Die Gesellschaft für Immobilienwirtschaftliche Forschung e.V. (gif) veröffentlicht mit der „Richtlinie Digitale Transformation“ einen praxisorientierten Orientierungs- und Handlungsrahmen für die digitale Transformation von Immobilienunternehmen. Die Richtlinie ist aus der gif-Kompetenzgruppe Digitale Transformation hervorgegangen und wurde gemeinsam mit Autoren und Partnern aus Wissenschaft und Praxis entwickelt.
Im Mittelpunkt steht ein ganzheitliches Verständnis digitaler Transformation. Im Fokus stehen nicht einzelne Technologien oder isolierte Digitalisierungsprojekte, sondern die gezielte Weiterentwicklung des Unternehmens. Sie reicht von der strategischen Zielsetzung über die Umsetzung bis zur Verstetigung und kontinuierlichen Weiterentwicklung.
Ein zentrales Element der Richtlinie ist das gif Transformationsframework. Es verbindet sieben Erfolgsfaktoren mit einem aus fünf Phasen bestehenden Transformationsprozess. Das Bild einer Rakete veranschaulicht, wie diese Elemente innerhalb des Frameworks zusammenwirken. Strategie und Verstetigung, Kultur und Personal sowie Prozesse und Daten bilden die „Triebwerke“ der Transformation. Die Technologie bildet den Rumpf und stellt die technische Grundlage für die Umsetzung bereit. Die Fachbereiche nehmen im Cockpit den Pilotensitz ein: Sie geben die fachliche Richtung vor, formulieren die Anforderungen aus dem Kerngeschäft und steuern die Transformation. Die Darstellung verdeutlicht damit zugleich, dass digitale Transformation nicht allein eine Aufgabe der IT ist. Erst das Zusammenspiel der unterschiedlichen Faktoren ermöglicht nachhaltige Wirkung. „Digitale Transformation beginnt nicht mit der Auswahl einer Technologie, sondern mit der Frage, welche Entwicklung das Unternehmen erreichen will. Die Richtlinie unterstützt dabei, den eigenen Ausgangspunkt zu bestimmen, Ziele zu formulieren und die dafür notwendigen Voraussetzungen systematisch zu schaffen“, sagt Dr. Christoph Holzmann, Leiter der gif-Kompetenzgruppe Digitale Transformation.
Ein weiterer Schwerpunkt der Richtlinie ist das gif Reifegradmodell. Es bewertet deren Ausprägung anhand definierter Fragen und vollständig ausformulierter Antwortmöglichkeiten auf einer Skala von 1 bis 5. Damit unterstützt es Unternehmen dabei, ihre Ausgangslage einzuordnen und einen für ihre jeweilige Situation angemessenen Zielzustand zu bestimmen. Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, überall den höchstmöglichen Reifegrad zu erreichen. Entscheidend ist vielmehr, welche Fähigkeiten ein Unternehmen im Hinblick auf seine strategischen Ziele, sein Geschäftsmodell und seine Rahmenbedingungen benötigt.
„Transformation bedeutet nicht, in jedem Bereich den höchsten Reifegrad anzustreben. Entscheidend ist, die Fähigkeiten gezielt dort weiterzuentwickeln, wo sie für das jeweilige Unternehmen relevant sind und einen konkreten Beitrag leisten“, sagt Mahmoud Hawari, Co-Leiter der gif-Kompetenzgruppe Digitale Transformation.
Die Richtlinie strukturiert den Transformationsprozess in fünf Phasen: von den strategischen und organisatorischen Voraussetzungen über Ausgangslage und Zielzustand bis zur Umsetzung sowie Verstetigung und Weiterentwicklung. Bereits vor dem eigentlichen Start werden Voraussetzungen wie ein gemeinsames Verständnis von Zielen und Nutzen, klare Verantwortlichkeiten, ausreichende Ressourcen und entsprechende Freiräume betrachtet. Die Richtlinie zeigt zudem, wie Unternehmen klare Verantwortlichkeiten schaffen, Maßnahmen nach ihrem praktischen Nutzen priorisieren und anhand geeigneter Kennzahlen überprüfen können, ob die digitale Transformation messbar zur Zielerreichung beiträgt.
Verstetigung und Weiterentwicklung nehmen dabei eine übergreifende Rolle ein. Transformation endet nicht mit dem Abschluss eines Projekts oder dem Go-Live einer neuen Anwendung. Entscheidend ist, ob Veränderungen im Arbeitsalltag tatsächlich genutzt werden, den erwarteten Nutzen erzeugen und bei veränderten Rahmenbedingungen weiterentwickelt werden können. Die Richtlinie richtet sich insbesondere an Vorstände, Geschäftsführungen, Eigentümer sowie Führungskräfte und Fachverantwortliche, die digitale Transformationsprozesse in Immobilienunternehmen gestalten oder begleiten. Drei fiktive Unternehmen, sogenannte Personas, und praxisnahe Anwendungsbeispiele veranschaulichen typische Ausgangssituationen entlang der immobilienwirtschaftlichen Wertschöpfungskette.
Mit der „Richtlinie Digitale Transformation“ stellt die gif der Immobilienwirtschaft einen strukturierten Rahmen zur Verfügung, der keinen einheitlichen Transformationsweg vorgibt. Vielmehr unterstützt er Unternehmen dabei, ihre Ausgangslage zu analysieren, einen geeigneten Zielzustand zu bestimmen, Veränderungen zu priorisieren und deren Wirkung langfristig zu sichern. Die Richtlinie ist ab sofort im gif Onlineshop erhältlich: Link
Vorstellung auf der Expo Real 2026
Die „Richtlinie Digitale Transformation“ wird erstmals im Rahmen der Expo Real 2026 vorgestellt.
Dienstag, 6. Oktober 2026, 15:30 Uhr, Halle C1 / 140
Interessierte Vertreterinnen und Vertreter der Immobilienwirtschaft sind eingeladen, die Richtlinie und das zugrunde liegende gif Transformationsframework vor Ort kennenzulernen, mit den Beteiligten der Kompetenzgruppe ins Gespräch zu kommen und zu erleben, wie die Rakete der digitalen Transformation auf der Expo Real abhebt.





