Nachfrage erweitert sich von City zu angrenzenden Teilmärkten
Entgegen der Erwartung hat sich die schwache Entwicklung am Leipziger Büromarkt 2025 in diesem Jahr fortgesetzt. Im ersten Halbjahr 2026 blieb der Flächenumsatz mit 31.400 m² rund 20 Prozent unter dem bereits unterdurchschnittlichen Vorjahreswert (37.400 m²). Deutlich wird die schwache Performance im langjährigen Vergleich: Der Fünfjahresschnitt liegt bei 58.300 m² Flächenumsatz.
„Aktuell beobachten wir eine veränderte Dynamik bei Anmietungsprozessen: Viele Entscheidungen nehmen deutlich mehr Zeit in Anspruch, in einigen Fällen werden Projekte auch pausiert oder zeitlich verschoben. Der Hauptgrund liegt in der strategischen Neuausrichtung vieler Unternehmen. In Zeiten von Remote-Working und verstärktem KI-Einsatz evaluieren sie intensiv ihren tatsächlichen Flächenbedarf“, schildert Anja Schuhmann, Niederlassungsleiterin JLL Berlin und Leipzig, die aktuelle Lage.
Die Nachfrage zielt wie in den anderen Metropolen auf moderne, zertifizierte Flächen in zentralen Lagen ab, von denen es in Leipzig allerdings vergleichsweise wenig gibt. Dies hat im Topsegment im Jahresvergleich zu einem Anstieg der Spitzenmiete um 0,50 Euro/m² auf 21,50 Euro/m² geführt. „Viele Leipziger Büronutzer agieren aber preissensibel. Das Topsegment ist ihnen zu teuer geworden“, ergänzt Schuhmann. Die meisten Abschlüsse werden deswegen mittlerweile außerhalb der City registriert, wie etwa in den Teilmärkten West, Graphisches Viertel und Äußerer City-Ring.
Mit dem Flächenumsatz hat auch die Marktaktivität deutlich nachgelassen. In den ersten sechs Monaten 2026 wurden lediglich 69 Mietabschlüsse gezählt – rund 30 Prozent weniger als im Mittel der vergangenen fünf ersten Halbjahre. Drei Viertel der Abschlüsse waren kleiner 500 m² und nur fünf schafften es über die Marke von 1.000 m². Für die größte Anmietung sorgte das Landesamt für Schule und Bildung, das sich im Quadriga Business Park, Nonnenstraße 37-39, eine Fläche von 5.400 m² sicherte.
Der Leerstand ist zwar im Jahresvergleich von 4,8 Prozent auf sechs Prozent gestiegen. In Zukunft dürfte er sich jedoch stabilisieren, da kaum neue Flächen auf den Markt kommen. Zudem haben laut Schuhmann „viele Eigentümer die veränderte Marktsituation akzeptiert und verstehen, dass Investitionen in nutzerfreundliche, bedarfsgerechte Büroflächen heute unerlässlich sind“. Aufgrund der im Markt befindlichen Gesuche – darunter auch einigen größeren, rechnet Schuhmann mit einem besseren Vermietungsergebnis im zweiten Halbjahr. Für das Gesamtjahr prognostiziert sie einen Flächenumsatz von rund 80.000 m².