Ulrich Creydt, Steuerberater und Geschäftsführer, Ypsilon Group:
„Es ist nicht überraschend, dass die EZB den Zins auf dem bisherigen Niveau belässt. Sie hatte bereits Mitte Juni den Leitzins um 25 Basispunkte erhöht. Seitdem haben sich die wichtigsten wirtschaftlichen Grunddaten kaum verändert. Einzig die Rohöl-Preise sind in den zurückliegenden Tagen wieder stärker gestiegen, seitdem die USA militärisch stärker gegen den Iran vorgehen.
Es bleibt abzuwarten, ob diese Militärschläge vorübergehend oder von Dauer sind. Würde der Irankrieg eskalieren, könnte die deutsche Wirtschaft aufgrund massiver Energiepreiserhöhungen und Lieferkettenbeeinträchtigungen leiden: Inflation und Verbraucherpreise könnten steigen und die EZB könnte bei der nächsten Zinsentscheidung am 10. September die Zinsen anheben.
Aktuell aber dominiert eine abwartende Haltung, verbunden mit der Zuversicht, dass die aktuellen geopolitischen Verwerfungen keine Änderung der Geldpolitik erfordern. Stabile Zinsen sind gut für den Immobilienmarkt, der aktuell resilienter ist als gedacht. Trotz vieler geopolitischer Krisen sind die Transaktionszahlen im Investmentbereich im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sogar gestiegen.






