Analysis Report

Baker Tilly Immobilien-Marktbericht: Ambivalente Zeichen – aber die Stimmung bleibt reserviert

Porträt von Andreas Röhr, Partner im Bereich Real Estate Valuation bei Baker Tilly.
Andreas Röhr, FRICS ist Partner im Bereich Real Estate Valuation bei Baker Tilly in Düsseldorf. Bildquelle: Baker Tilly

Die deutsche Wirtschaft wird weiterhin durch eine Vielzahl ambivalenter Makro-Einflüsse bewegt: Evian, Iran Peace Treaty, zwei Monate in Folge rückläufige Inlandsinflation sowie eine leichte Aufhellung des ifo-Geschäftsklimaindex auf der einen, Anhebung der EZB-Einlagenfazilität und die Gewissheit, dass aktuell nur wenige Gewissheiten von Dauer sind, auf der anderen Seite.

Welche Auswirkungen dies auf Preise, Volumina und das allgemeine Marktgefühl am deutschen Immobilienmarkt hat, diskutiert die zweite Ausgabe der Baker Tilly Real Estate Trends.

Restriktives Kreditumfeld belastet Finanzierung und Investitionen

Wesentlicher Hemmschuh jeglicher Aktivitäten bleibt unverändert die Verfügbarkeit von adäquat bepreistem Fremdkapital. Nicht nur die Handlungen der EZB, sondern vor allem das vorsichtige Vorgehen auf Bankenseite, verbunden mit erhöhten Risikoaufschlägen und langwierigen Entscheidungsprozessen, erschweren die Planbarkeit und Realisierbarkeit von Immobilienprojekten.

Ein aktuelles Beispiel mit bundesweitem Effekt ist der gescheiterte Verkauf des Opernturms in Frankfurt, der trotz starker Objekt- und Cashflow-Daten mangels einer adäquaten Gesamtfinanzierung nicht zustande kam. Somit konnte auch der erhoffte Reset des deutschen Office-Investmentmarktes nicht stattfinden.

Opernturm-Deal prominentes Beispiel für Sorgen auf der Funding-Seite

„Das Scheitern des Opernturm-Deals ist in vielerlei Hinsicht bedauerlich, schließlich sollte diese Leuchtturm-Transaktion den Anker für Offices 2026 setzen und damit das weitere Pricing für Büroprojekte in den kommenden sechs Monaten erleichtern. Dass selbst Immobilientransaktionen ohne erkennbare Schwachstellen volumenbedingt nicht Closing-fähig sind, zeigt auf, wie groß (und vielleicht nicht immer rational) derzeit die Sorgen auf der Funding-Seite sind“, sagt Andreas Röhr, Partner im Bereich Real Estate Valuation bei Baker Tilly. „Gleichzeitig, und dies ist die Kehrseite der Medaille, wird der Markt in den kommenden Monaten interessante Opportunitäten für Antizykliker und eigenkapitalstarke Investoren bieten. Ein für den Abschluss von Transaktionen darüber hinaus erforderliches Re-Pricing auf Verkäuferseite wird kommen, so oder so.“

Weitere Themen dieser Ausgabe

  • Die Baker Tilly 5×4-Matrix: Spitzenmieten und -renditen in den Segmenten Büro, Wohnen, Logistik und Highstreet für die fünf großen deutschen Immobilien-Hochburgen.
  • Comeback des Sale-and-Lease-Back als Liquiditätsbringer – Chancen und Herausforderungen bei der Optimierung von Kapitalstrukturen.
  • Expert Section: Interview mit Kruno Crepulja, Vorsitzender des Vorstands und CEO der Instone Real Estate Group.

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