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Rollenbilder auf den Kopf gestellt: OSMAB enthüllt Kunstwerk in Köln-Kalk

Quelle: OSMAB

Ein neues Urban-Art-Kunstwerk des international bekannten Künstlers Falk Lehmann alias AKUT prägt seit einigen Wochen das Stadtbild von Köln-Kalk. An der Rolshover Straße 99 verwandelte er die zuvor graue Wellblechfassade eines Parkplatzes einer Büroimmobilie der OSMAB Unternehmensgruppe in ein großformatiges Wandgemälde, das die industrielle Vergangenheit des Viertels aufgreift und gesellschaftliche Fragen in die Gegenwart holt.

Das Areal war früher ein Industriestandort und gehört heute zu einem gewerblichen Cluster mit insgesamt acht OSMAB-Bestandsimmobilien. Kunst spielt dort bereits in zwei Bestandsimmobilien eine erkennbare Rolle, etwa in Form einer hängenden Installation in der großen Lobby in der Gottfried-Hagen-Straße 20 sowie einer 3D-Wandgestaltung im Treppenhaus in der Gottfried-Hagen-Straße 46-48. Mit dem neuen Mural erweitert OSMAB diesen Ansatz erstmals um ein öffentlich sichtbares Kunstwerk, das nicht nur verschönert, sondern Irritation bewusst in Kauf nimmt.

Das Motiv knüpft an die Arbeiter- und Industriehistorie des Standortes an, vertauscht bis heute wirksame Rollenbilder. Wohlhabend gekleidete Unternehmerinnen, Zigarren rauchend und Geld zählend, bestimmen das Geschäft. Männer hingegen schuften in der Werkshalle, mit Babys in Tragetüchern um den Körpern, familiäre Verantwortung sichtbar vor dem Körper, körperliche Arbeit sichtbar hinter ihnen. Die Szene ist bewusst überzeichnet.

Das riesige Wandbild öffnet einen Resonanzraum. Es erinnert an einen Ort, an dem Wirtschaft, körperliche Arbeit und familiäre Verantwortung untrennbar miteinander verwoben waren. An einen Ort, an dem Werte geschaffen wurden, oft von Menschen, die wenig Anerkennung dafür erhielten. Es verweist auf Fragen, die aktueller sind denn je: Wer trägt? Wer profitiert? Wer bleibt unsichtbar? Und was würde passieren, wenn sich die Rollen tatsächlich umkehren?

„Wir wollen Standorte nicht nur wirtschaftlich entwickeln, sondern auch kulturell aufwerten und sichtbar beleben. Ein Kunstwerk wie dieses verändert nicht nur eine Wand, sondern die Wahrnehmung eines ganzen Ortes. Es respektiert die Historie Köln-Kalks und konfrontiert uns gleichzeitig mit Themen, die in unserer Gesellschaft bis heute wirken. Für uns gehört genau das zu einer zeitgemäßen Standortentwicklung“, sagt Anton Mertens, Vorstand der OSMAB Holding AG.

Künstler Falk Lehmann betont: „Mich interessiert, was passiert, wenn wir Bilder, die wir als selbstverständlich wahrnehmen, einmal umdrehen. Kunst soll nicht bestätigen, sondern irritieren. Erst dann entsteht das Gespräch, das wir sonst oft vermeiden.“

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