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Private Equity: Abwarten kostet laut Modellrechnung fast die Hälfte des möglichen Vermögenszuwachses

Private Equity: Abwarten kostet laut Modellrechnung fast die Hälfte des möglichen Vermögenszuwachses
Louis Flamand, Chief Investment Officer bei Altaroc. Bildquelle: Altaroc

Wer in Private Equity investiert, wartet häufig zunächst auf die Rückzahlung des eingesetzten Kapitals, bevor er sich erneut an einem Fonds beteiligt. Was nach vorsichtigem Risikomanagement klingt, kann langfristig erhebliche Renditenachteile verursachen. Denn während das Kapital aus älteren Fonds zurückfließt, bleibt es ohne rechtzeitige Wiederanlage unter Umständen über Jahre uninvestiert. Wie teuer dieses Abwarten werden kann, zeigen zwei Analysen von Altaroc.

Louis Flamand, Chief Investment Officer des europäischen Private-Equity-Spezialisten, untersucht darin die ökonomischen Vorteile regelmäßiger Fondszeichnungen nach dem sogenannten Re-Up-Prinzip und quantifiziert die Folgen unterschiedlicher Wiederanlagestrategien über einen Zeitraum von 20 Jahren.

Die zentralen Ergebnisse:

•    46 Prozent weniger Vermögenszuwachs allein durch Abwarten: In der Modellrechnung sinkt der Kapitalmultiplikator von 6,15x bei kontinuierlichen jährlichen Fondszeichnungen auf 3,80x, wenn Anleger erst nach vollständiger Kapitalrückzahlung erneut investieren. Die zugrunde gelegte Fondsqualität ist in beiden Szenarien identisch. Der Unterschied entsteht ausschließlich durch die zeitweise fehlende Wiederanlage von Ausschüttungen.

•    Bis zu 69 Prozent weniger Wertschöpfung im erweiterten Feeder-Szenario: Werden zusätzlich Fonds des zweiten Performancequartils und eine stärkere Gewichtung ungünstiger Investitionsjahrgänge unterstellt, reduziert sich der modellierte Kapitalmultiplikator auf 2,61x. Gegenüber der kontinuierlichen Re-Up-Strategie entspricht dies einem um rund 69 Prozent geringeren Vermögenszuwachs. Das Ergebnis verdeutlicht, wie sich Wiederanlageverhalten, Einstiegszeitpunkt und Managerselektion gegenseitig verstärken können.

•    Ausschüttungen können neue Kapitalabrufe finanzieren: Beim Re-Up-Prinzip werden Rückflüsse älterer Fondsgenerationen zur Finanzierung neuer Zeichnungen eingesetzt. Im Cashflow-Zielszenario von Altaroc decken die Ausschüttungen ab dem siebten Jahr die laufenden Kapitalabrufe. Der zusätzliche Eigenkapitalbedarf kann dadurch deutlich sinken. Voraussetzung ist allerdings, dass sich die angenommenen Rückflüsse tatsächlich realisieren.

•    Deutlich breitere Diversifikation über Fonds und Marktphasen: Während der abwartende Anleger in den untersuchten Szenarien innerhalb von 20 Jahren lediglich vier Fondszeichnungen tätigt und damit Zugang zu etwa 40 bis 80 Portfoliounternehmen erhält, ermöglicht ein kontinuierliches Re-Up-Programm nach Altarocs Modell eine Streuung über 50 bis 70 Fonds und mehr als 1.500 Unternehmen. Neben der größeren Zahl von Beteiligungen verteilt sich das Engagement auf unterschiedliche Investitionsjahrgänge.

Die Analysen beleuchten darüber hinaus die Bedeutung der Gebührenstruktur für die tatsächliche Kapitalnutzung. Insbesondere bei klassischen Feeder-Vehikeln können vorab gebildete Gebührenrückstellungen dazu führen, dass zunächst ein geringerer Anteil der Anlegerzusagen investiert wird.

Die Ergebnisse beruhen auf Modellrechnungen mit definierten Annahmen zu Fondsrenditen, Kapitalabrufen, Ausschüttungen und Wiederanlage. Sie sind keine Prognose tatsächlich erzielbarer Renditen. Beide Veröffentlichungen vertreten die Perspektive von Altaroc als Anbieter entsprechender Private-Equity-Programme.

Die beiden zusammenhängenden Analysen – das Grundlagenpapier zum Re-Up-Prinzip und die vertiefende Untersuchung der Kosten des Abwartens – können Sie hier entsprechend herunterladen.

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