Die Marketing-Vereinigung deutscher Immobilienunternehmen (MVDI), eine Gesellschaft der Immobiliengruppe Rhein-Neckar (IGRN), hat gemeinsam mit der Bauakademie Performance GmbH jetzt den „ImmoBench Marktbericht 2025“ veröffentlicht. Der Bericht analysiert die deutschlandweite Entwicklung der Betriebskosten auf Grundlage von Portfoliodaten institutioneller Investoren und Bestandshalter sowie Informationen aus der Immobilienverwaltung.
Letztes Jahr hatte sich die MVDI mit der Bauakademie Performance GmbH auf eine strategische Weiterentwicklung des bewährten Benchmarking-Tools ImmoBench verständigt, das sich seit 1999 erfolgreich als führendes Benchmarking-System für Betriebskosten in der Wohnungswirtschaft etabliert hat.
Die aktuelle Auswertung von ImmoBench, die auf abgerechneten Daten von 2023 beruht, zeigt: Die Betriebskosten entwickeln sich zunehmend zu einem entscheidenden Faktor für die Bezahlbarkeit von Wohnraum. Besonders seit der Energiekrise infolge des Ukrainekriegs sowie durch Inflation, steigende Personalkosten und regulatorische Anforderungen haben sich die Nebenkosten deutlich erhöht. Laut Marktbericht lagen die gesamten Betriebskosten im Median bei 2,69 Euro pro Quadratmeter und Monat, nach 2,32 Euro im Vorjahr. Damit stiegen die Betriebskosten gegenüber dem Vorjahreszeitraum um rund 16 Prozent.
Vor allem die warmen Betriebskosten stiegen signifikant an. Im Vergleich zum Vorjahr erhöhten sie sich um rund 42 Prozent. In vielen Wohnungsbeständen machen Betriebskosten inzwischen zwischen 40 und 50 Prozent der Gesamtmiete aus.
„Die Betriebskosten sind längst nicht mehr nur ein administrativer Abrechnungsposten, sondern ein strategischer Wettbewerbsfaktor in der Wohnungswirtschaft. Unternehmen müssen sich künftig stärker vom reinen Abrechnen hin zu einem aktiven Betriebskostenmanagement entwickeln“, so Dr. Thomas Glatte, Geschäftsführer der MVDI, Vorstandsvorsitzender der Immobiliengruppe Rhein-Neckar sowie Professor für Immobilienwirtschaft an der Hochschule Fresenius und Mitglied des Fachbeirats des Marktberichts.
Der ImmoBench-Bericht identifiziert insbesondere sechs Kostenarten als zentrale Kostentreiber: laufende öffentliche Lasten, Wasserversorgung und Entwässerung, Heizungs- und Warmwasserkosten, Hausreinigung, Versicherungen sowie Hauswartleistungen. Diese Positionen machen den Großteil der umlagefähigen Betriebskosten aus.
Die Ergebnisse des aktuellen Marktberichts zeigen deutlich, dass Betriebskosten künftig noch stärker in den Fokus von Wohnungsunternehmen, Eigentümern und Verwaltern rücken werden. Neben steigenden Energie- und Personalkosten werden insbesondere regulatorische Anforderungen, die CO₂-Bepreisung sowie Investitionen in nachhaltige und energieeffiziente Gebäude die Betriebskostenentwicklung weiter beeinflussen. Gleichzeitig wächst auf Mieterseite die Sensibilität gegenüber der Warmmiete und damit gegenüber transparenten und nachvollziehbaren Kostenstrukturen.
Die Leiterin des Fachbeirates Prof. Dr. Anne Harzdorf betont: „Vor diesem Hintergrund gewinnt ein aktives, datenbasiertes Betriebskostenmanagement zunehmend an Bedeutung. Digitale Analyse- und Benchmarkinglösungen wie ImmoBench können dabei helfen, Optimierungspotenziale frühzeitig zu identifizieren, Kostenentwicklungen besser einzuordnen und langfristig wirtschaftliche sowie nachhaltige Bewirtschaftungsstrategien umzusetzen.“
Mit dem „ImmoBench-Marktbericht“ verfolgt die MVDI das Ziel, Transparenz über die Struktur und Entwicklung der Betriebskosten zu schaffen und Wohnungsunternehmen eine belastbare Vergleichsbasis für die Optimierung ihrer Bestände bereitzustellen. Die Daten basieren auf den Standards der Geislinger Konvention sowie der Betriebskostenverordnung und werden jährlich aktualisiert. Der vollständige Marktbericht „ImmoBench 2025 – Betriebskostenentwicklung von Wohngebäuden in Deutschland“ ist bei der MVDI erhältlich. Zudem wird der Marktbericht auf der Real Estate Arena in Hannover am 10. Juni um 15.45 Uhr, Projektsalon Halle 4, Stand E46, vorgestellt. Interessierte sind herzlich eingeladen.