Deutschlands Konjunkturaussichten hellen sich auf. Die Bundesregierung hat ihre Wachstumsprognose für 2026 von 0,5% auf 1,3% angehoben. Auch Wirtschaftsforschungsinstitute und private Banken erwarten wieder Wachstum.
Doch wie belastbar sind diese Prognosen? Ein Blick zurück mahnt zur Vorsicht.
📉 Wachstumsprognosen im Realitätscheck
Die Grafik zeigt, wie deutlich Prognosen und Realität auseinanderliegen können:
- 2022: Erwartet +3,6 %, tatsächlich +1,8 %.
- 2023: Erwartet +2,5 %, tatsächlich −0,9 %.
- 2024: Erwartet +1,6 %, tatsächlich −0,5 %.
- 2025: Erwartet +1,0 %, tatsächlich +0,2 %.
Vier Jahre, vier deutliche Abwärtsrevisionen. Für 2026 zeigt sich nun die umgekehrte Entwicklung.
📈 Konjunkturprognose 2026: Aufschwung mit Fragezeichen
Die Bundesregierung und führende Forschungsinstitute erwarten 1,3% Wachstum, die privaten Banken 1,2%.
Bessere Exporte und steigende Staatsausgaben für Verteidigung und Infrastruktur stützen die Konjunktur. Doch private Investitionen und Konsum bleiben schwach, ein Teil der Exportdynamik ist temporär.
Der Aufschwung gewinnt an Fahrt – aber noch nicht an Breite.
🏗️ Konjunkturelle Erholung ist keine strukturelle Trendwende
Staatliche Impulse schaffen kurzfristiges Wachstum. Nachhaltiger Aufschwung erfordert jedoch private Investitionen, Produktivitätsfortschritte und bessere Standortbedingungen. Das langfristige Wachstumspotenzial Deutschlands wird teilweise auf nur 0,3% jährlich geschätzt.
Und Wachstum ist nicht gleich Wohlstand: Wirtschaftsleistung und reale Einkommen liegen weiterhin ungefähr auf dem Niveau vor der Pandemie.
⚖️ Was bedeutet das für Real-Asset-Investoren?
Die Prognoserevisionen zeigen, wie unsicher konjunkturelle Erwartungen sind. Damit gewinnen konjunkturresiliente Real Assets an Bedeutung, deren Nachfrage stärker von strukturellen Treibern wie Demografie, Versorgungssicherheit oder Digitalisierung abhängt.
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