Der Monat „Mai“ als Prüfstein für Immobilieninvestoren
Jedes Frühjahr geistert sie wieder durch die Finanzwelt: die Börsenweisheit „Sell in May and go away – and come back on St. Leger’s Day“. Ursprünglich aus dem angelsächsischen Raum stammend, geht sie auf ein saisonales Phänomen zurück: Wohlhabende britische Investoren verließen im Mai die Stadt, zogen sich in ihre Sommerresidenzen zurück – und mit ihnen ebbte auch die Handelsaktivität an den Börsen ab. Erst im September, pünktlich zum traditionsreichen Pferderennen in Doncaster, kehrten sie zurück – und mit ihnen frisches Kapital.
Doch kann man diese Kapitalmarktlogik auf den Immobilienmarkt übertragen? In einer Zeit, in der Schlagzeilen zwischen Zinswende, Wohnungsnot und Transaktionsflaute changieren, stellt sich die Frage: Gilt heute vielleicht eher ein „Buy in May“?
Nach zahlreichen Quartalen rückläufiger Preise und stagnierender Aktivität mehren sich die Anzeichen für eine Bodenbildung. Die Bewertung vieler Wohnimmobilien wirkt wieder deutlich realistischer. Erste Transaktionsdaten zeigen zaghaft steigende Volumina. Zugleich bleibt die Unsicherheit hoch: Wie nachhaltig ist dieser Trend? Wie stark wirkt Psychologie auf Timing-Entscheidungen? Und was sagen aktuelle Stimmungsindikatoren wirklich aus?
Zeit für einen Realitätscheck zwischen Stimmungsumschwung und fundamentaler Bewertung – und für eine kritische Auseinandersetzung mit den psychologischen Fallstricken auf dem Weg zur nächsten Investmententscheidung.





