Hitzestress entwickelt sich zum strukturellen Standort- und Gebäuderisiko für die Immobilienwirtschaft. Eine deutschlandweite Analyse von Wüest Partner zeigt, dass steigende Hitzebelastungen die Standortqualität, Nutzbarkeit und die Anforderungen an Immobilien zunehmend beeinflussen. Besonders betroffen sind verdichtete Räume im Südwesten Deutschlands.
„Klimatische Risiken sollten in Standort-, ESG- und Investitionsentscheidungen frühzeitig mitgedacht werden“, sagt Sophie Nieder, Senior Economic Market Analyst bei Wüest Partner. „Für Investoren, Eigentümer und Kommunen wird es zunehmend entscheidend, die klimatische Qualität eines Standorts frühzeitig zu verstehen und dort, wo erforderlich, die richtigen Maßnahmen zu ergreifen.“
Südwestdeutschland besonders belastet
Die Untersuchung zeigt deutliche regionale Unterschiede. Besonders hohe Belastungswerte finden sich in verdichteten urbanen Räumen wie dem Rhein-Ruhr-Gebiet, den Metropolregionen Berlin, Hamburg, München und Stuttgart sowie insbesondere im Rhein-Neckar- und Oberrheingebiet. Dort führt die Kombination aus hoher klimatischer Grundbelastung, dichter Bebauung und starker Versiegelung zu den bundesweit höchsten Hitzestresswerten.
Deutlich geringere Belastungen weisen dagegen küstennahe Regionen, waldreiche Gebiete und Gemeinden mit ausgeprägten Grün- und Wasserflächen auf. Vor allem die klimatisch ausgleichende Wirkung großer Wasserflächen sowie eine bessere Luftzirkulation wirken hier entlastend.
Mikrolage entscheidet über Hitzebelastung
Die Studie zeigt zudem, dass Hitzestress nicht allein auf Ebene ganzer Städte betrachtet werden sollte. Bereits zwischen unmittelbar benachbarten Quartieren können erhebliche Unterschiede auftreten.





