Der deutsche Wohnungsmarkt steht nicht nur unter Druck, er verändert sich strukturell. Zu diesem Ergebnis kommt das neue Whitepaper „Wohnungsmarkt Deutschland 2026 – Wenn nicht jetzt, wann dann?“ von PTXRE. Die Analyse zeigt: Neben den bekannten Herausforderungen wie Angebotsknappheit und steigenden Mieten gewinnen vor allem qualitative Veränderungen der Nachfrage, neue Investorenlogiken und ein verändertes Renditeprofil zunehmend an Bedeutung.
Nachfrage wird komplexer
Während die hohe Mieterquote von rund 53 Prozent und die fortschreitende Urbanisierung weiterhin zentrale Treiber der Nachfrage nach Mietwohnungen bleiben, verändert sich die Struktur der Nachfrage spürbar. Einen deutlichen Einflussfaktor stellt die Zahl der Ein-Personen-Haushalte dar, welche inzwischen bei über 42 Prozent liegt. Kleinere Haushalte und eine alternde Gesellschaft führen zu einer stärkeren Ausdifferenzierung der Wohnbedürfnisse. Weiterer Treiber ist die steigende Mobilität. Gefragt sind zunehmend flexible Wohnkonzepte, kleinere Einheiten sowie altersgerechte Lösungen.
Andreas Trumpp, Head of Market Intelligence & Foresight bei PTXRE, sagt: „Die Nachfrage nach Wohnraum steigt nicht nur weiter an, sie wird vor allem komplexer. Wer heute investiert oder entwickelt, muss deutlich stärker verstehen, welche Zielgruppen mit welchen Anforderungen künftig den Markt prägen werden.“
Angebotsseite weiter strukturell eingeschränkt
Gleichzeitig bleibt die Angebotsseite hinter der Nachfrage zurück. Trotz leichter Erholung bei den Baugenehmigungen dürften die Fertigstellungen 2026 auf unter 200.000 Einheiten sinken und damit weiterhin deutlich unter der politischen Zielmarke von 400.000 Wohnungen pro Jahr liegen. Regulatorische Maßnahmen wie beschleunigte Genehmigungsverfahren oder vereinfachte Baustandards können zwar punktuell Impulse setzen, adressieren jedoch nicht die grundlegenden wirtschaftlichen Hemmnisse im Wohnungsbau: insbesondere hohe Baukosten, Finanzierungskosten und regulatorische Anforderungen.




