Geopolitische Verwerfungen und veränderte makroökonomische Vorzeichen fordern den deutschen Industrie- und Logistikinvestmentmarkt im ersten Halbjahr 2026 heraus. Gleichzeitig entstehen neue Impulse für sicherheitsorientierte Spezialimmobilien. Das aktuelle Halbjahresergebnis belegt die Widerstandsfähigkeit des Marktsegments: Mit einem Transaktionsvolumen von 2,4 Milliarden Euro bewegte sich der Markt nahezu auf dem Niveau des Vorjahres (-1 Prozent). Diese Seitwärtsbewegung ist angesichts des makroökonomischen Gegenwinds ein klares Signal für die Stärke dieser Nutzungsart. Im langfristigen Vergleich blieb die gedämpfte Investitionsaktivität dennoch sichtbar: Gegenüber dem Zehnjahresdurchschnitt lag das Volumen um 30 Prozent, gegenüber dem Fünfjahresdurchschnitt um 34 Prozent niedriger. Im gesamtgewerblichen Kontext belegte die Nutzungsart Industrie & Logistik mit einem Marktanteil von 22 Prozent hinter Büro (27 Prozent) den zweiten Platz.
Christian Kah, Head of Industrial & Logistics Germany bei Colliers: „Die größte operative Hürde seit Jahresbeginn ist die spürbare Verschärfung der Finanzierungskonditionen infolge der geopolitischen Spannungen. Während die Signale zu Jahresbeginn dank der Erholung am Vermietungsmarkt und der dynamischen Mietentwicklung positiv waren, befinden wir uns aktuell in einer ausgeprägten Preisfindungsphase. Core-Produkte erzielen wegen der restriktiveren Kreditvergabe derzeit nicht die angestrebten Exit-Faktoren. Da die Investorennachfrage nach Logistikflächen jedoch unvermindert hoch ist, führt dies zu einer klassischen Pattsituation. Wir beobachten, dass Käufer und Verkäufer derzeit preislich nur schwer zusammenfinden. Das verlängert die ohnehin schon ausgedehnten Exklusivitätsphasen und bremst das Transaktionsgeschehen.“
Einzeltransaktionen bleiben vorerst im Fokus der Investoren
In der ersten Jahreshälfte entfielen rund 1,6 Milliarden Euro und damit 68 Prozent des Transaktionsvolumens auf Einzeldeals. Mehr als die Hälfte (54 Prozent) dieser Abschlüsse wurde von internationalen Investoren getätigt. Der Anteil der Einzeltransaktionen entspricht dem Fünfjahresdurchschnitt. Damit folgt das Transaktionsgeschehen weiterhin den etablierten Investitionsmustern. Großvolumige Transaktionen mit einem Volumen von mehr als 100 Millionen Euro blieben dagegen die Ausnahme. Zu den größten registrierten Einzelabschlüssen zählten der Ankauf des Mercedes-Benz-Logistikzentrums in Bischweier sowie der Erwerb eines Neubaus nahe Köln durch einen offenen Spezialfonds. Zwei weitere Transaktionen lagen knapp unterhalb der 100-Millionen-Euro-Marke.



