Die Immobilienmärkte in ostdeutschen B- und C-Städten wie Magdeburg, Erfurt und Chemnitz haben sich in den vergangenen Jahren spürbar stabilisiert. Nach Jahren der Transformation zeigen die Standorte heute solide Fundamentaldaten und eine insgesamt stabile Entwicklung: Während Miet- und Leerstandsniveaus zunehmend denen vergleichbarer westdeutscher Märkte ähneln, liegen Kaufpreise und Mieten weiterhin deutlich unter dem Niveau der großen Metropolregionen. Gleichzeitig bleiben die Märkte von strukturellen Herausforderungen geprägt. Perspektivisch wird insbesondere der demografische Wandel die Nachfrage nach Wohn- und Büroflächen dämpfen, auch wenn sie in vielen Segmenten kurzfristig stabil bleibt. Das sind zentrale Ergebnisse einer Online-Pressekonferenz von RUECKERCONSULT mit Experten von Colliers, der Barton Group und der Deutschen Bürohaus GmbH (DVI Gruppe).
Wohnungsmarkt: Steigende Mieten bei begrenztem Angebot
Der Wohnungsmarkt in ostdeutschen B- und C-Städten ist von einem rückläufigen Neubau geprägt, wodurch sich das Angebot weiter verknappt. In den vergangenen Jahren hat sich die Zahl verfügbarer Mietwohnungen teils deutlich reduziert, während die Nachfrage stabil bleibt. Vor diesem Hintergrund ist mittelfristig mit weiter steigenden Mieten zu rechnen, wenn auch auf vergleichsweise moderatem Niveau im Vergleich zu den Top-7-Städten. Gleichzeitig bleiben die Wohnkosten für viele Haushalte tragbar, da steigende Einkommen die Mietbelastung teilweise kompensieren. Die Mietbelastungsquote in den betrachteten Städten liegt bei rund 25 Prozent und damit deutlich unter dem Niveau der großen Metropolregionen. Ein wesentlicher Treiber steigender Wohnkosten sind dabei weniger die Nettokaltmieten als vielmehr gestiegene Energie- und Nebenkosten.
Johannes Rost, Associate Director Residential Capital Markets bei Colliers in Deutschland, ordnet ein: „Trotz eines insgesamt angespannten Marktumfelds entwickeln sich die Wohnungsmärkte in ostdeutschen B- und C-Städten vergleichsweise stabil. Der Nachfrageüberhang im Bestand wird sich durch die rückläufige Neubautätigkeit weiter verstärken, sodass auch künftig mit moderaten, aber kontinuierlichen Mietsteigerungen zu rechnen ist. Gleichzeitig bleibt Wohnen in diesen Märkten im bundesweiten Vergleich bezahlbar.“







