Auf dem Hamburger Büroflächenmarkt wurde im Jahr 2025 ein Flächenumsatz von insgesamt 410.000 m² erzielt. Damit liegt das Ergebnis rund 14 Prozent über dem Vorjahreswert und etwa 10 Prozent unter dem Fünfjahresdurchschnitt von 454.400 m². Das Marktgeschehen war weiterhin von Zurückhaltung geprägt. Viele Unternehmen entschieden sich daher erneut für Vertragsverlängerungen, die – ebenso wie Eigennutzerabschlüsse und Untervermietungen – nicht im Flächenumsatz enthalten sind. Gleichzeitig zeigt sich der Hamburger Büromarkt aufgrund seiner breiten Branchenstruktur resilient. „Im vierten Quartal war eine deutlich anziehende Nachfrage zu beobachten, die das Jahresergebnis spürbar stabilisiert hat“, berichtet Gordon Beracz, Leiter für Büroflächenvermietung bei Robert C. Spies in Hamburg.
Hohe Vorvermietungsquoten bleiben Voraussetzung
Trotz der geringen Anzahl an Neubauprojekten hält die bereits im zweiten Halbjahr erkennbare Belebung der Projektpipeline an. Projektentwickler treiben insbesondere gemischt genutzte Konzepte voran – Voraussetzung bleiben hohe Vorvermietungsquoten.
Parallel dazu wächst bei Eigentümern das Bewusstsein für die Zukunftsfähigkeit von Bestandsimmobilien. „Umfangreiche Revitalisierungen gewinnen an Bedeutung, auch wenn diese mit hohen Investitionskosten und baulichen Herausforderungen verbunden sind“, beobachtet Beracz. Die Nachfrage ist stabil, aber selektiv: Gesucht werden vor allem Flächen mit überzeugender Lage, moderner Ausstattung und effizienten Grundrissen. Zudem rücken die Betriebskosten in den Fokus. Nebenkosten von bis zu knapp 10 EUR/m² sind keine Seltenheit mehr und betreffen längst nicht nur ältere Gebäude. Vor allem Nutzer großer Flächen setzen aktuell auf Prolongationen, da sie auf neue Projektentwicklungen warten, die überwiegend erst im Zeitraum 2028 bis 2030 auf den Markt kommen werden.
„Markt im Markt“ wird sichtbarer – und der Leerstand steigt
Untervermietungen prägten das Marktgeschehen 2025 über nahezu alle Flächensegmente hinweg. Die Quote von Unter- und Nachvermietungen ist im Vergleich zum Vorjahr weiter gestiegen. Der offiziell ausgewiesene Leerstand beträgt aktuell rund 6 Prozent beziehungsweise 865.000 m² und dürfte sich in den ersten Monaten 2026 noch leicht erhöhen.
Neben dem sichtbaren Leerstand ist der verdeckte Leerstand weiterhin bedeutend. Dabei handelt es sich um Flächen, die zwar vertraglich vermietet sind, faktisch jedoch nicht genutzt werden. Dieser „Markt im Markt“ erreichte Ende 2025 ein Volumen, das in etwa dem offiziell ausgewiesenen Leerstand entspricht. „Auffällig ist dabei, dass aktuell sowohl der Flächenumsatz als auch der Leerstand steigen“, bemerkt Gordon Beracz und führt fort: „Ursache hierfür ist die Nutzung von Untermietflächen als Übergangslösung. Unternehmen mieten temporär an, verschaffen sich Planungssicherheit und wechseln später entweder in kleinere, dauerhafte Mietverhältnisse oder geben die Büroflächen vollständig zurück.“



