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Experteneinschätzung: Wirtschaftlichkeit von Photovoltaik auf Mehrfamilienhäusern

Experteneinschätzung: Wirtschaftlichkeit von Photovoltaik auf Mehrfamilienhäusern
Solaranlage mit Wärmepumpe für 8 Wohneinheiten: Jährliche Einnahmen, Kosten, Einspeisung und freier Cashflow im Überblick. Quelle: Vrey GmbH

Ab 2027 soll die Einspeisevergütung für neue Solaranlagen wegfallen. Das sieht der Gesetzesentwurf zum Erneuerbare-Energien-Gesetz vor. Die Diskussion darüber wirft die Frage auf, unter welchen Voraussetzungen sich Mieterstrommodelle für Vermieter weiterhin wirtschaftlich betreiben lassen.

Julius Pahmeier, Gründer und Geschäftsführer von VREY, einem Unternehmen aus Berlin, das sich auf die Gemeinschaftliche Gebäudeversorgung spezialisiert hat, sagt dazu:

„Die aktuelle Diskussion über die Wirtschaftlichkeit von Photovoltaik auf Mehrfamilienhäusern greift einen wichtigen Punkt auf: Solarstrom ist in diesem Segment noch immer deutlich komplexer umzusetzen als im Einfamilienhaus, und der Wegfall beziehungsweise die Reduzierung von Vergütungen für eingespeisten Strom verbessert die Rahmenbedingungen sicherlich nicht. Daraus abzuleiten, dass sich Photovoltaik auf kleineren Mehrfamilienhäusern grundsätzlich kaum noch rechnet, halte ich jedoch für zu kurz gegriffen.

Entscheidend ist, welche Annahmen einer solchen Wirtschaftlichkeitsberechnung zugrunde liegen. Bei einem Gebäude mit bis zu 15 Wohneinheiten bewegen sich die Mindereinnahmen durch eine geringere Vergütung des eingespeisten Stroms nach unseren Berechnungen häufig in einer Größenordnung von etwa 120 bis 400 Euro pro Jahr. Das ist wirtschaftlich relevant, stellt aber die Rentabilität einer PV-Anlage nicht grundsätzlich infrage. Viel stärker ins Gewicht fallen Faktoren wie die tatsächlichen Installations- und Betriebskosten sowie insbesondere die Höhe des Eigenverbrauchs.

Genau hier liegt aus meiner Sicht der entscheidende Hebel. Ziel solcher Versorgungskonzepte muss es sein, möglichst viel des erzeugten Stroms direkt im Gebäude zu nutzen, statt ihn in das öffentliche Netz einzuspeisen. Steigt die Eigenverbrauchsquote beispielsweise von 40 auf 70 Prozent – etwa durch einen passend dimensionierten Speicher, eine Wärmepumpe oder weitere steuerbare Verbraucher im Gebäude –, verändert sich die Wirtschaftlichkeitsrechnung erheblich. Gleichzeitig verliert die Höhe der Einspeisevergütung an Bedeutung.

Auch bei kleineren Mehrfamilienhäusern können so jährliche Cashflows von 5.000 bis 6.000 Euro und mehr erreicht werden. Kostet eine Anlage beispielsweise rund 60.000 Euro, kann sich daraus eine Amortisationszeit von etwa zehn Jahren ergeben – bei einer technischen Nutzungsdauer, die deutlich darüber liegt und durchaus 30 Jahre erreichen kann. Unter solchen Voraussetzungen bewegen wir uns nicht bei Renditen von zwei oder drei Prozent, sondern können – abhängig von Investitionskosten, Eigenverbrauch und der Entwicklung über die gesamte Laufzeit – auch im hohen einstelligen oder niedrigen zweistelligen Bereich liegen.

Die entscheidende Frage ist deshalb aus meiner Sicht nicht, ob sich Photovoltaik auf einem Mehrfamilienhaus grundsätzlich lohnt. Entscheidend ist, wie die Anlage und das Versorgungskonzept geplant werden."

Grafik zur Wirtschaftlichkeit einer 30 kWp PV-Anlage mit Speicher für ein Mehrfamilienhaus mit 8 Wohneinheiten: Einnahmen, Investition, Cashflow und Wertsteigerung.
Beispielrechnung zur Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaik-Anlage mit Speicher für ein Mehrfamilienhaus mit 8 Wohneinheiten. Quelle: Vrey GmbH

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