{"id":27317,"date":"2026-04-14T07:01:47","date_gmt":"2026-04-14T07:01:47","guid":{"rendered":"https:\/\/assetphysics.com\/?p=27317"},"modified":"2026-04-14T07:01:47","modified_gmt":"2026-04-14T07:01:47","slug":"wenn-wind-und-sonne-pause-haben-schluesselbeitraege-von-grossbatteriespeichern-bei-dunkelflauten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/assetphysics.com\/de\/wenn-wind-und-sonne-pause-haben-schluesselbeitraege-von-grossbatteriespeichern-bei-dunkelflauten\/","title":{"rendered":"Wenn Wind und Sonne Pause haben \u2013 Schl\u00fcsselbeitr\u00e4ge von Gro\u00dfbatteriespeichern bei Dunkelflauten"},"content":{"rendered":"\n\n\n\t<section class=\"snk-section snk-section_xs\" >\n\t\t<div class=\"container container-xs\">\n\n\t\t\t\n\n\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"row snk-textColumns\">\n\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"col col-12 snk-textColumn\">\n\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"snk-textBlock\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p>Dunkelflauten l\u00f6sen im deutschen Stromnetz grunds\u00e4tzlich Stress aus. Am 8. November 2025 sackte die kombinierte Einspeisung aus Wind- und Solarenergie in Deutschland zeitweise auf nur 665 MW ab. Das entsprach lediglich 0,35 % der installierten Wind- und PV-Leistung.<\/p>\n<p>Am 25. November 2025 stieg der deutsche Day-Ahead-Strompreis auf 262 EUR\/MWh und lag somit deutlich \u00fcber dem November-Monatsmittel von 103,7 EUR\/MWh. Solche Ausschl\u00e4ge sind signifikant \u2013 aber sie bewirken noch keinen Versorgungsnotstand. Sie verdeutlichen vor allem: Das Stromnetz verlangt bei solchen Ereignissen nach geeigneten Flexibilit\u00e4tsmechanismen.<\/p>\n<p><strong>Dunkelflaute \u2013 Begriff nicht einheitlich definiert<\/strong><\/p>\n<p>Der Begriff Dunkelflaute beschreibt zun\u00e4chst eine Wetterlage, in der wenig Wind weht und gleichzeitig kaum Solarstrom erzeugt wird. Eine einheitliche, rechtsverbindliche Definition gibt es daf\u00fcr nicht. In der energiewirtschaftlichen Praxis bezeichnet der Begriff daher eher eine ungew\u00f6hnlich schwache kombinierte Einspeisung aus Wind und Sonne \u00fcber mehrere Stunden oder Tage.<\/p>\n<p>Eine Dunkelflaute impliziert nicht automatisch, dass Deutschland \u00fcber zu wenig Strom verf\u00fcgt oder kurz vor einem Blackout steht. Letztlich ist das deutsche Stromsystem in einen europ\u00e4ischen Strommarkt eingebettet, in dem L\u00e4nder sich gegenseitig st\u00fctzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Der eigentliche Nerv des Systems: Konstante Frequenz von 50 Hertz<\/strong><\/p>\n<p>Der technisch wesentliche Pr\u00fcfstein des Stromsystems ist nicht zuerst der B\u00f6rsenpreis, sondern die Netzfrequenz von 50 Hertz. Sie bleibt nur stabil, wenn Erzeugung und Verbrauch jederzeit im Gleichgewicht sind.<\/p>\n<p>Genau daf\u00fcr halten die \u00dcbertragungsnetzbetreiber ein mehrstufiges System aus Regelreserve vor: FCR (Frequency Containment Reserve), aFRR (automatic Frequency Restoration Reserve) und mFRR (manual Frequency Restoration Reserve).<\/p>\n<p>Diese drei Produkte stabilisieren das Netz in zeitlicher Staffelung \u2013 von der schnellsten Reaktion bis zur nachgelagerten manuellen Reserve.<\/p>\n<p>Die FCR \u2013 fr\u00fcher meist Prim\u00e4rregelleistung genannt \u2013 muss innerhalb von 30 Sekunden vollst\u00e4ndig wirksam sein. Die aFRR muss innerhalb von f\u00fcnf Minuten bereitstehen; die mFRR wird als nachgelagerte manuelle Reserve aktiviert und greift in einem Zeitfenster von rund 12,5 Minuten. Ziel all dieser Mechanismen ist es, Frequenzschwankungen aufzufangen und das Netz auf dem Sollwert zu halten. Dunkelflauten sind deshalb nicht in erster Linie ein Blackout-Risiko, sondern ein Belastungstest daf\u00fcr, wie gut diese Instrumente, M\u00e4rkte und Kraftwerksparks zusammenspielen.<\/p>\n<p><strong>Die gro\u00dfe Irritation: Hohe Preise, aber kein Strommangel<\/strong><\/p>\n<p>Wenn bei Dunkelflauten die Preise an der Stromb\u00f6rse steigen, ist das systemisch logisch: Der Preis spiegelt Angebot und Nachfrage wider. Wenn Wind und Sonne gleichzeitig ausfallen, verschwinden gro\u00dfe Mengen g\u00fcnstiger Erzeugung aus dem Markt. Dann springen im Betrieb teurere (Gas-)Kraftwerke ein \u2013 und der Preis steigt.<\/p>\n<p>Das Preissignal geht an die Marktakteure: Wer Strom verschieben, speichern oder kurzfristig bereitstellen kann, wird in solchen Phasen wirtschaftlich pl\u00f6tzlich hochrelevant.<\/p>\n<p><strong>Die Stunde der Flexibilit\u00e4t<\/strong><\/p>\n<p>Damit wird die Dunkelflaute zum Lackmustest der Energiewende. Fr\u00fcher war das System auf gro\u00dfe, tr\u00e4ge Kraftwerke gebaut. Heute braucht es zunehmend die F\u00e4higkeit, rasch auf Knappheit oder \u00dcberschuss zu reagieren. Nicht die durchschnittliche Stromproduktion entscheidet dann \u00fcber Stabilit\u00e4t, sondern die Qualit\u00e4t der Flexibilit\u00e4tsarchitektur: Netze, Speicher, Handelsmechanismen, Reservekraftwerke, Redispatch, Nachfrageverschiebung.<\/p>\n<p><strong>Warum Gro\u00dfbatterien pl\u00f6tzlich systemrelevant werden<\/strong><\/p>\n<p>Hier kommen Gro\u00dfbatteriespeicher ins Spiel. Ihre vielleicht gr\u00f6\u00dfte St\u00e4rke ist nicht, tagelang das ganze Land zu versorgen. Ihre St\u00e4rke ist Zeit. Sie reagieren extrem schnell, k\u00f6nnen sowohl laden als auch entladen und sind damit ideal f\u00fcr ein Stromsystem, das auf kurze Knappheits- und \u00dcberschusssituationen in Minuten- und Stundenlogik reagieren muss. Das Fraunhofer ISE bezeichnet Batterien ausdr\u00fccklich als einen zentralen Schl\u00fcssel f\u00fcr eine nachhaltige und versorgungssichere Strombereitstellung.<\/p>\n<p>Am Spotmarkt bedeutet das: Batterien k\u00f6nnen Strom in g\u00fcnstigen Stunden aufnehmen und ihn dann abgeben, wenn er knapp und teuer wird. Gerade in Dunkelflauten sind typischerweise die Morgen- und Abendstunden besonders wertvoll, weil dann die Nachfrage hoch ist und Solarstrom wenig oder gar nicht zur Verf\u00fcgung steht.<\/p>\n<p><strong>Noch wichtiger: Batterien stabilisieren das Netz in Echtzeit<\/strong><\/p>\n<p>Mindestens ebenso bedeutsam ist die Rolle der Batterien auf dem Regelleistungsmarkt. Weil sie im Millisekunden- bis Sekundenbereich reagieren k\u00f6nnen, eignen sie sich technisch hervorragend f\u00fcr Produkte wie FCR und in vielen F\u00e4llen auch f\u00fcr aFRR. Sie k\u00f6nnen also nicht nur Energie verschieben, sondern unmittelbar zur Frequenzhaltung beitragen \u2013 genau dort, wo das Stromsystem in kritischen Momenten am verletzlichsten ist.<\/p>\n<p>Die Marktarchitektur daf\u00fcr ist l\u00e4ngst vorhanden. Auf dem deutschen Regelreservemarkt werden Leistungsvorhaltung und \u2013 je nach Produkt \u2013 auch die tats\u00e4chlich erbrachte Arbeit \u00fcber standardisierte Ausschreibungen und Aktivierungsmechanismen verg\u00fctet. Bei FCR wird vor allem die Vorhaltung entlohnt; bei aFRR und mFRR spielen sowohl Vorhaltung als auch Aktivierung eine Rolle. Gerade weil Batterien symmetrisch reagieren k\u00f6nnen \u2013 also Strom einspeisen und aufnehmen \u2013, passen sie in diese M\u00e4rkte besonders gut.<\/p>\n<p><strong>Die Dunkelflaute als Realit\u00e4tscheck der Energiewende<\/strong><\/p>\n<p>Die Dunkelflaute ist damit weniger ein Schreckgespenst als ein ehrlicher Realit\u00e4tscheck. Wenn Wind und Sonne Pause machen, m\u00fcssen jene Technologien und Marktmechanismen funktionieren, die im Alltag oft unsichtbar bleiben. Gro\u00dfbatterien geh\u00f6ren als Speichermedien in jedem Fall dazu.<\/p>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\n\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t<\/div>\n\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t<\/section>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dunkelflauten l\u00f6sen im deutschen Stromnetz grunds\u00e4tzlich Stress aus. Am 8. November 2025 sackte die kombinierte Einspeisung aus Wind- und Solarenergie in Deutschland zeitweise auf nur 665 MW ab. 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