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Experteneinschätzung: 80 Tage für die Netzbetreiberprüfung – woran es bei PV-Projekten hakt

Wie lange brauchen Netzbetreiber, um neue PV-Anlagen zu prüfen? Laut einer aktuellen Auswertung von GFK Solar liegt der bundesweite Median bei 80 Tagen. Gemessen wird dabei die Prüfung der Registerdaten durch den Netzbetreiber, nicht der gesamte Weg bis zum Zählertausch. Die Spannweite ist trotzdem groß: Während die Prüfung bei einigen Netzbetreibern im Schnitt innerhalb eines Tages abgeschlossen ist, dauert sie andernorts nahezu ein Jahr.

Julius Pahmeier, Gründer und Geschäftsführer von VREY, kennt diese Unterschiede aus der täglichen Praxis und erklärt, worauf es bei der Umsetzung von PV-Projekten in Mehrfamilienhäusern ankommt:

„Die großen Unterschiede zwischen den Netzbetreibern können wir aus unserer Praxis bestätigen. Wir sind inzwischen in mehr als 100 Netzgebieten aktiv und erleben gerade bei komplexeren Messkonzepten, etwa für die gemeinschaftliche Gebäudeversorgung oder Mieterstrom, sehr unterschiedliche Abläufe. Das betrifft nicht nur die Anmeldung von PV-Anlagen, sondern auch den Wechsel des Messstellenbetreibers oder die Einrichtung neuer Zähler, beispielsweise für Wärmepumpen. Einzelne Prozessschritte dauern dabei teilweise deutlich länger als vorgesehen.

Die Ursachen liegen aus unserer Sicht vor allem in unterschiedlichen IT-Systemen, wenig standardisierten Abläufen und begrenzten personellen Kapazitäten. Viele Netzbetreiber müssen eine große Zahl von Anfragen bearbeiten und gleichzeitig neue Anforderungen umsetzen. Gerade kleinere Stadtwerke haben mit bestimmten Messkonzepten oft noch wenig Erfahrung.

Langfristig brauchen wir stärker standardisierte und digitalisierte Verfahren. Bis dahin kommt es darauf an, vorhandene Erfahrungen zu nutzen und gemeinsam mit den Netzbetreibern praktikable Abläufe zu etablieren.“

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