Deutschland ist bei der Energiewende grundsätzlich auf Kurs, doch der Fortschritt verläuft uneinheitlich. Das zeigt der neue „Renewables Report Deutschland 2025: Immobilien und Erneuerbare Energien“ von Wüest Partner. Im ersten Halbjahr 2025 stammten bereits rund 61 Prozent des Nettostroms aus erneuerbaren Energien, ein Plus von 3,2 Prozentpunkten gegenüber 2023. Damit sind die Erneuerbaren zur tragenden Säule der Energieversorgung geworden. Insbesondere Photovoltaikdachanlagen entwickeln sich zum Motor der Energiewende, Immobilieninvestoren spielen dabei eine Schlüsselrolle.
Im 25. Jubiläumsjahr des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) bilanziert der Report, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien insgesamt gut vorankommt, allerdings mit klaren Unterschieden zwischen den Energieträgern. Windkraft bleibt die wichtigste Quelle, verfehlt aber weiterhin die angestrebten Ausbauziele. Solarenergie dagegen verzeichnete 2024 einen Rekordzubau von 17,3 Gigawatt. Gemäß des EEG soll künftig mindestens die Hälfte des Photovoltaikzubaus über Dachanlagen erfolgen. Damit werden PV-Dachanlagen regulatorisch wie ökonomisch faktisch zur Pflicht und gewinnen im Immobilienportfolio deutlich an Gewicht.
„Wer verfügbare Dachflächen ungenutzt lässt, verzichtet auf planbare Zusatzrenditen, CO₂-Reduktion und Wertsteigerung. Die Rahmenbedingungen sind gut genug, man muss nur anfangen“, betont Thomas Lehmann MRICS, Partner bei Wüest Partner.
Milliardenpotenzial für Immobilienfonds und Wandel der Dach-PV
Mit dem geplanten Standortförderungsgesetz (StoFöG) soll sich zeitnah für institutionelle Investoren ein neues Spielfeld eröffnen. Künftig könnten sie bis zu 15 Prozent ihres Vermögens in Projektgesellschaften investieren und ergänzende Infrastruktur wie Speicherlösungen oder Ladepunkte erwerben. Allein das Nettofondsvolumen offener Immobilienfonds birgt dadurch ein potenzielles Investitionsvolumen von mehr als 15 Milliarden Euro.






