Energieeffizienz ist zu einem strukturellen Wertfaktor am Immobilienmarkt geworden. Die neue Studie „Die Wirkung von Nachhaltigkeit auf Immobilienwerte“ von Wüest Partner zeigt auf Basis von rund 1,38 Millionen Markt- und Angebotsdaten, wie messbar Energieeffizienz heute Mieten, Kaufpreise und Investitionsentscheidungen beeinflusst. Aufbauend auf der Analyse von Februar 2024 bestätigt die aktuelle Auswertung mit neuen Marktdaten: Nachhaltigkeit fließt systematisch in die Preisbildung ein.
Seit Februar 2024 hat sich der Einfluss von Nachhaltigkeit auf Immobilienwerte signifikant erhöht. Die aktuellen Auswertungen zeigen Preiswirkungen von plus 32 Prozent bei Eigentumswohnungen und Einfamilienhäusern, plus 36 Prozent bei Mehrfamilienhäusern und plus 31 Prozent bei Büroimmobilien. ESG-Qualität ist damit zu einem dauerhaften, datenbasierten Faktor der Marktpreisbildung geworden.
Messbare Preis- und Mieteffekte entlang der Energieeffizienzklassen
Die Analyse zeigt einen klaren, linearen und statistisch belastbaren Zusammenhang zwischen Energieeffizienzklassen und Marktwerten. Mit jeder schlechteren Effizienzklasse sinken sowohl Preise als auch Mieten messbar.
Im Wohnsegment reduziert sich die Kaltmiete im Durchschnitt um 0,22 Euro pro Quadratmeter je Effizienzklasse. Die Kaufpreise gehen bei Eigentumswohnungen und Einfamilienhäusern um durchschnittlich 107 Euro pro Quadratmeter, bei Mehrfamilienhäusern um 118 Euro pro Quadratmeter zurück.
Auch im Büromarkt sind die Effekte deutlich: Hier sinkt die Miete um 0,30 Euro pro Quadratmeter je Effizienzklasse, der Kaufpreis um rund 115 Euro pro Quadratmeter. Nachhaltigkeit wird damit zu einer klar quantifizierbaren wirtschaftlichen Größe und nicht länger zu einem abstrakten ESG-Kriterium. „Unsere neue Studie zeigt, dass energetische Sanierungen bereits heute einen belastbaren Business Case darstellen“, sagt Dr. Michael Heigl. „In der Transaktionsberatung beobachten wir zunehmend, dass Käufer ESG-bezogene Capex direkt vom Kaufpreis in Abzug bringen.“




