Deutschland: Starke Basis vorhanden für Data Center
Wie sieht es hierzulande aus? Deutschland bringt sehr gute Voraussetzungen für den Ausbau von Rechenzentren mit. Einer der höchsten Datenschutzstandards weltweit bewegt Unternehmen dazu, ihre Daten im Inland zu hosten. Eine polyzentrische Struktur mit mehreren wirtschaftlichen Hubs, verteilt über das gesamte Land, sowie ein vergleichsweise stabiles Stromnetz mit geringen Ausfallzeiten schaffen eine sehr gute Grundlage. Deutschland ist zudem ein Transitland – nicht nur für den Kfz-Verkehr, sondern auch für den Datenverkehr. Hinzu kommen hochqualifizierte Fachkräfte mit Erfahrung und Expertise im Bereich digitale Infrastruktur sowie regulatorische Vorgaben wie das Energieeffizienzgesetz, die einen nachhaltigen Betrieb fördern.
Doch trotz dieser Stärken steht Deutschland vor einer entscheidenden Herausforderung: die Stromverfügbarkeit. Wie der aktuelle JLL Global Data Center Outlook 2025 zeigt, wächst der weltweite Markt für Rechenzentren rasant. Hyperscaler- und Colocation-Zentren vereinten 2024 rund 50 Gigawatt (GW) an Rechenleistung. Bereits 2025 sollen sieben GW hinzukommen, bis 2027 könnten es – je nach Szenario – bis zu 89 GW sein. In der EMEA-Region (Europa, Naher Osten, Afrika) dürfte das Wachstum auf bis zu 19 GW steigen. Ein zentraler Engpass ist jedoch die Energieversorgung. Laut JLL wird der globale Strombedarf von Rechenzentren bis 2030 voraussichtlich zwei bis vier Prozent des weltweiten Energieverbrauchs ausmachen. In Deutschland ist der hohe Energiebedarf bereits in einigen Märkten ein Hemmnis für Genehmigungen und Neubauten.