Unter den gewerblichen Immobilienfinanzierern zeigt sich im ersten Quartal 2026 eine gedämpfte Stimmung. Das geht aus dem neuen BF.Quartalsbarometer hervor, das in Kooperation mit dem Handelsblatt Research Institute neu konzipiert wurde. Die Befragung fand vom 16. bis 20. März 2026 statt und stand damit bereits unter dem Einfluss des Irankriegs. Der neu kalibrierte Barometerwert von aktuell -9,74 Punkten signalisiert eine insgesamt eingeschränkte Finanzierungsbereitschaft. Fast 27 Prozent der Befragten sehen in den vergangenen drei Monaten eine Verschlechterung der Finanzierungsbedingungen am Markt, während 68 Prozent von einer stabilen Entwicklung ausgehen. Lediglich fünf Prozent nehmen eine Verbesserung wahr.
Professor Dr. Steffen Sebastian, Inhaber des Lehrstuhls für Immobilienfinanzierung an der IREBS und wissenschaftlicher Berater des BF.Quartalsbarometers, sagt: „Die Ergebnisse müssen auch vor dem Hintergrund des Iran-Konfliktes gesehen werden. Die Märkte haben bislang erstaunlich gelassen reagiert, doch diese Gelassenheit ist zunehmend fragil. Meiner Meinung nach ist ein Szenario aus stagnierendem Wachstum und gleichzeitig höherer Inflation wahrscheinlicher geworden. Für die Immobilienfinanzierung ist derzeit weniger das absolute Zinsniveau das Problem als ein Zinsumfeld, das jederzeit erneut instabil werden kann.“
Beim Neugeschäft im Bereich der gewerblichen Immobilienfinanzierung berichten knapp 73 Prozent der Befragten von einer Stagnation, während gut 27 Prozent ein wachsendes Geschäftsvolumen verzeichnen. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Einschätzung der Wettbewerbssituation: Rund drei Viertel der Befragten sehen gegenüber dem Vorquartal keine Veränderung. Von dem verbleibenden Viertel berichtet jedoch die Mehrheit von einer sich verschärfenden Wettbewerbssituation. „Auch wir beobachten seit mehreren Monaten, dass Finanzierer wieder etwas stärker miteinander konkurrieren. Für den Markt ist das ein positives Zeichen, denn es signalisiert eine höhere Finanzierungsbereitschaft und dämpft die Margen“, sagt Francesco Fedele, CEO der BF.direkt AG.





