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Life Science Real Estate Segment entwickelt sich trotz Krise stabil

  • Die wichtigsten Märkte in Europa sind UK, Deutschland, Frankreich, Irland und die Niederlande
  • Renditen von Science Parks liegen in den Niederlanden bei 7,5 Prozent im Q3 2025
  • Renditeanstieg bei Science Parks geringer als bei anderen Nutzungsarten
  • Hohe bauliche Anforderungen an die Immobilien

Hohe bauliche Anforderungen an die Immobilien

Life-Science-Immobilien sind zwar eine spezielle, aber zunehmend relevante Immobilien-Anlageklasse. Die Entwicklung ist eng mit globalen gesellschaftlichen und technologischen Trends verknüpft. Zu den wichtigsten Märkten zählen das Vereinigte Königreich, Deutschland, Frankreich, Irland und die Niederlande. Am Beispiel der Niederlande wird deutlich, welche Standortfaktoren für Life-Science-Immobilien entscheidend sind. Eine starke internationale Vernetzung, leistungsfähige Hochschulen sowie ein innovationsfreundliches Umfeld bilden die Grundlage für erfolgreiche Science Parks. Charakteristisch für Life-Science-Immobilien ist die Kombination verschiedener Nutzungsarten wie Büro-, Labor- und Entwicklungsflächen innerhalb eines Gebäudes. Ziel ist es, interdisziplinäre Zusammenarbeit zu fördern und Innovationsprozesse räumlich zu unterstützen. Dies sind die Kernergebnisse der heutigen Pressekonferenz, an der Martin Eberhardt, CEO, HELIX alpha, Martin Kraaij, Fund Director, a.s.r. real estate, und Dr. Manuel Schrapers, Managing Director, Metroplan, teilgenommen haben.

Life Science Real Estate profitiert von globalen Megatrends

Zunächst betont Martin Eberhardt, CEO, HELIX alpha, dass zahlreiche globale Megatrends Treiber für das Wachstum des Life-Science-Real-Estate-Segments seien. „Der demografische Wandel, das Anwachsen der globalen Mittelschicht, die Zunahme von Zivilisationskrankheiten im Zuge der Alterung oder der Klimawandel führen alle direkt oder indirekt dazu, dass der Life Science Sektor nachhaltig wächst.“ Was genau unter dem Begriff „Life Science“ zu verstehen ist, wird in der Branche nicht einheitlich gesehen. Die Vorstellungen darüber, welche Bereiche dazugehören, gehen durchaus auseinander – eine präzise Definition ist daher unerlässlich. „Den Kern bilden Biotechnologie, Medizintechnik und die Pharmaindustrie, ergänzt durch digitale Gesundheitslösungen im Bereich E-Health sowie die jeweiligen Zulieferbetriebe“, so Eberhardt. Danach kommt der HELIX alpha-CEO auf die hohen baulichen Anforderungen zu sprechen: „Die Anforderungen sind komplexer als bei einer Büro- oder Wohnimmobilie. Beispielsweise muss die Lüftung in Laboren einen 6- bis 12fachen Luftwechsel pro Stunde sicherstellen. So soll etwa die Abführung von gefährlichen Dämpfen und Aerosolen sichergestellt werden. Ein anderes Beispiel ist die S1- und S2-Fähigkeit bei Life Science Immobilien. Gemeint sind damit Biosicherheitsstufen in Laboren, wobei S1 geringe Gefährdung und S2 moderate Gefährdung durch biologische oder krankheitserregende Stoffe bedeutet.“

Als Rückgrat der Gesundheitsindustrie schafft Life Science Real Estate unverzichtbare Räume für Forschung, Produktion und Distribution. Das macht es zu einer infrastrukturnahen Assetklasse mit hoher Resilienz – und messbarem gesellschaftlichem Mehrwert.

Life Science hat sich zunehmend als liquide Immobilienanlageklasse etabliert. Nach einem Einbruch 2023 erreichte das Transaktionsvolumen 2024 europaweit wieder rund 2,8 Mrd. Euro. Die wichtigsten Märkte sind das Vereinigte Königreich, Deutschland, Frankreich, Irland und die Niederlande.

Niederlande bieten sehr gute Rahmenbedingungen für Life Science Real Estate

Anschließend geht Martin Kraaij, Fund Director des ASR Dutch Science Park Fund bei a.s.r. real estate, auf den Markt in den Niederlanden ein. Kraaij managt den 275 Mio. Euro schweren ASR Dutch Science Park Fund, der zwölf Objekte in den Niederlanden hält. Kraaij betont zunächst die Vorteile des niederländischen Marktes. „Die Niederlande kamen 2024 im Ranking des DHL Global Connectedness Report auf den ersten Platz. Das heißt, kaum ein anderes Land ist so stark in globale Netzwerke eingebunden. Des Weiteren haben die Niederlande fünf Universitäten unter den globalen Top 100 Hochschulen. Auch im Global Innovation Index erreichen die Niederlande eine gute Platzierung. Kurz: Die Niederlande bieten sehr gute Voraussetzungen für die Unternehmen, die Mieter von Life Science Immobilien sind.“ a.s.r. real estate teilt die Life-Science-Parks in “Established” und “Emerging” ein. Beispiele für sehr gut etablierte Parks sind der Amsterdam Science Park im Südosten der niederländischen Hauptstadt, der Leiden Bio Science Park oder der TU Delft Campus an einer der führenden technischen Universitäten Europas. Kraaij dazu: “Wir schauen bei der Objektauswahl auf die Know-how-Anker in einem Park, auf das gesamte Ökosystem, auf den lokalen Immobilienmarkt und auch auf die wirtschaftliche Stärke der Region.“

Zu den Renditen sagt Kraaij: „Auch im Life Sciene Segment zeigt sich zwischen 2022 und 2024 ein Renditeanstieg. Die Renditen stiegen von 6,8 Prozent Anfang 2022 auf 7,5 Prozent im dritten Quartal 2025. Dies ist – vor allem im Vergleich zu Büro aber auch zu Wohnen – ein relativ geringer Renditeanstieg und unterstreicht die Krisenresilienz von Science Parks.“

Life-Science-Immobilien verbinden verschiedene Nutzungsarten

Dr. Manuel Schrapers, CEO von Metroplan, berät Unternehmen bei der Ansiedlung, die Mieter in Science Parks sind. Er erläutert: „Generell weisen Life-Science-Immobilien höhere Anforderungen auf als Immobilien anderer Nutzungsarten. Zudem ist für Life-Science-Immobilien die Verbindung von Büro-, Labor- und Entwicklungsflächen charakteristisch. Auf diese Weise wird das interdisziplinäre Zusammenarbeiten gefördert und Kommunikationswege verkürzt. Das Gebäude fungiert nicht nur als Hülle, sondern als aktiver Bestandteil des Forschungs- und Innovationsprozesses.“ Schrapers hebt zudem die Rolle der Architektur- und Fassadengestaltung hervor. Diese soll oft die Produkt- bzw. Firmen-DNA wiedergeben. Des Weiteren gibt es dem Metroplan-CEO zufolge in Deutschland strenge planerische Randbedingungen durch Normen, Genehmigungsrecht und Regularien – beispielsweise das Bundes-Immissionsschutzgesetz. So ist etwa eine besondere Abluft- und Abwasserführung vorgeschrieben. Generell haben Life-Science-Immobilien auch einen höheren Anteil an technischer Gebäudeausstattung als andere Nutzungsarten.

Martin Kraaij (a.s.r. real estate)
Martin Kraaij (a.s.r. real estate, Urheber Wilco van Dijen (Bild Martin Kraaij)
Martin Kraaij (a.s.r. real estate)
Martin Eberhardt (Bild HELIXalpha )
Martin Kraaij (a.s.r. real estate)
Dr. Manuel Schrapers (Bild: Metroplan)

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