Planen im Eiltempo: Der neue Kurs der Baupolitik
Mit dem „Bau-Turbo“ will die Bundesregierung den Wohnungsbau beschleunigen: Genehmigungen sollen künftig in maximal zwei Monaten möglich sein – durch vereinfachte Verfahren und Abweichungen vom Planungsrecht. Bis zu 2,5 Mrd. Euro könnten laut Bauministerium eingespart werden, vor allem bei den Verwaltungskosten. Der Grundsatz: „Schneller Bauen ist günstiger Bauen.“
Bauministerin Verena Hubertz hat ein klares, ambitioniertes Ziel formuliert: Baukosten um bis zu 50 % senken. Sie setzt dafür auf serielle und modulare Bauweisen, den funktionalen Gebäudetyp E sowie den neuen Hamburg Standard, der durch Normverzicht und vereinfachte Prozesse bis zu 2.000 €/m² sparen soll – ohne Einbußen bei Sicherheit oder Komfort.
Hubertz wird sich an dieser Zahl messen lassen müssen – eine Situation, die an ihre Vorgängerin Klara Geywitz erinnert: Diese hatte mit dem Ziel von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr Schlagzeilen gemacht – und war letztlich an der Realität des Marktes gescheitert. Der neue Anlauf ist nicht weniger ambitioniert, die Erwartungen entsprechend hoch.
Flankiert wird das Paket durch die verstärkte Nutzung des Erbbaurechts, um Grundstückskosten zu dämpfen und kommunale Bodenreserven zu sichern. Trotz leicht gesunkener Bodenpreise bleiben viele Eigentümer bei überhöhten Preisvorstellungen – eine Hürde, die ohne strukturellen Eingriff kaum zu überwinden ist.
Erstmals gibt es nun auch konkrete finanzielle Zusagen: 11 Mrd. Euro Fördermittel stehen zur Verfügung – darunter 3,5 Mrd. (2025) und 4 Mrd. (2026) für den sozialen Wohnungsbau sowie je 1,75 Mrd. für das Programm „Klimafreundlicher Neubau“. Ob das reicht, hängt maßgeblich davon ab, wie schnell und effektiv diese Mittel in bauliche Umsetzung überführt werden können.