Der deutsche Industrie- und Logistikimmobilienmarkt setzte seinen Erholungskurs im ersten Halbjahr 2026 fort. Mit einem Flächenumsatz von 3,8 Millionen Quadratmetern im ersten Halbjahr 2026 übertraf der Markt das Vorjahresergebnis um 28 Prozent. Besonders dynamisch entwickelte sich der Vermietungsumsatz, dessen Ergebnis gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 um 41 Prozent zulegte. Wesentlicher Treiber dieser Entwicklung war unter anderem die Rückkehr großvolumiger Anmietungen: Nachdem entsprechende Abschlüsse im Vorjahr ausgeblieben waren, wurden in den ersten sechs Monaten 2026 bereits 13 Mietverträge über 50.000 Quadratmeter registriert.
Deutschland behauptet dabei seine Rolle als einer der führenden Logistikmärkte Europas. Globale Lieferkettenverschiebungen und geopolitische Entwicklungen beeinflussen zunehmend die Nachfrageentwicklung. Neue Impulse setzen insbesondere asiatische Unternehmen sowie Branchen mit sicherheitsrelevanten Logistikanforderungen. Diese zusätzliche Nachfrage trifft jedoch weiterhin auf ein begrenztes Angebot: Vor allem die schwache Neubaupipeline und fehlende moderne Logistikflächen bremsen das Marktgeschehen.
Zu den größten Abschlüssen des ersten Halbjahrs zählen zwei Anmietungen asiatischer Nutzer – ein Neubauprojekt mit 58.000 Quadratmetern in Rieste sowie eine Bestandsimmobilie mit 52.000 Quadratmetern in Oelde. Hinzu kommt die BTS-Neubauentwicklung für das Bekleidungsmanagement der Bundeswehr in der Region Nürnberg mit rund 65.250 Quadratmetern.
Der Anteil asiatischer Unternehmen am Flächenumsatz stieg im ersten Halbjahr auf 11 Prozent und liegt damit weiterhin deutlich über dem Vorjahreswert. Besonders gefragt sind moderne Logistikflächen in Regionen mit guter Anbindung an internationale Warenströme, etwa in Frankfurt, Hamburg oder im Ruhrgebiet. Gleichzeitig stellen kurze Planungshorizonte und die teilweise eingeschränkte Bonität asiatischer Nutzer Eigentümer und Investoren weiterhin vor Herausforderungen. So kann nicht jedes Flächengesuch bedient werden, da geeignete Flächen häufig fehlen. Zudem verlängern sich Investmentprozesse aufgrund der eingeschränkten Bonität des Nutzers.





