In der Energiewirtschaft wird derzeit darüber diskutiert, unter welchen Voraussetzungen die gemeinschaftliche Gebäudeversorgung wirtschaftlich umgesetzt werden kann und welche Messkonzepte dafür am besten geeignet sind. Dabei hält sich unter anderem die These, physische Summenzähler seien virtuellen Summenzählern insbesondere mit Blick auf Prozesssicherheit und einen schnellen Return on Investment überlegen. Die Praxis zeigt jedoch, dass diese Schlussfolgerung zu kurz greift. Julius Pahmeier, Gründer und Geschäftsführer von VREY, ordnet ein:
„Der Einschätzung, dass physische Summenzähler grundsätzlich praktikabler sind und die gemeinschaftliche Gebäudeversorgung hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit in der Praxis scheitert, muss ich widersprechen.
Rund 85 Prozent unserer Kunden wünschen ausdrücklich die gemeinschaftliche Gebäudeversorgung. Gerade größere Bestandshalter setzen die Erträge ins Verhältnis zum regulatorischen und operativen Aufwand. Solarstrom soll schließlich wirtschaftlich sein und möglichst geräuschlos mitlaufen. Dass das Modell funktioniert, zeigt unsere Umsetzung: Wir haben die gemeinschaftliche Gebäudeversorgung allein in diesem Jahr für rund 3.000 Haushalte in mehr als 100 Netzgebieten und allen 16 Bundesländern ermöglicht. Entscheidend ist letztlich ein spezialisierter Messstellenbetreiber, der die erforderlichen Prozesse beherrscht.
Natürlich hat auch das Modell Mieterstrom seine Berechtigung. Wir setzen dabei allerdings auf virtuelle Summenzähler. Die Gründe liegen auf der Hand: Ein physischer Summenzähler verursacht zusätzliche Kosten von 6.000 bis 8.000 Euro. Zudem können Änderungen bei Mieterwechseln einen Technikereinsatz vor Ort erfordern - das erhöht den Aufwand im laufenden Betrieb.
Ich gebe zu: Ein physischer Summenzähler kann bei der Umsetzung in Eigenregie zunächst die einfachere Lösung sein. Bei einer Investition über 30 Jahre sollte aber nicht ausschlaggebend sein, ob ein Projekt einige Wochen früher startet. Für Bestandshalter zählt am Ende, wie wirtschaftlich und wie reibungslos die Versorgung langfristig funktioniert. Die Abstimmung mit den Netzbetreibern bleibt anspruchsvoll. Deshalb braucht es einen Anbieter, der Messstellenbetrieb, Abrechnung und die erforderlichen Prozesse zusammenführt.“



