Stefan Hoenen, Head of Commercial Real Estate bei der Hamburg Commercial Bank
„Die EZB hat die Leitzinsen erwartungsgemäß unverändert gelassen und erkauft sich damit Zeit in einem Umfeld geopolitisch getriebener Inflationsrisiken. Für die Immobilienbranche bedeutet das zunächst eine Atempause: Die Finanzierungskosten steigen vorerst nicht weiter, und zumindest die Planungssicherheit für laufende Transaktionen bleibt erhalten. Gleichzeitig ist die Entlastung trügerisch, denn der Druck auf Preis- und Renditeerwartungen bleibt hoch, solange Energiepreise und Inflationserwartungen durch den Irankrieg nach oben ziehen. Investoren und Projektentwickler müssen sich darauf einstellen, dass diese Zinspause weniger ein Signal der Entwarnung als vielmehr ein Innehalten vor möglichen Straffungen im Sommer ist. Entsprechend verhalten dürfte die Marktaktivität bleiben – Stabilisierung ja, neue Dynamik eher nicht.“