{"id":4199,"date":"2025-02-19T13:17:21","date_gmt":"2025-02-19T13:17:21","guid":{"rendered":"https:\/\/assetphysics.com\/?p=4199"},"modified":"2025-02-19T13:17:21","modified_gmt":"2025-02-19T13:17:21","slug":"wahlkampf-in-deutschland-wohnen-ist-eine-der-prioritaeten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/assetphysics.com\/de\/wahlkampf-in-deutschland-wohnen-ist-eine-der-prioritaeten\/","title":{"rendered":"Wahlkampf in Deutschland: Wohnen ist eine der Priorit\u00e4ten"},"content":{"rendered":"\n\t<section class=\"snk-section snk-section_xs\" >\n\t\t<div class=\"container container-xs\">\n\n\t\t\t\n\n\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"row snk-textColumns\">\n\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"col col-12 snk-textColumn\">\n\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"snk-textBlock\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<h3>Wahlkampf in Deutschland: Wohnen ist eine der Priorit\u00e4ten<\/h3>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p><strong>Der Wohnungsmarkt wird wie jeder Markt durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Die Politik kann durch verschiedene Ma\u00dfnahmen Einfluss auf beide Seiten nehmen. Angesichts der hohen sozialen Sprengkraft des Themas Wohnen haben auch die meisten der bei der Bundestagswahl am 23. Februar 2025 antretenden Parteien jeweils ihre geplante Wohnpolitik in ihrem Wahlprogramm adressiert. Nach aktuellen Umfragen (Stand 12.02.25) liegt die CDU mit einem Anteil von 29,0 Prozent bei den W\u00e4hlern vorne. Wie w\u00fcrde sich eine konservativ gepr\u00e4gte Regierung auf den Wohnimmobilienmarkt und auf Wohnimmobilien als Assetklasse f\u00fcr institutionelle Investoren auswirken?<\/strong><\/p>\n<p>Der Wohnungsmarkt ist im Fr\u00fchjahr 2025 noch immer in einer angespannten Situation. In ihrem Fr\u00fchjahrsgutachten bem\u00e4ngeln die Immobilienweisen das sinkende Angebot an neuen Wohnungen. Das von der bisherigen Bundesregierung angepeilte Ziel von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr wurde wiederholt verfehlt. F\u00fcr 2024 werden 260.000 fertig gestellte Wohnungen gesch\u00e4tzt, in diesem Jahr geht man von einer Anzahl von 230.000 neuen Wohnungen aus. Die L\u00fccke zwischen Angebot und Nachfrage wird immer gr\u00f6\u00dfer. Auch weiterhin bleibt die Baut\u00e4tigkeit angesichts weiterhin recht hoher Zinsen gegen\u00fcber den letzten Jahren und gestiegenen Baukosten tr\u00e4ge. Jedoch sehen die Immobilienweisen auch positive Signale: durch die sinkenden Zinsen haben sich die Finanzierungsbedingungen immerhin verbessert.<\/p>\n<p><strong>Wohnungsbau ankurbeln<\/strong><\/p>\n<p>Ein Projekt der gescheiterten Ampel-Regierung, das wohl mit am meisten f\u00fcr Unmut in der Bev\u00f6lkerung, vor allem unter Hausbesitzern, gesorgt hat, war die Novelle des Geb\u00e4udeenergiegesetzes (GEG), auch Heizungsgesetz genannt. Kaum ein regulatorisches Thema hat die Gem\u00fcter mehr bewegt und wurde so emotional diskutiert. Die CDU verk\u00fcndet in ihrem Parteiprogramm, das Heizungsgesetz wieder zur\u00fcckzunehmen. Konkrete alternative Pl\u00e4ne, wie sonst Klimaneutralit\u00e4t im Geb\u00e4udesektor und die Umsetzung der EU-Richtlinie \u00fcber die Gesamtenergieeffizienz von Geb\u00e4uden in nationales Recht gelingen kann, fehlen. Der steigende CO2-Preis f\u00fcr die Nutzung fossiler Energietr\u00e4ger \u2013 dieser wird j\u00e4hrlich, zuletzt auf 55 Euro pro Tonne, angehoben und ab 2027 in ein europ\u00e4isches Emissionshandelssystem \u00fcbergehen \u2013 \u00a0f\u00fchrt dar\u00fcber hinaus zu wachsenden Nebenkosten f\u00fcr Vermieter und Mieter. Energieeffizienz wird als Qualit\u00e4tskriterium f\u00fcr Wohnimmobilien also weiterhin wichtig bleiben.<\/p>\n<p>Die CDU plant vor allem durch Erh\u00f6hung des Angebots die Lage am Wohnimmobilienmarkt zu verbessern. Durch eine Vereinfachung des Bauordnungs- und Raumordnungsrechts und die Beschleunigung von Planungs\u2011, Genehmigungs- und Bauverfahren soll der Bau angekurbelt werden. Durch die Ausweisung von neuem Bauland und die F\u00f6rderung von innovativen und einfachen Bauarten wie dem Geb\u00e4udetyp E soll das Angebot an Wohnungen ausgebaut werden.<\/p>\n<p><strong>Migration soll begrenzt werden, aber ist f\u00fcr deutsche Wirtschaft unerl\u00e4sslich<\/strong><\/p>\n<p>Durch die gestiegenen Bau- und Finanzierungskosten ist der Kauf von Wohnimmobilien merklich zur\u00fcckgegangen. Dies hat dazu gef\u00fchrt, dass potenzielle K\u00e4ufer in den ohnehin schon angespannten Mietermarkt ausgewichen sind, was zus\u00e4tzlich die Nachfrage im Mietwohnungsmarkt und damit die Mieten in die H\u00f6he getrieben hat. Die CDU plant die F\u00f6rderung von Wohneigentum. Dazu soll beim ersten eigenen Heim bei der Grunderwerbssteuer ein Freibetrag 250.000 Euro pro Erwachsenen und 150.000 Euro pro Kind gelten.<\/p>\n<p>Zwei wesentliche Treiber f\u00fcr die Nachfrage am Immobilienmarkt sind die Zunahme von kleinteiligen Haushalten (1 bis 2 Personen) in den Metropolen und im st\u00e4dtischen Umland sowie die Zuwanderung. Bis 2035 prognostiziert das Statistische Bundesamt f\u00fcr die Haushalte in Deutschland ein Wachstum um 3 %, in den Top 50-St\u00e4dten um 3,9 % und in den Top 7\u2011St\u00e4dten sogar um 4,9 %.<\/p>\n<p>Laut dem Zensus von 2022 bel\u00e4uft sich die deutsche Bev\u00f6lkerung auf 82,7 Mio. Menschen. Nach der historisch hohen Zuwanderungswelle infolge des Ukraine-Krieges im Jahr 2022 hat sich die Nettozuwanderung im Jahr 2023 mit 663.000 Personen wieder mehr in Richtung des langj\u00e4hrigen Mittelwerts bewegt. F\u00fcr 2024 geht das Statistische Bundesamt von einer Nettozuwanderung von 400.000 bis 440.000 Personen aus, was einen R\u00fcckgang um mindestens 34 % im Vergleich zum Vorjahr bedeuten w\u00fcrde. Angesichts der geplanten strengeren Migrationspolitik, vor allem bei einer konservativ dominierten Regierung, kann davon ausgegangen werden, dass die Zuwanderung nach Deutschland in den n\u00e4chsten Jahren st\u00e4rker begrenzt wird. Da die deutsche Wirtschaft aber noch immer unter Fachkr\u00e4ftemangel leidet, wird auch eine neue konservative Regierung nicht auf qualifizierte ausl\u00e4ndische Fachkr\u00e4fte verzichten k\u00f6nnen und zumindest hier die Zuwanderung f\u00f6rdern. Ein geringerer Zuwanderungsstrom w\u00fcrde den Druck auf den Mietmarkt verringern. Ob dies aber ausreicht, dass Mieten sich r\u00fcckl\u00e4ufig entwickeln, darf bezweifelt werden.<\/p>\n<p><strong>Mietpreisbremse &amp; Co wirken f\u00fcr Vermieter abt\u00f6rnend<\/strong><\/p>\n<p>In Deutschland finden wir einen staatlich regulierten Mietmarkt vor, der vor allem die Mieterseite st\u00fctzt und sch\u00fctzt. Ma\u00dfnahmen wie die Mietpreisbremse wirken sich jedoch eher nachteilig f\u00fcr den Mietwohnung Markt aus, der Vermieter weniger Anreise zu haben, Bestandswohnungen zu errichten f\u00fcr den Zweck der Vermietung. Auch die CDU spricht sich in ihrem Wahlprogramm f\u00fcr einen \u201ewirksamen und angemessenen\u201c Mieterschutz aus, unter anderem durch Regulierung der Mieth\u00f6he. Wie dies umgesetzt werden soll, ist noch nicht dargelegt.<\/p>\n<p><strong>Theorie versus Realit\u00e4t<\/strong><\/p>\n<p>Welche Partei bei der Bundestagswahl letztendlich als Sieger hervorgehen und welche Koalition sich bilden wird, k\u00f6nnen wir nicht genau vorhersagen. Auch bleibt abzuwarten, welche der Programmpunkte wirklich umgesetzt werden. Eine konservativ dominierte Regierung unter der CDU w\u00fcrde laut Wahlprogramm auf entschlackte Bauvorschriften, beschleunigte Bauverfahren und einfache und innovative Bauweisen setzen, um die Angebotsseite im Wohnungsmarkt zu st\u00e4rken. Die tendenziell sinkenden Zinsen wirken sich ebenso belebend f\u00fcr den Wohnungsbau aus, sind aber nicht von der Politik planbar. Durch eine st\u00e4rkere Begrenzung der Zuwanderung und die F\u00f6rderung von Wohneigentum kann auch Druck von der Nachfrageseite im Wohnungsmarkt genommen werden.<\/p>\n<p>Nach der Bodenbildung bei den Wohnimmobilienpreisen im vergangenen Jahr ist nun wieder mit steigenden Haus- und Wohnungspreisen zu rechnen. Semi-institutionelle und institutionelle Investoren steigen wieder in den Markt ein, um von den niedrigen Preisen bei einem stabilen Renditeniveau zu profitieren. Langfristig gesehen sollten Wohnimmobilien ungeachtet des Wahlausgangs bei den kommenden Wahlen ein Baustein im institutionellen Portfolio sein. Wohnen ist eben ein Grundbed\u00fcrfnis und wird weniger von Wirtschaftszyklen beeinflusst als andere Immobilienklassen. Um eine vern\u00fcnftige Rendite zu erzielen, ist aber eine sorgf\u00e4ltige Pr\u00fcfung der Wohnimmobilie vonn\u00f6ten, bei der vor allem die Lage entscheidet. Die Treiber auf der Nachfrageseite wie die Zunahme der (Klein-)Haushalte und Migration bleiben auch in den n\u00e4chsten Jahren intakt, was die Mieten anfacht. Ob eine Erh\u00f6hung des Mietwohnungsangebots wie geplant schnell umgesetzt werden kann, bleibt abzuwarten. Es baut sich halt auch nicht von heute auf morgen. Politischer Wille allein wird wieder nicht reichen \u2013 das haben die letzten Jahre bereits bewiesen.<\/p>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<a class=\"snk-btn-link\" href=\"https:\/\/intelligent-investors.de\/wahlkampf-in-deutschland-wohnen-ist-eine-der-prioritaeten\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span><\/span><\/a>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\n\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t<\/div>\n\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t<\/section>\n\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Licht am Ende des Tunnels auf dem Immobilienmarkt wird 2025 heller \u2013 zumindest bei Wohnimmobilien. Die Marktbelebung geht einher mit einem anhaltenden Fokus der Investoren auf Energieeffizienz, erkl\u00e4rt Adalbert Pokorski vom Investment- und Asset-Manager f\u00fcr Wohnimmobilien Greenwater Capital.<\/p>\n","protected":false},"author":59,"featured_media":2290,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"inline_featured_image":false,"_co_authors":[],"footnotes":""},"categories":[7,10],"tags":[],"type_content":[18],"class_list":["post-4199","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-cases","category-real-estate","type_content-article"],"acf":{"homepage_featured_article":false},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/assetphysics.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4199","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/assetphysics.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/assetphysics.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/assetphysics.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/59"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/assetphysics.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4199"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/assetphysics.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4199\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4230,"href":"https:\/\/assetphysics.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4199\/revisions\/4230"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/assetphysics.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2290"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/assetphysics.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4199"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/assetphysics.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4199"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/assetphysics.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4199"},{"taxonomy":"type_content","embeddable":true,"href":"https:\/\/assetphysics.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/type_content?post=4199"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}