Migration, Binnenwanderung und regionale Verschiebungen
Die demografische Entwicklung und die Mobilität der Bevölkerung prägen die langfristige Struktur des deutschen Wohnungsmarkts. Während der natürliche Bevölkerungssaldo seit Jahren negativ ist, wirkt die Zuwanderung aus dem Ausland stabilisierend – bleibt aber schwer prognostizierbar. Für die Wohnungsplanung bedeute das eine große Unsicherheit, so Dr. Reiner Braun.
Auch innerhalb Deutschlands verschieben sich die Wohnströme spürbar. Während junge Menschen zum Studium oder Berufseinstieg weiter in die Metropolen ziehen, verlassen viele Familien die Städte. „Die Landlust ist kein neuer Trend, sondern ein Symptom der Knappheit in den Städten“, betonte Braun. Viele Familien würden lieber bleiben, was aus Platz- und Kostengründen häufig nicht möglich sei. Die Folge sei eine wachsende Nachfrage in Umlandgemeinden, die oft selbst über zu wenig Bauland verfügen.
Maximilian Radert verwies zudem auf die demografische Dimension der Arbeitsmigration: „Wir sehen, wie stark der Wohnungsmarkt mit dem Fachkräftemangel und dem demografischen Wandel verknüpft ist. Migration ist nicht nur ein soziales, sondern auch ein wirtschaftliches Thema.“
Insgesamt führen diese Wanderungsbewegungen zu einer wachsenden räumlichen Differenzierung. Während gut angebundene Mittelstädte und Verdichtungsräume wachsen, verlieren periphere Regionen weiter an Bevölkerung. Damit steigt der Druck, Infrastruktur und Wohnungsangebot regional ausgewogener zu entwickeln – ein zentraler Faktor, um langfristig wieder zu einem stabilen Marktgleichgewicht zu gelangen.