Diskussion

Webinar Schick Immobilien: Statements zum Jahresausblick Wohninvestmentmarkt 2026

Ein Webinar von SCHICK Immobilien mit rund 600 angemeldeten Teilnehmern hat sich mit einem Jahresausblick 2026 für den Wohninvestmentmarkt beschäftigt. Die drei Diskussionsteilnehmer Jürgen Michael Schick (Gründer und Geschäftsführer von SCHICK Immobilien sowie Ehrenpräsident des Immobilienverbands IVD), Jan Grade (Geschäftsführer von empirica regio) und Stefan Hillbrand (Vorstand von Interhyp) haben über zentrale Entwicklungen und Einschätzungen zum Immobilienmarkt gesprochen und ihre Prognosen vorgestellt.

Statements zum Jahresausblick Wohninvestmentmarkt 2026

Jürgen Michael Schick, CEO von Schick Immobilien, Ehrenpräsident IVD

  • „Im Zweijahresvergleich haben wir in Berlin einen Anstieg der Transaktionsanzahl bei Mehrfamilienhäusern und Wohn- und Geschäftshäusern um 30 Prozent verzeichnet. Das ist ein deutliches Zeichen dafür, dass der Markt wieder sehr dynamisch agiert. Erstaunlich ist dabei die Preisentwicklung, die nicht gestiegen ist wie die Zahl der Transaktionen. Bei den Kaufpreisen sehen wir in Deutschlands größtem Wohninvestmentmarkt, in Berlin, bislang eine Seitwärtsbewegung.“
  • „Gerade in den A-Städten werden Immobilieninvestments wieder bezahlbarer. Vergleicht man die Preise mit denen von 2021, dem Höhepunkt des Immobilienbooms, so stellt man fest, dass ein Mehrfamilienhaus in einer der sieben A-Städte heute den gleichen Faktor hat wie ein vergleichbares Objekt in einer C-Stadt im Jahr 2021. Dies verdeutlicht die vergleichsweise attraktiven Einstiegskonditionen des aktuellen Marktumfelds.“
  • „Für viele Investoren sind nicht mehr Zinsanstiege oder neue ESG-Richtlinien das größte Risiko, sondern die angekündigten Änderungen im Mietrecht. Insbesondere die Ergebnisse der Berlin-Wahl sowie die daraus möglicherweise resultierende Vergesellschaftung großer Bestandshalter oder die Aussetzung von Indexmietverträgen machen Deutschland für Wohninvestments unattraktiv. Dadurch kann sich die Situation auf dem Wohnungsmarkt potenziell weiter verschärfen. Langfristig erodiert so das Vertrauen in den deutschen Markt.“
  • Zur sinkenden Erschwinglichkeit für Eigennutzer: „Der Skandal liegt vor allem in der drastischen Erhöhung der Grunderwerbssteuer in den letzten 20 Jahren. Die Politik baut damit unnötige Hürden auf und sorgt dafür, dass sich immer weniger Familien Eigentum leisten können.“

Jan Grade, CEO, empirica regio GmbH

  • „Bei der Preisentwicklung haben wir in allen Segmenten die Talsohle durchschritten. So haben wir im Neubausegment der Eigentumswohnungen beispielsweise wieder einen Preisanstieg von 2,6 Prozent registriert. Noch stärker gestiegen sind jedoch die Mieten. Im Jahr 2025 ist der Angebotspreis im Neubausegment um 4,0 Prozent und im Bestand um 4,4 Prozent gestiegen. Die Mieten steigen also stärker als die Kaufpreise. Dadurch bietet sich für Kapitalanleger und Eigennutzer ein günstiges Einstiegsfenster.“
  • „Bei Finanzierungen sind vor allem zwei Effekte relevant. Einerseits hat der starke Zinsanstieg dazu geführt, dass sich ein bestimmtes Einkommenssegment eine eigene Immobilie nicht mehr leisten kann. Andererseits beobachten wir, dass es für die jüngere Generation immer schwieriger wird, Eigenkapital aufzubringen. Das erschwert vielen den Zugang zu Eigentum. Dabei wäre es auch für den Mietwohnungsmarkt eine Entlastung, wenn wieder mehr Menschen in der Lage wären, sich Eigentum zu leisten. Durch niedrigere Erwerbsnebenkosten, etwa bei der Grundsteuer, könnte auch der Mietmarkt in den Großstädten deutlich entlastet werden.”
  • „Wir sehen die mietregulatorischen Vorhaben als großen Unsicherheitsfaktor. Sei es die Diskussion um die Mietpreisbremse, die Vergesellschaftung oder die Indexmiete. Auch regelmäßige Evaluierungen, beispielsweise welche Städte unter die Mietpreisbremse fallen, verunsichern Investoren und schaffen in ihrer Wirkung keinen neuen Wohnraum, der in vielen deutschen Städten so dringend benötigt wird.“

Stefan Hillbrand, CFO Interhyp Gruppe

  • „Bei der Interhyp merken wir eine große Motivation, eine Immobilie zu erwerben – gerade auch aufgrund der stark gestiegenen Mieten und des geringen Angebots auf dem Mietmarkt. Die Banken sind wieder vermehrt bereit, Baukredite an Endverbraucher zu vergeben. Das Finanzierungsumfeld hat sich also im Vergleich zum schwierigen Marktumfeld 2022 deutlich verbessert.”
  • „Über die letzten Jahrzehnte hat der Anteil der Kapitalanleger sukzessive zugenommen. Hier hat sich in den letzten 15 Jahren eine Verdopplung von 12 auf 27 Prozent vollzogen. Das zeigt klar die steigende Attraktivität von Immobilien-Investments.”
  • „Für viele Interessierte ist das fehlende Eigenkapital die größte Einstiegshürde. Banken finanzieren schließlich in der Regel nicht die Nebenkosten des Erwerbs mit. In Märkten wie München kann der geforderte Eigenkapitalanteil für eine Zweizimmerwohnung durchaus bei 80.000 bis 100.000 Euro liegen. Dadurch erhöht sich die Mietquote in den Großstädten. Hier wäre es wünschenswert, wenn die Politik mehr Möglichkeiten schafft, zum Beispiel in Form von Förderprogrammen, um diese Hürde zu überwinden. Oft haben Kapitalanleger bessere Förderungen, z.B. Abschreibungsmöglichkeiten, als Eigennutzer.”
  • „Wohnen ist und bleibt für Investoren ein krisenresistentes Asset. Umfragen zeigen, dass das Thema Wohnen 95 Prozent der Deutschen neben der Gesundheit am meisten umtreibt. Investoren haben hier also die Garantie, in einen Markt zu investieren, in dem es an den meisten Standorten eine rege Nachfrage geben wird.”

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