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Retail-Investmentmarkt: viele Deals, aber niedriges Durchschnittsvolumen

BNP Paribas Real Estate veröffentlicht Marktzahlen für Q3 2026

Die Bilanz auf dem Retail-Investmentmarkt ist nach den ersten drei Quartalen 2026 zweigeteilt: Einerseits konnte gegenüber den letzten drei Vergleichszeiträumen eine überdurchschnittliche Zahl an Transaktionen registriert werden. Dies ergibt die Analyse von BNP Paribas Real Estate.

„Teil der Wahrheit ist allerdings auch, dass sich dies durch ein historisch geringes Durchschnittsvolumen pro Deal von nur 17 Mio. € nicht im Investmentumsatz ablesen lässt, der mit knapp 3,1 Mrd. € um knapp 25 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum nachgegeben hat. Ursächlich hierfür war ein sehr verhaltenes Marktgeschehen in den letzten beiden Quartalen, die sich mit 892 Mio. € in Q1 und 829 Mio. € in Q2 jeweils deutlich unter der 1-Mrd.-€-Marke eingeordnet haben. Dass jedoch auch in der aktuellen Marktphase Quartalsumsätze von fast 1,5 Mrd. € möglich sind, konnte die Retail-Sparte erfreulicherweise bereits zum Jahresbeginn beweisen“, erläutert Christoph Scharf, Geschäftsführer der BNP Paribas Real Estate GmbH und Head of Retail Services. Sie betrugen im Q1 rund 1,37 Mrd. €.

So stammen auch die größten Verkäufe im laufenden Jahr weiterhin aus der ersten Jahreshälfte: Im Portfoliosektor ist hierbei der Verkauf des aus 37 Lebensmittelmärkten beziehungsweise Fachmarktzentren bestehenden Powerfood-Portfolios zu nennen, und im Einzeldealsegment sind die Highstreet-Prestigeobjekte Alsterhaus in Hamburg, die Alte Akademie in München und das Shoppingcenter Höfe am Brühl in Leipzig erwähnenswert. Neben der Alten Akademie konnten insgesamt rund 50 größtenteils kleinere Geschäftshaus-Investments verbucht und ein gestiegenes Ergebnis erreicht werden (25 %). Klar dominierend bleibt jedoch die Food- und Fachmarktsparte mit über 45 % des Volumens und 57 % der Deals. Aber auch Shoppingcenter kommen auf eine gute Transaktionszahl und anteilig knapp 18 %, während Kaufhäuser mit fast 12 % derzeit den geringsten Ergebnisbeitrag auf sich vereinen.

A-Städte mit höheren Umsätzen und einzelnen Top-Deals, Netto-Spitzenrenditen legen in allen Segmenten zu

Die A-Standorte können im laufenden Jahr ein wesentlich lebhafteres Dreivierteljahr verbuchen als noch 2025: Mit rund 1,14 Mrd. € erreichen sie einen um 37 % gestiegenen Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum (832 Mio. €), der hauptsächlich von kleineren Investments getragen wurde. Insgesamt verzeichnen sogar fast alle Top-Investmentmärkte in den ersten neun Monaten gestiegene Resultate.

An die Spitze setzen sich die Süd- bzw. Nord-Metropolen München (349 Mio. €) und Hamburg (247 Mio. €) – angeführt von den beiden Highstreet-Top-Deals der Alten Akademie und des Alsterhauses. Weitere nennenswerte Umsatzbeiträge haben ebenfalls Düsseldorf (212 Mio. €) und Berlin (202 Mio. €) generiert. Während aus der nordrheinwestfälischen Landeshauptstadt der Verkauf des Carsch-Hauses und immer wieder kleinere, oft luxusgeankerte Highstreet-Objekte zu vermelden sind, kommen in der Hauptstadt die hier zu verortenden Assets des Powerfoods-Portfolios zum Tragen. Die Märkte Frankfurt (79 Mio. €), Stuttgart (42 Mio. €) und Köln (7 Mio. €) sind dagegen nur geringfügig am Ergebnis beteiligt.

Bei den Netto-Spitzenrenditen wurden im Jahresverlauf über alle Objektarten hinweg Veränderungen verzeichnet: So sind Baumärkte (+60 Basispunkte; 6,40 %) und Shoppingcenter (+30 Basispunkte; 6,10 %) seit Jahresende 2025 am deutlichsten gestiegen. Aber auch bei Fachmarktzentren (4,75 %) und einzelnen Food-Märkten (5,00 %) sowie Highstreet-Objekten (3,50 %) mussten die Werte um 5 bis 10 Basispunkte nach oben angepasst werden.

Perspektiven

Auch wenn der Retail-Investmentmarkt sowohl im zweiten als auch im dritten Quartal durch ein relativ verhaltenes Marktgeschehen geprägt war, stimmen nicht zuletzt die hohe Dealanzahl und die relativ breite Umsatzverteilung über die unterschiedlichen Objektsparten optimistisch. Dies zeigt sich auch im Assetklassenvergleich, in dem sich der Einzelhandelssektor bei der Zahl der Transaktionen nicht hinter den beiden weiteren Top-Segmenten der Büro- und Logistikobjekte verstecken muss.

Darüber hinaus bleibt darauf hinzuweisen, dass gerade in der Retail-Sparte die Deal-Pipeline wesentlich größer und das Marktsentiment spürbar besser ist, als es das Investmentvolumen vermuten lässt: In diesem Zusammenhang verbergen sich sowohl hinter den bereits laufenden als auch den jüngst initiierten Vermarktungsansätzen kurz- bis mittelfristig sehr gute Umsatzpotenziale. Dies gilt nicht zuletzt für Food- und Fachmarkt-Investments, die mit den zahlreichen in der Vorbereitungsphase befindlichen Transaktionsprozessen jederzeit den Unterschied zwischen einem moderaten und einem erfreulichen Schlussquartal ausmachen können. Neben der Dynamik bei den platzierten Food-Portfolios steht auch das Highstreet-Segment immer wieder im Fokus, wobei vor allem Geschäftshäuser mit international renommierten Luxus-Retailern in der Lage sind, gute Nachfrageimpulse zu generieren.

„Bei der Entwicklung der Spitzenrenditen sind weitere Aufwärtstendenzen erkennbar, sodass die aktuellen Werte in den unterschiedlichen Objektarten und Städten bis zum Jahresende durchaus noch einmal steigen könnten“, so Christoph Scharf.

 

Link zum Marktbericht: https://www.realestate.bnpparibas.de/marktberichte/retail-investmentmarkt/deutschland-report

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