Analysis Quarterly Report

Investmentmarkt Hamburg: Rang 2 unter den Top-Märkten

Investmentmarkt Hamburg: Rang 2 unter den Top-Märkten
Foto von Norbert Hentges auf Unsplash

Der Hamburger Investmentmarkt erzielte zum Ende des ersten Halbjahres 2026 ein Transaktionsvolumen von 967 Mio. €. Zwar wird der langjährige Durchschnitt weiterhin um 29 % verfehlt, gegenüber dem Vorjahr steht jedoch ein Zuwachs von 19 % und damit das beste Halbjahresresultat seit der Zinswende zu Buche. Hinter München rangiert die Hansestadt mit dem aktuellen Volumen auf Platz zwei im Ranking der deutschen Top-Märkte. Dies ergibt die Analyse von BNP Paribas Real Estate.

„Nach einem verhaltenen Jahresstart mit 300 Mio. € Transaktionsvolumen hat die Marktaktivität im zweiten Quartal spürbar angezogen. Mit 667 Mio. € wurde nicht nur der Großteil des Halbjahresergebnisses erzielt, sondern zugleich das zweitbeste Quartalsresultat seit 2022 registriert. Auch die Transaktionsfrequenz liegt über dem Vorjahresniveau, was für eine zunehmende Marktbreite spricht. Größte Transaktion der vergangenen drei Monate war der Ankauf des Alsterhauses durch ein Joint-Venture des Schoeller Group Family-Offices zusammen mit einer Pensionskasse“, erklärt Heiko Fischer, Geschäftsführer und Hamburger Niederlassungsleiter der BNP Paribas Real Estate GmbH.

Innerhalb der vergangenen zwölf Monate sind die Netto-Spitzenrenditen für Büroimmobilien und Geschäftshäuser jeweils um 10 Basispunkte gestiegen. Im Logistiksegment fiel der Renditeanstieg mit 35 Basispunkten deutlich stärker aus. Aktuell liegen die Netto-Spitzenrenditen in Hamburg bei 4,35 % für Büroobjekte, 3,85 % für Geschäftshäuser und 4,60 % für Logistikimmobilien.

Retail & Logistik vergleichsweise stark

Die Assetklasse Büro leistet mit 356 Mio. € den größten Beitrag zum Transaktionsvolumen. Das Investmentvolumen hat gegenüber den beiden Vorjahren wieder spürbar angezogen und es befinden sich wieder deutlich mehr Objekte im Markt. Positiv hervorzuheben ist darüber hinaus die Entwicklung der Assetklassen Retail und Logistik, die mit jeweils rund 230 Mio. € überdurchschnittliche Umsätze erzielen. Allerdings wurden beide Segmente maßgeblich durch wenige Großdeals, wie zum Beispiel das Alsterhaus bestimmt.

Zentrale Lagen konnten ihren Umsatzanteil gegenüber dem Vorjahr ausbauen. City und Cityrand kommen zusammen auf einen Marktanteil von 56 % (Ø 10 Jahre: 51 %).

Die Verteilung des Investmentvolumens nach Größenklassen verdeutlicht die aktuell hohe Bedeutung mittelgroßer Transaktionen. So entfallen 49 % des Ergebnisses auf Deals zwischen 10 und 50 Mio. €. Im Segment zwischen 50 und 100 Mio. € wurden bislang keine Abschlüsse registriert, während Transaktionen oberhalb von 100 Mio. € einen überdurchschnittlichen Marktanteil auf sich vereinen. Bemerkenswert ist, dass dieses Ergebnis nahezu ausschließlich auf Einzeldeals zurückzuführen ist, da der Portfolioanteil mit lediglich 11 % sehr gering ausfällt. Mit rund 860 Mio. € erreichen Einzeltransaktionen ein Volumen, das absolut betrachtet nur knapp 9 % unter dem langjährigen Durchschnitt notiert.

Perspektiven

Die Entwicklung des ersten Halbjahres deutet darauf hin, dass der Hamburger Investmentmarkt seinen Erholungspfad im weiteren Jahresverlauf fortsetzen dürfte. Die gegenüber dem Vorjahr gestiegene Transaktionsfrequenz sowie die zunehmende Marktbreite sprechen dafür, dass die Marktaktivität inzwischen auf einer soliden Basis steht und nicht mehr ausschließlich von einzelnen Großabschlüssen getragen wird.

Trotz der erkennbaren Marktbelebung bleiben die Rahmenbedingungen herausfordernd. Unsicherheiten im Finanzierungsumfeld, geopolitische Risiken und die noch fragile Konjunkturerholung können die Investitionstätigkeit weiterhin dämpfen. Hamburg verfügt jedoch auch im nationalen Vergleich über eine hohe Standortqualität und resiliente Nutzermärkte. Die hohe Nachfrage nach zentralen Lagen sowie die breite wirtschaftliche Basis der Hansestadt bilden eine solide Grundlage für die weitere Belebung des Investmentmarktes. „Auch wenn die Preisfindung angesichts der zuletzt leicht gestiegenen Finanzierungskosten noch nicht in allen Segmenten vollständig abgeschlossen erscheint, verbessern sich die Rahmenbedingungen für weitere Transaktionen sukzessive. Eine gut gefüllte Pipeline sowie das sich leicht aufhellende Marktumfeld dürften im weiteren Jahresverlauf zu einer moderat steigenden Abschlussdynamik beitragen. Vor diesem Hintergrund erscheint für das Gesamtjahr ein Investmentvolumen von über 2 Mrd. € und damit oberhalb des Vorjahresniveaus als realistisches Szenario“, so Heiko Fischer.

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