Auf der diesjährigen EXPO REAL haben wir eine klare Verschiebung der Standpunkte und spürbaren Realismus in vielen Gesprächen erlebt. Weg von der impliziten Hoffnung, dass sinkende Zinsen oder steigende Mieten bestehende Probleme lösen werden, hin zu Diskussionen betreffend die Frage, welche Strategien tragen – und welche nicht. Das ist ein wichtiges Signal für einen Markt, der weiterhin von gestiegenen Finanzierungskosten geprägt ist.
Branchentreffen wie die Expo Real können in einem solchen Umfeld eine wichtige Katalysatorfunktion übernehmen. Sie schaffen Orientierung, erleichtern die Preisfindung und können dazu beitragen, neue Referenztransaktionen anzustoßen. Ob sich dieser Effekt nach der diesjährigen Messe bereits kurzfristig zeigt, bleibt abzuwarten.
Aus Sicht des institutionellen Sekundärmarktes ist zugleich klar: Kapital für Immobilien ist vorhanden, aber es ist selektiver geworden. Wir sehen im In- und Ausland eine hohe Bereitschaft zu strategischen Ankäufen. Dabei geht es deutlich weniger um das vielfach diskutierte Szenario notgetriebener Verkäufe infolge gestiegener Refinanzierungskosten als um gezielte Reallokationen, eine aktive Portfolio- und Liquiditätssteuerung sowie den Zugang zu Bestandsinvestments mit nachgewiesener Performance.
Gerade deshalb kann der Sekundärmarkt eine wichtige Rolle bei der weiteren Normalisierung des Immobilienmarktes spielen. Welches Potenzial darin liegt, zeigt der Blick auf die bereits deutlich größeren Transaktionsvolumina in etablierten internationalen Märkten.
Für 2027 erwarten wir ein Wachstum sowohl beim Deal-Volumen als auch beim Capital Raising institutioneller Investoren.




