Neubau bleibt gefragt, verliert aber weiter an Bedeutung
Die Marktaktivitäten haben sich auch in den vergangenen drei Monaten auf Bestandsimmobilien konzentriert. Für das erste Halbjahr summiert sich der Flächenumsatz in diesem Segment auf 201.600 Quadratmeter bei einem Marktanteil von 89,2 Prozent. Das Neubausegment, worunter Anmietungen in Neubauprojekten sowie der Bau von Eigennutzerprojekten gezählt werden, fällt mit 24.500 Quadratmetern auf das niedrigste Niveau innerhalb der letzten zehn Jahre. „Wichtig zu betonen bleibt dabei, dass dies nicht die Folge eines fehlendes Nutzerinteresses an Neubauflächen ist. Im Gegenteil, die Nachfrage nach entsprechenden Flächen ist hoch“, so Weyrauch. Vor allem in den zentralen Teillagen kann diese aber nicht befriedigt werden. „Allerdings zieht der Neubau trotz des Nachfrage-Angebots-Ungleichgewichts nicht richtig an, was mit fehlenden geeigneten Bauflächen, hohen Bau- und Finanzierungskosten sowie regulatorischen Anforderungen, aber auch einer steigenden Unsicherheit bezüglich der zukünftigen Nachfrageentwicklung und vor allem einer selektiveren Finanzierung der Banken zu begründen ist“, sagt Tilse. Infolgedessen steigen die Mieten weiter. So beläuft sich die Spitzenmiete für Lager- und Logistikflächen ab 5.000 Quadratmetern zur Jahresmitte auf 8,90 Euro pro Quadratmeter. Dies sind 30 Cent mehr als im Vorquartal. Gegenüber dem Sommer 2025 entspricht dies einem Plus von 70 Cent. „Parallel verschieben sich die Marktaktivitäten in die Außenbereiche des Marktgebiets. So fand die größte Projektanmietung im bisherigen Jahresverlauf mit fast 20.000 Quadratmeter durch die MSK Pharma Group in einer Entwicklung in Bensheim statt“, sagt Kanzler.