BNP Paribas Real Estate veröffentlicht Marktzahlen für Q3 2026
Der Hamburger Investmentmarkt verzeichnet nach den ersten neun Monaten des Jahres 2026 ein Transaktionsvolumen von 1,2 Mrd. €. Damit liegt das Ergebnis zwar weiterhin deutlich (48 %) unter dem langjährigen Durchschnitt, gegenüber dem vergleichsweise starken Vorjahreswert fällt der Rückgang mit 7 % jedoch moderat aus. Im Ranking der deutschen Top-Investmentmärkte behauptet sich die Hansestadt damit hinter München und vor Berlin weiterhin auf dem zweiten Platz. Dies ergibt die Analyse von BNP Paribas Real Estate.
„Nach einem starken ersten Halbjahr, und insbesondere einem umsatzstarken zweiten Quartal, hat die Marktdynamik im dritten Quartal etwas nachgelassen. So wurden zwischen Juli und September Transaktionen im Volumen von rund 239 Mio. € registriert, nachdem im ersten Quartal 306 Mio. € und im zweiten Quartal 661 Mio. € umgesetzt worden waren. Parallel dazu verringerte sich auch die Transaktionsfrequenz. Für ein höheres Quartalsergebnis fehlten insbesondere großvolumige Abschlüsse. Gleichwohl verteilt sich das Investmentgeschehen über die abgeschlossenen Transaktionen hinweg vergleichsweise ausgewogen auf die verschiedenen Assetklassen“, erklärt Heiko Fischer, Geschäftsführer und Hamburger Niederlassungsleiter der BNP Paribas Real Estate GmbH.
Auf Zwölfmonatssicht sind die Netto-Spitzenrenditen für Büroimmobilien um 10 Basispunkte auf 4,35 % gestiegen. Geschäftshäuser in Bestlagen verzeichneten mit +20 Basispunkten eine stärkere Anpassung und rentieren aktuell bei 3,95 %. Am deutlichsten fiel der Renditeanstieg im Logistiksegment aus, wo die Spitzenrendite um 30 Basispunkte auf 4,70 % zulegte.
Büro-Investmentvolumen auf Vorjahresniveau, hohe Konzentration auf mittelgroße Deals
Büroinvestments führen mit rund 500 Mio. € das Assetklassen-Ranking an und erreichen damit wieder das Niveau des Vorjahres. Vor dem Hintergrund eines ausgeweiteten Produktangebots zeichnet die höhere Zahl erfolgreich abgeschlossener Transaktionen das aktuelle Marktgeschehen aus, wobei sich das Investmentvolumen im Bürosegment relativ gleichmäßig auf die Quartale verteilt. Ebenfalls erfreulich entwickeln sich die Segmente Logistik (278 Mio. €) und Retail (247 Mio. €). Der überdurchschnittliche Anteil beider Assetklassen ist jedoch in erster Linie auf wenige großvolumige Abschlüsse zurückzuführen.
Das Transaktionsgeschehen konzentrierte sich im bisherigen Jahresverlauf erneut verstärkt auf zentrale Lagen. City und Cityrand vereinen gemeinsam 53 % des Transaktionsvolumens auf sich und liegen damit nur leicht unter ihrem langjährigen Durchschnitt von 57 %.
Die Größenklassenverteilung wird derzeit maßgeblich von mittelgroßen Transaktionen geprägt. Auf Deals zwischen 10 und 50 Mio. € entfallen mit gut 630 Mio. € beziehungsweise 53 % des Transaktionsvolumens deutlich überdurchschnittliche Anteile. Demgegenüber wurde im Segment zwischen 50 und 100 Mio. € bislang nur ein Abschluss registriert. Zwar steuern Großdeals über 100 Mio. € mit 37 % weiterhin einen hohen Beitrag zum Gesamtumsatz bei, im dritten Quartal blieb dieses Marktsegment jedoch ohne weitere Abschlüsse. Dies unterstreicht die aktuell zurückhaltende Aktivität im großvolumigen Bereich.
Perspektiven
Nach den ersten neun Monaten des Jahres deutet vieles darauf hin, dass der Hamburger Investmentmarkt seinen Erholungskurs fortsetzen kann, auch wenn die Dynamik im dritten Quartal etwas nachgelassen hat. Positiv zu bewerten sind die breitere Marktaktivität sowie die sich wieder stabilisierende Zahl an Bürotransaktionen. Gleichzeitig verteilt sich das Investmentgeschehen auf mehrere Asset- und Größenklassen und wird damit weniger stark von großvolumigen Einzelabschlüssen dominiert als noch in früheren Marktphasen.
Die Rahmenbedingungen bleiben auch für den Hamburger Investmentmarkt vorerst anspruchsvoll. Höhere Kapitalmarktrenditen, die erneute Renditeausweitung sowie geopolitische Unsicherheiten belasten die Preisfindung und führen zu einem sehr selektiven Investorenverhalten. Entsprechend sind weitere Renditeanpassungen in den kommenden Monaten nicht auszuschließen, wobei der weitere Korridor bei den Finanzierungskosten zunehmend an Kontur gewinnt. Die führenden Zentralbanken treten dem unverändert hohen Inflationsdruck entschlossen entgegen und werden entsprechend handeln.
„Hamburg profitiert jedoch weiterhin von seiner hohen Standortqualität, einer breiten Wirtschaftsstruktur und resilienten Nutzermärkten. Gleichzeitig verdichten sich die Anzeichen einer konjunkturellen Stabilisierung, worauf unter anderem der jüngste Anstieg des ifo-Geschäftsklimaindex und die angehobenen BIP-Prognosen hindeuten. Zusammen mit einer gut gefüllten Deal-Pipeline spricht dies für eine moderate Belebung im Schlussquartal. Ein Investmentvolumen im Bereich von rund 2 Mrd. € erscheint daher weiterhin erreichbar“, so Heiko Fischer.
Link zum Marktbericht: https://www.realestate.bnpparibas.de/marktberichte/investmentmarkt/hamburg-report


