Neuer Standard für die Immobilienwirtschaft: gif e.V. und gpti e.V. veröffentlichen integriertes Wertschöpfungskonzept 2026
Die gif Gesellschaft für Immobilienwirtschaftliche Forschung e.V. und die gpti – German Platform for Technology and Innovation e.V. veröffentlichen mit dem neuen „Wertschöpfungskonzept für die Bau- und Immobilienwirtschaft“ die erste gemeinsame Publikation ihrer Zusammenarbeit. Das Arbeitspapier entwickelt einen integrierten und kundenzentrierten Referenzrahmen für die Immobilienwirtschaft und bildet die Wertschöpfung über den gesamten Lebenszyklus einer Immobilie ab.
Ausgangspunkt sind zentrale Herausforderungen der Branche: fragmentierte Prozesse und Verantwortlichkeiten, Medienbrüche sowie heterogene IT- und Datenlandschaften. Das Wertschöpfungskonzept setzt hier an und schafft eine gemeinsame Struktur, in der Prozesse, Akteure, Daten und Kundenanforderungen miteinander verknüpft werden. Dafür wird der Lebenszyklus einer Immobilie in neun aufeinander aufbauende Wertschöpfungsstufen gegliedert: Bedarfsermittlung, Standortfindung & Ankauf, Konzeption, Planung & BIM, Materialbeschaffung, Bauausführung & Steuerung, Vermarktung, Portfolio & Asset Management, technischer Betrieb, kaufmännischer Betrieb sowie Verwertung / Exit. Die neun Stufen werden wiederum vier übergeordneten Phasen der Customer Journey zugeordnet: Initiation & Planung (Stufen 1–3), Realisierung & Vermarktung (Stufen 4–5), Bewirtschaftung & Management (Stufen 6–8) sowie Abschluss (Stufe 9). Damit entsteht eine durchgängige Systematik, die bislang veröffentliche Lebenszyklusmodelle und bisher häufig getrennt betrachtete Bereiche der Bau- und Immobilienwirtschaft miteinander verbindet.
Über alle Wertschöpfungsstufen hinweg folgt das Konzept drei zentralen Leitprinzipien: Customer Journey & Kundenzentrierung, Digitalisierung & Daten sowie Nachhaltigkeit & ESG. In jeder Stufe werden der jeweilige Primärkunde, dessen Anforderungen und der konkrete Kundennutzen betrachtet. Durchgängige Datenflüsse und Schnittstellen sollen gleichzeitig eine konsistente Datenverfügbarkeit über den gesamten Lebenszyklus ermöglichen. Bestehende Standards wie die gif-IDA-Standards sollten dabei eingebunden werden. Nachhaltigkeitsanforderungen und regulatorische Rahmenbedingungen werden ebenfalls über alle Lebenszyklusphasen hinweg berücksichtigt. Ergänzend ordnet das Wertschöpfungskonzept die relevanten Marktakteure den einzelnen Stufen zu. Berücksichtigt werden sowohl die strategische (Entscheidungs-)Ebene mit Eigentümern, Fonds- und Investment Managern sowie Portfolio Managern als auch die operative Leistungsebene mit Projektentwicklern, Architekten, Bauunternehmen, Asset-, Property- und Facility-Managern, Banken und Kommunen.



