Die Marktfundamentals bleiben stark – Zins birgt Risiko
Der deutsche Wohnungsmarkt wird auch 2026 von dem ausgeprägten Angebots-Nachfrage-Missverhältnis bestimmt sein. Leerstände sind in sehr vielen Städten gering und die überwiegende Zahl dieser Märkte verzeichnet weiterhin einen Rückgang des Leerstandes. Aufgrund der niedrigen Projektentwicklungspipeline wird dies mittelfristig weiter bestehen bleiben und führt zu flächendeckend steigenden Mieten. Weniger Dynamik der Mietentwicklung könnten die großen Metropolen in diesem Jahr sehen – hier sind die Mieten bereits ausgesprochen hoch. Es ist wahrscheinlicher, dass die bezahlbaren und gleichzeitig attraktiven Städte der zweiten und dritten Reihe eine dynamischere Bevölkerungsentwicklung und eine dynamischere Mietentwicklung verzeichnen.
Während also die Mietmarktseite für Investoren und Bestandshalter sich weiterhin positiv darstellt, stellt die jüngere Entwicklung an den Bond- und Finanzierungsmärkten erneut eine Herausforderung dar. Nach dem Angriff auf den Iran durch Israel und die USA sind zunächst Öl- und Gaspreise rapide angestiegen und im Folgenden auch die Renditen im Anleihebereich und Finanzierungskosten. So Stand die deutsche 10-jährige Staatsanleihe Ende März weiterhin bei über drei Prozent und auch die Swap Rates standen mit 3,1 Prozent Ende März auf zwei-Jahres-Hoch.
Die Volatilität der Zinsmärkte dürfte – zumindest kurzfristig – auch für Immobilientransaktionen für zunehmende Unsicherheit sorgen. „Wir erwarten dennoch, dass die Investmentdynamik aufgrund der starken Fundamentals im Mietmarkt 2026 zunimmt und die Nachfrage nach Wohnen weiter steigt, “kommentiert Marc Sahling, Vorstandsvorsitzender bei Lübke Kelber, das Marktgeschehen.