\n<p>Insbesondere bei der k\u00fcnftigen Entwicklung der Nachfrage nach Wasserstoff gibt es unterschiedliche Prognosen. Das Institute of Energy Economics at the University of Cologne gGmbH (EWI) hat in einer Studie verschiedene Prognosen, unter anderem die des Nationalen Wasserstoffrates und des Fraunhofer Institut f\u00fcr System- und Innovationsforschung nach Sektoren ausgewertet und verglichen.<\/p>\n<p>Demnach reichen die Sch\u00e4tzungen des Verbrauchs \u00fcber alle Sektoren von 20 bis 84 TWh\/a im Jahr 2030 und von 227 bis 842 TWh\/a im Jahr 2045.<\/p>\n<p>Aus Anlegersicht besonders interessant sind die unterschiedlichen Annahmen innerhalb der einzelnen Sektoren, wie z.B. in den Prozesssektoren der Eisen- und Stahlherstellung. Hier weichen die Sch\u00e4tzungen im Jahre 2045 signifikant ab (38 bis 75 TWh\/a), ebenso bei der Elektrizit\u00e4tserzeugung aus Wasserstoff (137 bis 200 MWh\/a).<\/p>\n<p>Ein Ausblick auf den stra\u00dfengebundenen G\u00fcterverkehr (Lkw &gt; 3,5 t) ist doppelt interessant. Zum einen m\u00fcssen Lkw-Hersteller geeignete Fahrzeuge marktreif entwickeln sowie in der Produktion wirtschaftlich skalieren und zum anderen muss ein (investitionsintensives) Netz aus Tankstellen vorhalten werden. Laut Hydrogen Mobility Europe (H2ME) existieren derzeit in Deutschland ca. 86 Wasserstofftankstellen, in Europa ca. 163 und weitere 63 sollen in der Zukunft er\u00f6ffnet werden.<\/p>\n<p>Die k\u00fcnftigen Nachfrageprognosen im Transportsektor f\u00fcr 2030 bzw. 2045 liegen auch hier weit auseinander (0 bis 18 TWh\/a bzw. 0 bis 123 TWh\/a). Aus der Sicht von Kapitalgebern verbindet sich damit eine gewisse Unsicherheit, ob die Nutzung der Technologie durchsetzt bzw. lohnt.<\/p>\n<h3>Wirtschaftliche Skalierung im Hochlauf notwendig<\/h3>\n<p>Um mehr Investitionssicherheit zu erlangen, m\u00fcssen die aus Klimaschutzaspekten sehr sinnvollen Pilotprojekte den Markthochlauf bestehen, d.h. die n\u00e4chsten Skalierungsstufen zur kommerziellen Nutzung m\u00fcssen erreicht werden.<\/p>\n<p>Eine wichtige Voraussetzung daf\u00fcr ist auch, dass Wasserstoff vom Erzeuger zum Verbraucher transportiert werden kann. Ein bedeutender Meilenstein k\u00f6nnte das auf Antrag der Fernleitungsnetzbetreiber durch die Bundesnetzagentur im Oktober 2024 genehmigte Wasserstoff-Kernnetz sein. Die vorgesehene Gesamtl\u00e4nge des Netzes betr\u00e4gt ca. 9.040 km und soll zu 56% aus umgewidmeten Erdgasleitungen bestehen. Die Investitionskosten liegen bei ca. 18,9 Mrd. Euro und sollen privatwirtschaftlich finanziert werden. Das Wasserstoff-Kernnetz soll zentrale potenzielle Wasserstoff-Standorte anbinden, z.B. gro\u00dfe Industriezentren, Kraftwerke, Speicher sowie Erzeugungsanlagen und Importkorridore.<\/p>\n<p>Die aktuellen Planungen sehen vor, dass die Umsetzung der Netzausbauma\u00dfnahmen bis 2032 abgeschlossen sind.<\/p>\n<p>Alles in allem: Inwieweit sich im Rahmen des Wasserstoffhochlaufes in Deutschland und Europa sinnvolle Investitionsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Anleger ergeben, h\u00e4ngt von vielen Faktoren ab, die aus heutiger Sicht noch nicht mit hoher Sicherheit bewertet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\n\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t<\/div>\n\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t<\/section>\n\n\n<section class=\"snk-section snk-section_xs\">\n\t<div class=\"container container-xs snk-testimonial-container\">\t<div class=\"row\">\n\t\t<div class=\"snk-testimonial\">\n\t\t\t<div class=\"snk-testimonial-inner\">\n\t\t\t\t<div class=\"snk-testimonial-content-wrapper\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"snk-testimonial-content\">\n\t\t\t\t\t\t<figure class=\"snk-testimonial-quote\">\n\t\t\t\t\t\t\t<blockquote><p>Der Markthochlauf im Segment &#8222;Gr\u00fcner Wasserstoff&#8220; muss durch wirtschaftlich skalierbare Projekte dominiert sein, damit er f\u00fcr Anleger interessant ist.<\/p><\/blockquote>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<figcaption class=\"snk-testimonial-caption snk-text_sm\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"snk-testimonial-name\">Dr. Andreas Peppel<\/div>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"snk-testimonial-title\">Managing Director Institutional Investment Consulting Partners<\/div>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/figcaption>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/figure>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\t\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n<\/section>\n\t","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Laut der j\u00fcngsten Umfrage des Bundesverbandes Alternative Investments e.V. 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