

Infrastruktur gilt als stabil, planbar, vertraglich abgesichert. Cashflows sind „contracted“.
Und doch kann ein Teil des Risikos übersehen oder zumindest unterschätzt werden: Merchant Risk. Das kann in manchen Fällen zum Beispiel daran liegen, dass er sich in der Struktur mitunter vorteilhafter präsentieren will, als er ökonomisch eigentlich ist.
Die Abgrenzung ist schnell formuliert:
Das ist klar in der Theorie, aber unscharf in der Praxis. Denn Assets können sich zwischen diesen Polen bewegen – und die Fondsstruktur verstärkt diese Unschärfe oft noch.
Beispiele:
Der zentrale Punkt ist: Der Vertrag stabilisiert den Cashflow. Er erzeugt ihn nicht.
Damit wird die eigentliche Aufgabe klar:
Denn ein scheinbar stabiles Ausschüttungsprofil ist nicht zwingend Ausdruck geringer Volatilität, wenn es schlicht deren Verlagerung ist. Oder anders: Manchmal kauft man nicht nur Stabilität, sondern den Sack dazu.
Ist Merchant Risk identifiziert, stellt sich nicht nur die Frage nach Vermeidung, sondern auch nach Gestaltung. Gerade bei neueren Infrastrukturtypen liegt hier der Hebel.
Strukturen können so aufgebaut, dass Marktvolatilität nicht verschwindet –
aber in eine Form überführt wird, die tragfähig wird.
Zum Beispiel durch:
Das Ergebnis ist auch dann kein „contracted“ Investment im engeren Sinne, sondern ein bewusst gestaltetes Verhältnis von Markt und Vertrag.
Ein hierbei allgemein unterschätzter Hebel liegt dabei in der Zeitstruktur der Cashflows:
Wenn Rückflüsse frühzeitig erfolgen und volatilere Ergebnisbestandteile später anfallen, verschiebt sich das Risikoprofil deutlich zugunsten der Investoren. Das Risiko verschwindet dann zwar nicht, es wird aber anders verteilt.