Das globale Immobilieninvestitionsvolumen belief sich im 1. Quartal 2026 auf 230 Mrd. US-Dollar und lag damit 5 % niedriger gegenüber dem Vorquartal, heißt es im jüngsten Quarterly Capital Markets Report von Savills. Nach Einschätzung des internationalen Immobiliendienstleisters könnte die Marktaktivität jedoch deutlich anziehen: Die Zahl der laufenden Transaktionen liegt im 2. Quartal 18 % über dem Vorjahreswert. Allerdings steht dies unter dem Vorbehalt einer raschen Deeskalation der Ereignisse im Nahen Osten bewahrheitet sich.
Laut Savills deutet eine starke Transaktionspipeline darauf hin, dass Transaktionen derzeit eher aufgeschoben als dauerhaft aus dem Markt genommen werden. Dies entspricht dem Muster, das nach dem Zoll-Schock des vergangenen Jahres am „Liberation Day“ auf den globalen Immobilienmärkten zu beobachten war: Auf eine schwache erste Jahreshälfte folgte eine spürbare Belebung des Transaktionsgeschehen in der zweiten Hälfte des Jahres 2025.
Nach Einschätzung von Savills würde eine rasche Auflösung der geopolitischen Spannungen die Auswirkungen auf die fundamentalen Rahmenbedingungen des Immobilienmarkts gering halten. Das Unternehmen erwartet, dass die Preise trotz geringer Risikoprämien und eines höheren risikofreien Zinssatzes stabil bleiben, während weiterhin ausreichend Liquidität an den Fremdkapitalmärkten vorhanden ist. Gleichzeitig dürfte eine begrenzte Entwicklungspipeline das Mietwachstum weiterhin wesentlich stützen, da erhöhte Unsicherheit, gestiegene Finanzierungskosten und höhere energiekostenbedingte Baukosten die Wirtschaftlichkeit neuer Projekte belasten. Etwaige kurzfristige Abschwächungen im Ausblick für das Mietwachstum dürften daher mittelfristig wieder einer stärkeren Angebotsverknappung weichen. Entscheidend ist aus Sicht von Savills zudem, dass nach dem „Liberation Day“ der Abschluss einer Reihe bilateraler Handelsabkommen die größten Risiken reduziert und somit für Investoren ein stabileres Umfeld geschaffen hat, das die Belebung der Transaktionsaktivität begünstigen wird.
Rasheed Hassan, Head of Global Cross Border Investment bei Savills, sagt: „2025 hat gezeigt, dass die Immobilienmarktaktivität ein beachtliches Maß an Widerstandsfähigkeit aufweist. Investoren waren nach mehreren Jahren erhöhter Volatilität zunehmend bereit, auch über den Zyklus hinweg Transaktionen abzuschließen. Zwar haben die jüngsten geopolitischen Ereignisse zu einer Verlangsamung der Transaktionen geführt, wir erwarten jedoch ein ähnliches Muster wie bereits zuvor. Investoren scheinen heute stärker gewillt zu sein, auch in Phasen der Unsicherheit aktiv zu bleiben: Sie erkennen, dass die langfristigen Fundamentaldaten von Immobilien intakt sind und dass die Anlageklasse wesentlich zur Portfoliodiversifizierung beiträgt.“
Auch der deutsche Immobilieninvestmentmarkt startete verhalten ins Jahr 2026. Im ersten Quartal wechselten Gewerbe- und Wohnimmobilien im Wert von 8,2 Mrd. Euro den Eigentümer, was gegenüber dem Vorquartal einem Rückgang von 24 % entspricht. Karsten Nemecek, Deputy CEO Germany und verantwortlich für den Bereich Capital Markets, ordnet die Entwicklungen hierzulande wie folgt ein: „Der deutsche Investmentmarkt verzeichnete in den letzten Jahren im internationalen Vergleich einen besonders starken Umsatzrückgang und erholt sich bislang nur zögerlich. Gleichwohl ist das Angebot auch hierzulande deutlich gestiegen und wir beobachten trotz des Iran-Konflikts und der damit verbundenen Unsicherheiten einen zunehmenden Verkaufswillen bei vielen Eigentümern. Vor dem Hintergrund realistischerer Preiserwartungen gehen wir davon aus, dass sich das höhere Angebot allmählich auch in eine steigende Zahl von Verkäufen übersetzt. Die gestiegenen Zinsen könnten den Handlungsdruck auf Eigentümer und Banken sogar erhöhen und perspektivisch für zusätzliche Dynamik sorgen.“