Family Offices in Deutschland richten ihren Fokus aktuell verstärkt auf den Ankauf von Bestandswohnungen. Wie die Experten des Immobiliennetzwerks DAVE bestätigen, entwickelt sich dieser Trend bundesweit dynamisch und gewinnt zunehmend an Bedeutung für den Wohninvestmentmarkt.
„Viele Family Offices suchen derzeit gezielt nach Bestandswohnungen, um ihre Portfolios auszubauen“, so DAVE-Partner Sven Keussen. Besonders gefragt seien Wohnpakete mit 100 bis 800 Einheiten, vereinzelt ist die Nachfrage auch nach 1.000 und mehr Einheiten vorhanden. „Dabei geht es nicht nur um Wachstum, sondern auch um Stabilität und langfristigen Werterhalt.“
Auch Arcadis, Kooperationspartner von DAVE, kann diese Marktentwicklung aus vielen aktuellen Mandaten bestätigen. Thomas Portmann, Leiter Transactional Services bei Arcadis: „Family Offices zählen 2025/26 zu den aktivsten Käufern im Immobilienmarkt, legen ihren Fokus auf Direktinvestments, haben eine hohe Eigenkapitalquote und können somit auch schnelle Entscheidungen treffen.“
Parallel dazu verändert sich auch das Verhalten klassischer Wohnungsbaugesellschaften. Statt neue Projekte zu entwickeln, investieren viele Marktteilnehmer verstärkt in bestehende Objekte. Gründe dafür sind unter anderem gestiegene Baukosten, regulatorische Unsicherheiten und ein schwieriges Finanzierungsumfeld.
Fokus auf werterhaltende Investments und Generationenübergabe
Für Family Offices spielen neben Renditeaspekten vor allem strategische Überlegungen eine zentrale Rolle. „Wohnungsbestände bieten eine ideale Grundlage, um Vermögen über Generationen hinweg strukturiert zu sichern und zu übertragen“, so DAVE-Partner Axel Quester. Der Fokus liege klar auf nachhaltigen, werterhaltenden Investments.
Besonders im Blick stehen Immobilien aus den Baujahren 1980 bis 2000. Diese gelten als solide, technisch überschaubar und mit moderatem Investitionsbedarf. Gleichzeitig zeigen einige Investoren bewusst Interesse an älteren Beständen aus den Jahren 1950 bis 1980.
„Gerade diese Objekte bieten durch gezielte Refurbishment-Maßnahmen erhebliches Wertsteigerungspotenzial“, erklärt DAVE-Partner Wieland Münch.
Marktbeobachtung wird bestätigt
Der DAVE-Geschäftsführer René Husfeldt bestätigt diese Entwicklung: „Wir sehen eine klare Verschiebung hin zu Bestandsinvestments. Family Offices agieren derzeit sehr selektiv, aber mit klarer strategischer Ausrichtung. Der Markt für größere Wohnportfolios belebt sich spürbar. Besonders institutionelle Privatinvestoren treten wieder verstärkt auf.“
DAVE-Partner Jens Lütjen ergänzt: „Die Nachfrage nach stabilen Wohninvestments ist hoch. Family Offices schätzen insbesondere die Kombination aus laufenden Erträgen und langfristiger Wertentwicklung.“
Ausblick
Vor dem Hintergrund eines weiterhin herausfordernden Neubauumfelds dürfte die Bedeutung von Bestandsinvestments weiter steigen. Family Offices positionieren sich dabei zunehmend als wichtige Akteure im Wohnimmobilienmarkt – mit einem klaren Fokus auf Stabilität, Substanz und Generationensicherung.