Trotz wachsender Sorgen um den Einfluss künstlicher Intelligenz auf klassische Bürojobs gibt es bislang keine Hinweise auf einen flächendeckenden Rückgang der Bürobeschäftigung in Europa aufgrund der neuen Technologie. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Analyse des internationalen Immobiliendienstleisters Savills, die europäische Arbeitsmarkt-, Konjunktur- und KI-Adoptionsdaten untersucht.
Die Untersuchung zeigt vielmehr, dass das Wirtschaftswachstum weiterhin der deutlich stärkere Treiber für die Entwicklung der Bürobeschäftigung ist als die Einführung von KI-Technologien. Während der Zusammenhang zwischen KI-Adoption und Beschäftigungsentwicklung vergleichsweise schwach ausfällt, besteht eine starke Korrelation zwischen wirtschaftlicher Dynamik und dem Wachstum bürobasierter Länder mit hoher KI-Nutzung wie die nordischen Märkte oder die Benelux-Staaten verzeichnen teilweise geringere Beschäftigungszuwächse.
Auch aktuelle Arbeitsmarktdaten stützen diese Einschätzung: Die Quote offener Stellen im Bereich der professionellen Dienstleistungen in der EU liegt laut Savills mit 2,4 % weiterhin auf dem Niveau des Durchschnitts vor der Pandemie. Dies spricht bislang gegen einen breit angelegten Rückgang der Beschäftigungsnachfrage in klassischen Bürosektoren.
Laut Savills ist dies jedoch primär auf nahezu vollständige Beschäftigung, demografische Entwicklungen und bereits hohe Einkommensniveaus zurückzuführen – nicht auf einen strukturellen KI-bedingten Stellenabbau.
Gleichzeitig expandieren viele der führenden KI-Unternehmen derzeit in europäischen Büromärkten. Databricks hat jüngst rund 13.000 Quadratmeter Bürofläche in Amsterdam angemietet, OpenAI plant seine erste dauerhafte Niederlassung in London und Anthropic baut seine Präsenz in Paris und München aus. Auch JetBrains zählt zu den aktivsten Tech-Nutzern hochwertiger Büroflächen in Deutschland: Das Unternehmen hat in München und Berlin jeweils rund 20.000 Quadratmeter in hochwertigen Büroentwicklungen angemietet.






