- Transaktionsvolumen von 8,6 Milliarden Euro am Investmentmarkt (Wohnen und Gewerbe) bestätigt moderate Markterholung
- Gewerbesegment übertrifft Vorjahresauftakt um 25 Prozent – getragen von großvolumigen Portfoliotransaktionen
- Ausländisches Kapital deutlich aktiver
- Geopolitische Entwicklungen werden Marktbewegungen weiterhin beeinflussen
- Erneute Preiskorrekturen - auch im Core-Segment - nicht ausgeschlossen
Nach Angaben von Colliers wurden in Deutschland im ersten Quartal 2026 Immobilien im Wert von 8,6 Milliarden Euro gehandelt. Davon entfielen 6,5 Milliarden Euro auf Gewerbeimmobilien und 2,1 Milliarden Euro auf das institutionelle Wohnsegment ab zehn Wohneinheiten. Der Anstieg des Transaktionsvolumens von 11 Prozent gegenüber dem Vorjahresauftakt ist maßgeblich auf den Gewerbebereich zurückzuführen, der um 25 Prozent zulegte, während das Wohnsegment einen Rückgang von 16 Prozent verzeichnete. Die Zahl der Abschlüsse im Gewerbesegment erreichte das Vorjahresniveau, woraus sich eine leicht gestiegene durchschnittliche Transaktionsgröße von 20 auf 25 Millionen Euro ergibt.
Jahresauftakt im Zeichen moderaten Wachstums
Michael R. Baumann, Head of Capital Markets Germany bei Colliers ordnet ein: „Das Quartalsergebnis im Gewerbesegment entspricht der von uns erwarteten „Erholung in kleinen Schritten“ für das laufende Jahr – unter der Voraussetzung eines moderaten Wirtschaftswachstums und stabiler Rahmenbedingungen an den Finanz- und Kapitalmärkten. Der Rückgang des Transaktionsvolumens gegenüber dem umsatzstärksten vierten Quartal 2025 fällt mit minus 12 Prozent im historischen Vergleich moderat aus, da üblicherweise Schwankungen von 30 bis 40 Prozent zu beobachten sind. Gleichzeitig verzeichnen wir den stärksten Jahresauftakt seit dem Ende der zinsgetriebenen Boomphase.“
Gestützt wurde das Ergebnis durch insgesamt sechs großvolumige Transaktionen ab 200 Millionen Euro, die knapp 30 Prozent des Gesamtvolumens ausmachten. Vier davon entfielen auf Portfolioverkäufe, deren Marktanteil mit 28 Prozent den höchsten Stand seit 2022 erreichte. Die beiden größten Transaktionen sind dem Gesundheitssektor zuzuordnen. Dazu zählen die Mehrheitsübernahme des belgischen REITs Cofinimmo mit seinen 59 deutschen Pflegeimmobilien durch den belgischen REIT Aedifica sowie der Verkauf eines europäischen Portfolios mit 17 deutschen Kliniken und Ärztehäusern vom kanadischen REIT Northwest Healthcare Properties an den US-amerikanischen Assetmanager TPG. Diese marktprägenden Abschlüsse führten dazu, dass Gesundheits- und Sozialimmobilien mit einem Marktanteil von 16 Prozent nur knapp hinter Industrie- und Logistikimmobilien (17 Prozent) auf Platz vier der umsatzstärksten Nutzungsarten liegen. Kartellrechtlich genehmigt wurde zudem der bereits Ende 2025 angekündigte Übertrag des Thermenportfolios der Wund Stiftung an die Therme Group.




