Das Quartier am Papierbach wird grüner und lebendiger: Der Stadtrat von Landsberg am Lech hat in seiner Sitzung am 17.06.2026 für einen Bebauungsplan für die Baufelder B1 (Hotel und Kultur mit darüberliegenden Wohnungen/ Serviced Apartments) und D (Papiermühle – Wohnen) gestimmt. Damit geht die Planung für einen weiteren Baustein des Quartiers in eine entscheidende Phase. Mit dem Beschluss über den Bebauungsplan kann nun kurzfristig die Planungs- und Pre-Construction-Phase für die beiden Baufelder beginnen. Nach Abschluss dieser Phase kann voraussichtlich Mitte 2027 mit dem Bau begonnen werden.
Die Satzung des Bebauungsplans ebnet den Weg für die Schaffung eines neuen zentralen und deutlich größeren Platzes – des Europaplatzes – für das Quartier. Über dem Europaplatz wird ein sogenanntes „grünes Dach“ aus klimaresilienten und tiefwurzelnden Bäumen gespannt. So entsteht ein Treff- und Begegnungspunkt mit angenehmem Mikroklima. Der Europaplatz schafft zugleich eine direkte Verbindung zwischen dem Lady-Herkomer-Steg und dem westlichen Teil der Stadt. Das Konzept für den neuen Europaplatz („grünes Entrée´) wurde von grabner huber lipp landschaftsarchitekten und stadtplaner aus Freising entwickelt und ist das Ergebnis eines umfassenden Beteiligungs- und Diskussionsprozesses.
Umrahmt wird der Platz von einem neuen L-förmigen Hotel- und Kulturbau (Baufeld B1). Durch die Aktivierung des Erdgeschosses mit einem Kulturpavillon wird der Europaplatz auch zu einem kulturellen Anziehungspunkt. Der Kulturpavillon öffnet sich zum Europaplatz hin und schafft damit eine Verbindung zwischen Innen- und Außenraum. Zugleich ermöglicht er eine aktive Einbindung der Freifläche bei Veranstaltungen. Er bietet auf einer Fläche von ca. 360 Quadratmetern (zzgl. Zwischengeschoss) Raum für bis zu 200 Gäste an. Die Kuratierung des Kulturangebots übernimmt nach Fertigstellung die Stadt Landsberg am Lech.
Neben der kulturellen Nutzung schafft das Gebäude auch Raum für eine Hotel- und Wohnnutzung. Auf den Wohnflächen sind sowohl Eigentumswohnungen als auch Serviced Apartments angedacht. Im Rahmen der Plananpassungen dieses Gebäudes wurde die Gebäudehöhe und -kubatur so verändert, dass sich das Gebäude nun behutsam in das Viertel einfügt und einen größeren Europaplatz ermöglicht. Im Rahmen der Bürgerbeteiligung wurden viele Anregungen der Bewohnerinnen und Bewohner aufgegriffen. So wird beispielsweise die Dachfläche – anders als im ursprünglichen Entwurf – nun begrünt.
Mit dem Baufeld D wird zugleich der südliche Abschluss des Quartiers geschaffen. Damit wird das Quartier in diesem Bereich vervollständigt. Direkt am Papierbach und an einem Feuchtbiotop entsteht nach Plänen von Hierl Architekten ein Wohnhaus mit insgesamt 56 Wohnungen. Im Rahmen der Planänderungen wurde bei diesem Gebäude die Dachform angepasst, damit sie besser mit der Umgebung harmoniert. Statt eines Flachdachs ist nun ein gewölbtes Mansarddach geplant, das das Quartiersbild aufwertet und auflockert.
„Mit dem Stadtratsbeschluss haben wir die rechtliche Grundlage geschaffen, um vor allem das dringend benötigte Hotel am Papierbach auf den Weg zu bringen. Denn die Nachfrage nach Übernachtungsmöglichkeiten in Landsberg ist unverändert hoch. Den weiteren Verlauf werden wir als Stadt sorgfältig und in enger Abstimmung begleiten“, so Doris Baumgartl, Oberbürgermeisterin der Stadt Landsberg am Lech.
„Wir freuen uns sehr, den rund zweijährigen intensiven Prozess zu einem erfolgreichen Abschluss geführt zu haben. Das neue grüne Entrée bildet eine maßgebliche Aufwertung für das Quartier. Das Hotel kann nun alleinstehend realisiert werden und die Kultur funktioniert als autarke Einheit, die von der Stadt betrieben wird. Gemeinsam mit dem grünen Entrée bildet sie eine städtebauliche Einheit. Wichtig waren die Öffentlichkeitsbeteiligung, die enge Zusammenarbeit mit Planern, Gutachtern und der Stadtverwaltung sowie den zuständigen Fachanwälten“, so Samira Pichler, Chief Development Officer bei Ehret+Klein AG.
„Mit unserer Konzeption für den Europaplatz haben wir angemessene Antworten auf die drängenden Fragen der Klimaanpassung gegeben, sowohl, was die Grünausstattung betrifft, als auch die Regenwasserbewirtschaftung. Beides wirkt in Synergie und unterstützt nicht zuletzt das zentrale soziale Argument für den Freiraum – Aufenthaltsqualität für die Landsberger!“ so Doris Grabner, Landschaftsarchitektin und Stadtplanerin.
Visualisierung. Bildquelle: NOOKTA.
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