Die gerade gestartete Marktbelebung erfährt einen Dämpfer, bevor sie begonnen hat. Nach Angaben von Colliers wurden in Deutschland im ersten Halbjahr 2026 Immobilien im Wert von 15,1 Milliarden Euro gehandelt. Damit lag das Transaktionsvolumen am Investmentmarkt (Wohnen und Gewerbe) nur 1 Prozent unter dem Vorjahreswert. Auf das institutionelle Wohnsegment ab zehn Wohneinheiten entfielen knapp 4,2 Milliarden Euro und damit 3 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Gewerbeimmobilien erzielten mit 11,0 Milliarden Euro fast punktgenau den Halbjahreswert aus dem Vorjahr. Während das starke erste Quartal die Halbjahresbilanz stützte, kühlte sich das Marktgeschehen zwischen April und Juni spürbar ab.
Im Gewerbesegment lag das Transaktionsvolumen im zweiten Quartal rund 40 Prozent unter dem Niveau des Jahresauftakts. Gleichzeitig ging die Zahl der Abschlüsse um ein Viertel zurück, wodurch auch die durchschnittliche Ticketgröße auf unter 20 Millionen Euro sank.
Auswirkungen des Iran-Krieges erwartungsgemäß am Immobilienmarkt angekommen
Michael R. Baumann, Head of Capital Markets Germany bei Colliers ordnet ein: „Die moderate Markterholung ist nach Beginn des Iran-Krieges erwartungsgemäß ins Stocken geraten. Nach vier Quartalen mit einem Transaktionsvolumen von jeweils mehr als sechs Milliarden Euro fiel der Drei-Monats-Umsatz zwischen April und Juni erstmals auf gut 4,2 Milliarden Euro zurück.“ Die gestiegene Investitionszurückhaltung zeigt sich unter anderem in verschobenen oder gar abgebrochenen, lang erwarteten Leuchtturmtransaktionen. Prominentestes Beispiel ist der Frankfurter Opernturm, von dessen Verkauf man sich die Rückkehr großvolumiger Core-Transaktionen erhofft hatte. Es wäre der europaweit größte Einzelabschluss seit 2022 gewesen.
Auch die Zahl der Großabschlüsse oberhalb von 100 Millionen Euro blieb im zweiten Quartal mit weniger als zehn Transaktionen überschaubar. Die größte bekannt gewordene Transaktion des Quartals und zugleich drittgrößte des ersten Halbjahres war der Erwerb zweier deutscher Objekte eines deutsch-niederländischen Logistikportfolios durch den Singapur-Fonds Frasers Logistics & Commercial für rund 275 Millionen Euro. Portfolioverkäufe kamen insgesamt auf einen Marktanteil von 26 Prozent und blieben damit deutlich unter dem langjährigen Vergleich mit Werten zwischen 35 und 40 Prozent. Während zum Jahresauftakt noch vier Portfoliotransaktionen die Marke von 200 Millionen Euro überschritten, dominierten zwischen April und Juni kleinere Immobilienpakete mit nur wenigen Objekten.







