Der deutsche Einzelhandel zeigt sich trotz anhaltend herausfordernder gesamtwirtschaftlicher Rahmenbedingungen widerstandsfähig, befindet sich jedoch weiterhin in einem tiefgreifenden strukturellen Wandel. Zu diesem Ergebnis kommt der Einzelhandelsteil des ZIA-Frühjahrsgutachtens Immobilienwirtschaft 2026, der von BBE Handelsberatung gemeinsam mit der IPH Gruppe erarbeitet wurde.
„Der Strukturwandel im Einzelhandel setzt sich fort, eröffnet aber zugleich neue Chancen für zukunftsfähige Immobilien, die flexibel auf veränderte Konsum- und Nutzungsanforderungen reagieren. Für Städte bleibt der stationäre Einzelhandel extrem wichtig, da er für viele Menschen den Auslöser für einen Besuch der Innenstadt darstellt“, sagt Joachim Stumpf, Geschäftsführer der BBE Holding und der IPH Gruppe.
Die Studie zeigt eine zunehmende Spreizung in der Marktentwicklung. Das zeigt sich vor allem bei Lebensmitteln im Vergleich zu Nonfood-Produkten. Während im Segment Lebensmittel in dem Zeitraum 2010 bis 2025 ein Umsatzplus von 44,8 Prozent zu verzeichnen gab, ging der Nonfood-Umsatz im gleichen Zeitraum um 8,6 Prozent zurück. Zu den Gewinnern zählen Discounter, die von der gestiegenen Preissensibilität vieler Verbraucher profitieren. Gleichzeitig treiben auch Markenhersteller ihre Expansion voran und bauen verstärkt eigene Storeformate auf, um ihre Kundinnen und Kunden direkt zu erreichen. Große Flächenbetreiber ergänzen ihre Strategien zunehmend um kleinere City-Formate. Ein weiterer Expansionsimpuls geht von Gesundheits- und Beautykonzepten aus, die verstärkt in hochfrequentierte Einkaufslagen drängen. Stabilste Säule des stationären Einzelhandels bleibt jedoch die Nahversorgung – also Lebensmittel- und Drogerieprodukte.
Zu den Verlierern zählt hingegen der mittelständische Nonfood-Fachhandel, der massiv unter Personalmangel, ungeklärten Nachfolgeregelungen sowie dem wachsenden Wettbewerbsdruck durch den Onlinehandel leidet. Insbesondere bei innenstadtprägenden Sortimenten wie Textil, Schuhe und Sport ist zu beobachten, dass der stationäre Umsatzanteil inzwischen vielfach unter die 50-Prozent-Marke gefallen ist.




