Simon Kempf, Geschäftsführer, Periskop Development zur Wahl in Berlin
„Berlin braucht dringend mehr Wohnungen – der Ilsekiez zeigt jedoch, wie schnell Wohnungsbau zum Spielball politischer Symbolik werden kann. Die landeseigene HOWOGE wollte dort elf Wohnhäuser mit insgesamt 237 Wohnungen errichten. Nun sollen nach der Entscheidung des Bezirksamts voraussichtlich nur noch zwei Gebäude am Rand des Areals infrage kommen; für neun Häuser werden die Genehmigungen nicht verlängert. Das ist kein Signal für mehr Wohnungsbau, sondern für mehr politische und planerische Unsicherheit. Wer in Berlin Regierungsverantwortung übernehmen will, muss deshalb zeigen, dass er nicht nur über Vergesellschaftung spricht, sondern auch tatsächlich Wohnungen ermöglicht und baut. Wer angesichts des Wohnungsmangels konkrete Neubauvorhaben zurücknimmt, sendet ein fatales Signal an die vielen Wohnungssuchenden in Berlin – und zugleich an Investoren und die gesamte Bauwirtschaft. Berlin kann sich eine Politik des Verzögerns und Verhinderns nicht leisten.“